Zuwanderer sind die Zukunft
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Zuwanderer sind die Zukunft
Von Kai Biermann
Nicht nach Herkunft oder Religion unterscheiden sich Migranten, sondern nach ihren Zielen. Die meisten wollen sich integrieren und etwas leisten, belegt eine neue Studie.
Es ist das erste Mal, dass sich Deutschland für die hier lebenden Migranten interessiert – und die Ergebnisse widerlegen viele der hierzulande verbreiteten Vorurteile. „Die Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland“ heißt die Studie, die das Bundesfamilienministerium am Dienstag vorgestellt hat.
Einer der wichtigsten Befunde: Die große Mehrheit der Befragten bemüht sich um Integration und versteht sich als Teil der multikulturellen deutschen Gesellschaft. Nicht die Migranten sind es demnach, die sich weigern, sich einzufügen. Vielmehr beklagen sie die mangelnde Integrationsbereitschaft der Mehrheit der Deutschen und deren geringes Interesse an den neuen Mitbürgern.
Auch sind sie viel stärker als Deutsche bereit, etwas zu leisten und am Aufbau einer gemeinsamen Kultur mitzuarbeiten. Die Leistungs- und Einsatzbereitschaft in Migrationsgruppen ist deutlich höher als in der „autochthonen deutschen Bevölkerung“, schreiben die Forscher des Sinus-Instituts.
„Die Studie legt den Schluss nahe“, schreibt der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter auf Spiegel online , „dass aus der Migration heraus entscheidende produktive und innovative Kerne für die deutsche Gesellschaft erwachsen.“ Die Autoren selbst schreiben: "Teile dieses Milieus haben das Potenzial, zu Leitgruppen in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu werden."
Insgesamt acht verschiedene Milieus haben die Sinus-Forscher identifiziert. Sie unterscheiden sich weniger nach ethnischer Herkunft und sozialer Lage als nach ihren Wertvorstellungen, Lebensstilen und ästhetischen Vorlieben, schreiben sie. „Mit anderen Worten: Menschen des gleichen Milieus mit unterschiedlichem Migrationshintergrund verbindet mehr miteinander als mit dem Rest ihrer Landsleute aus anderen Milieus.“
Die verschiedenen Milieus sind das religiös-verwurzelte, das traditionelle Gastarbeitermilieu, das statusorientierte Milieu, das entwurzelte Milieu, das intellektuell-kosmopolitische, das multikulturelle Performermilieu und das adaptive Integrationsmilieu.
Vor allem die Gruppe der Performer und die der Kosmopoliten könnten die neuen Leistungsträger Deutschlands werden. In ihnen bilde sich eine neue Elite heraus, so die Studie. Die Mitglieder seien stolz auf ihre Bikulturalität, ihre Vertrautheit mit mehreren Sprachen, ihren intimen Bezug zu heterogenen Philosophien. Aus diesem mehrdimensionalen Erfahrungsreichtum zögen sie Kraft, Kreativität und Kritik. Mit genau diesen Eigenschaften repräsentierten sie die Leitavantgarde der entgrenzten, kulturell spannungsreichen Weltgesellschaft der Postmoderne.
Die Studie bestätigt, dass es vor allem der Bildungsgrad ist, der über Erfolg und Misserfolg in der neuen Heimat entscheide. Je höher der Bildungsstand von Einwanderern, desto leichter gelingt es ihnen, sich einzugliedern und Fuß zu fassen. Es zeigt sich des Weiteren, dass bei Migranten mit guter Bildung und wirtschaftlicher Absicherung die Gleichberechtigung der Geschlechter als gesellschaftlicher Grundwert fest verankert ist. Familienstaatssekretär Gerd Hoofe sagte bei der Vorstellung der Studie, Migranten in Deutschland seien durchaus bereit, sich in die Gesellschaft einzufügen, "legen aber Wert darauf, ihre kulturellen Wurzeln nicht zu vergessen".
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dazu, die Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg sei in Deutschland zu hoch. "Diese Abhängigkeit muss durchbrochen werden. Wir können auf kein einziges Talent verzichten." Alle Kinder müssten "die gleichen Chancen auf Bildung, Schule, Hochschule und Beruf haben", sagte Merkel am Dienstag bei einer Konferenz zu Integration und Bildung in Berlin. Dort verabredeten die wichtigsten deutschen Stiftungen, künftig ihr Engagement für die Bildung von Migrantenkindern zu bündeln.
Allerdings, auch das ein Ergebnis, gibt es einige Gruppen, deren Integration sehr viel schwieriger ist oder die sich ihr verweigern. Vor allem Menschen, die durch Bürgerkriege entwurzelt und verroht sind, gehören dazu. Auch ist die Integration bei Städtern leichter als bei Migranten mit einer archaisch bäuerlich geprägten Herkunft.
Die bisher vorgestellten Ergebnisse lassen jedoch keine Aussagen darüber zu, wie viele Migranten der einzelnen Milieus hier leben. Bislang könne man nur qualifizierende Aussagen machen, also feststellen, welche Hauptgruppen es in Deutschland gibt, sagte Hoofe. Eine Quantifizierung erwarte man für den Sommer 2008.
„Wir wissen, was es alles gibt, wir wissen nur noch nicht, in welcher Größenordnung“, sagte Bodo Flaig, Psychologe und Mitarbeiter des Instituts Sinus Sociovision. „Eindeutig widerlegt werden konnte“ aber das Klischee, Migranten in Deutschland würden von ihrer Religion dominiert.
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Migration - Deutschland - ZEIT online
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Aptrgangr sagt:
I am republican anyway 
Lutiferre sagt:
me too, but thats mostly because i am against monarchy
„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“ (Theodor Körner 1791-1813)
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