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Wie Bush lügt, heuchelt, mordet
Begleitet vom Beifall der christlichen Demokratin Angela Merkel treibt US-Amerika die Jagd auf irakische Frauen und Kinder voran. Tag für Tag wird Bagdad mit fürchterlichen Bombardements bearbeitet. Tausende US-Soldaten morden sich zudem durch den Irak. Dass sich die Einheimischen mit bewundernswerter Tapferkeit wehren, ist sogar durch die Lügen-Propaganda dieser Tage gedrungen. Und während die Kriegstrommeln der "Bild"-Zeitung keinen Unsinn auslassen (plötzlich auftauchende Giftgas-Fabriken, geschundene US-Gefangene usw.), sind sich derweil die Deutschen einig wie selten zuvor: Nein zu Krieg und Gewalt! 90 (!) Prozent haben von Bush und seinen Kriegern die Nase gestrichen voll. Allensbach ermittelt atemberaubende Zahlen: Nur noch elf Prozent sehen in US-Amerika "unseren besten Freund", und eine satte absolute Mehrheit der Deutschen verbindet mit den USA bereits automatisch Begriffe wie "Rücksichtslosigkeit", "Gewalttätigkeit" und "Hochmut". Bush befiehl, wir folgen Dir? Möglicherweise ist es von den Deutschen tatsächlich etwas viel verlangt, sich in den Stechschritt von CDU und "Bild" marschierend einzureihen. Hatten Springers Jünger nicht eben noch jeden Bewunderer der Deutschen Wehrmacht als "Kriegsverherrlicher" verdammt? War die Merkel nicht unlängst noch auf irgendeiner Lichterketten-Veranstaltung gegen Gewalt aufgetreten? Und jetzt? Bush befiehlt, und wir sollen folgen? So stellt sich die Merkel künftige Weltordnungsregelungen vor? Solch hündische Unterwerfungs-Theorien kann sie doch eigentlich nicht in der DDR gelernt haben... Selten sind edle Begriffe wie "Menschenrechte", "Demokratie" und "Gottesfurcht" derart mies verhöhnt worden wie durch den Mann im Weißen Haus in diesen Tagen. Wer frühzeitig zugehört hat, der weiß, dass der Bush schon im September 2001 angekündigt hatte, nach Afghanistan auch den Irak erledigen zu wollen. Welcher "Schurkenstaat" wird dann an der Reihe sein? Eines steht jetzt schon fest: Pastorentochter Merkel ist dann wieder dafür! Fassen wir das tödliche Trauerspiel, das uns die USA darbieten, einmal zusammen: Wir sollen ernsthaft annehmen, der kleine, seit einem Jahrzehnt dahinhungernde Irak stelle für Amerika irgendeine Gefahr dar. Ohne Schamesröte im Gesicht spricht George W. Bush von "Selbstverteidigung" und sondert auch sonst rekordverdächtigen Zynismus ab. Kostprobe: "Wir werden unsere Freiheit verteidigen. Wir werden anderen Freiheit bringen. Und wir werden siegen. Gott segne unser Land und alle, die es verteidigen." Für christliche Demokraten nochmals langsam und zum Mitschreiben: Saddam Hussein verfügt nicht über Massenvernichtungswaffen und hat keine Verbindungen zu Osama Bin Laden. Darüber sind sich UNO-Beauftragte und wirklich hochrangige Experten weltweit allesamt einig. Die Vereinten Nationen haben trotz des gewaltigen Drucks der USA kein grünes Licht für militärische Aktionen gegeben. Das Völkerrecht ist somit vor den Augen der Weltöffentlichkeit dreist gebrochen worden, und zwar gegen eine weltweit sich formierende Friedensbewegung, gegen die Stimmen ungezählter Länder, gegen das Wort des Papstes. Und wozu das Blutbad? – Denkenden ist klar: Es geht ausschließlich um die uneingeschränkte Kontrolle über die ölreiche Golfregion durch das Texas-Kartell des George W. Bush und um Weltherrschafts-Ansprüche. Die Haltung des Kanzlers Während CDU und CSU eine ziemlich unverfrorene Kriegsgier an den Tag legen, muss man Bundeskanzler Schröder in dieser Frage eine bemerkenswerte Haltung bescheinigen. Wir haben nun wirklich keinen Grund und auch keine Veranlassung, seine politische Bilanz aufzupolieren, und wir haben auch nicht vergessen, dass vor kurzer Zeit noch Belgrad mit rot-grüner Beteiligung in Grund und Boden gebombt wurde, und wir finden, dass auch in der aktuellen Frage noch weitaus mehr getan werden müsste (Stichwort: Überflugrechte), aber sein gegenwärtiges Auftreten ist trotz allem eine Wohltat; allerdings eine eigentlich selbstverständliche. Artikel 26 des Grundgesetzes kennt keine Kompromisse: "Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen." Sehr treffend war vor allem die Fernsehansprache Schröders als direkte Reaktion auf die Bush-Kriegstreiberei in der vergangenen Woche. Schröder: "Rechtfertigt das Ausmaß der Bedrohung, die von dem irakischen Diktator ausgeht, den Einsatz des Krieges, der Tausenden von unschuldigen Kindern, Frauen und Männern den sicheren Tod bringen wird? Meine Antwort in diesem Fall war und ist: Nein! (...) Ich habe geschworen, den Nutzen unseres Volkes zu mehren und Schaden von ihm abzuwenden. Das gilt vor allem in Zeiten des Krieges. Ich werde mich daran halten und vertraue auf Ihren Friedenswillen und Ihre Unterstützung." Und im Bundestag legte Schröder anschließend noch nach: "Wir lehnen ein militärisches Vorgehen gegen den Irak ab. Deutsche Soldaten werden sich an den Kampfhandlungen nicht beteiligen." Man darf in diesem Zusammenhang gespannt sein, wie bundesdeutsche Medien auf Dauer einen Krieg aufarbeiten, der nahezu von der gesamten Bevölkerung abgelehnt wird. Für unsere Journalisten sind eigentlich nur Statistenrollen als blümchenschmeißende US-Hiwis am Rande der Szenerie vorgesehen. Immerhin dämmert es ZDF-Chefredakteur Nikolaus Bender: "Es wird ein Krieg, der von Desinformation nur so brummt." Und ARD-Koordinator Jörg Schönborn ahnt: "Im Krieg ist Wahrheit relativ." Die Münchner "AZ" erinnerte vergangene Woche an die übelsten Lügen im Golfkrieg von 1991 und mühte sich darüber hinaus um Darstellung, über welche Möglichkeiten die hochmoderne US-Propagandamaschinerie verfügt. Solch interessante Erkenntnisse waren damals erst Wochen und Monate nach dem Golfkrieg zu lesen. Also: Die Hoffnung auf Besserung und Einsicht stirbt zuletzt. Denn jetzt schon ist klar, dass über diesen Krieg nur gemeldet wird, was US-Amerikaner wünschen. Der große Heuchler Zurück zu jenem Mann, dessen schwerster Gang vermutlich der morgendliche Weg vor den Spiegel ist: George "Dabblju" Bush. Ihm sei "keine andere Wahl geblieben" und man habe "alles unternommen, um den Frieden zu retten", heuchelte er vergangene Woche in die TV-Kameras dieser Welt, während in Bagdad nach dem "größten Erstschlag der Kriegsgeschichte" (Grünen-MdB Vollmer) bereits das Blut unschuldiger Frauen und Kinder floss. Ausgerechnet Demokratie will Bush den Irakis mit seinem "Verteidigungskrieg" (!) bescheren; er selbst aber ist noch nicht einmal in der Lage, sich dem demokratischen Votum der UNO bzw. der Völker dieser Erde zu beugen. Im Gegenteil: Bush hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass US-Amerika Völkerrecht und UNO-Regeln willkürlich zu brechen bereit ist und damit eben tatsächlich genau jene Fratze erkennen lässt, die Bin Laden und Gesinnungsfreunde von Washington zeichnen. Und eben diese Tatsache treibt ungezählte Menschen in der Bundesrepublik Deutschland empört auf die Straße. Ganz klar: Die USA sind durchschaut! Bei soviel Volkswillen gibt es sogar hier und da Unterstützung auch aus etablierten Kreisen. Der katholische Theologe Hans Klüng wirft der US-Regierung vor, sie habe ein "Lügengebäude von Orwellschem Ausmaß aufgebaut, um einen völkerrechtswidrigen und unmoralischen Krieg zu legitimieren". Innenminister Schily findet das US-Vorgehen "völkerrechtlich problematisch", CSU-Bundestagsabgeordneter Peter Gauweiler erkennt einen "offenen Bruch des Völkerrechts", und Peter Müller, Saarlands CDU-Ministerpräsident, dachte kurz vor dem Bomben-Attentat durch die USA vergangene Woche laut, als er sagte: "Wenn die Amerikaner das machen, brechen sie das Völkerrecht." Gesagt, getan! Die Augen geöffnet Das qualvolle Leiden völlig unschuldiger Irakis öffnet in diesen Tagen manch Zeitgeschichts-Blinden die Augen. Ein segensreicher Kollateralschaden der Bomben aus Washington ist nämlich die Tatsache, dass immer mehr Deutsche zumindest erahnen, was sich damals in deutschen Luftschutzkellern abgespielt haben muss. Wurde uns bislang erzählt, deutsche Zivilisten hätten die amerikanischen "Befreier" mit Konfetti empfangen, so setzt sich nun Stück für Stück die Einsicht durch, dass Deutsche einst ebenso Opfer der gnadenlosen und blutigen Bomben-Willkür nach amerikanischer Art waren wie in diesen Stunden die armen, armen Iraker. Auch während dieser Beitrag geschrieben und gelesen wurde, haben erneut Menschen wegen des Polit-Cowboys aus dem Weißen Haus leiden müssen. Seit 200 Jahren bringen die USA Tod und Leid über diese Welt. Wie eine Blutspur ziehen sich Verbrechen und Massaker durch die Geschichte der selbsternannten Weltmacht. Diesmal könnte es ein wenig anders sein als sonst. Man spürt es, man weiß es: Ami, Du bist ertappt! Reißt ihm die Maske vom Gesicht, dem gut getarnten Bösewicht! National-Zeitung
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Wahrheit kann, für blind in Lüge Lebende, verwirrend wirken! ![]() |
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