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10.000 deutsche Kinder nach dem 2. Weltkrieg in Dänemark misshandelt
Donnerstag 7. April 2005, 18:37 Uhr
10.000 deutsche Kinder nach dem 2. Weltkrieg in Dänemark misshandelt
Kopenhagen (AFP) - Rund zehntausend deutsche Kinder, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs allein vor den heranrückenden russischen Truppen nach Dänemark flohen, sind dort Opfer von Misshandlungen geworden. Dies geht aus einer Doktorarbeit hervor, die am Donnerstag in Kopenhagen vorgestellt wurde. Die Flüchtlingskinder seien zwei Jahre lang in ein von Stacheldrahtzaun umgebenes Lager eingesperrt worden, sagte die Verfasserin der Studie, die Historikerin Kirsten Lylloff. Die Kinder, von denen das jüngste drei Jahre alt war, seien nur unzureichend mit Nahrung, medizinischer Hilfe und Kleidung versorgt worden. Lylloff sprach von der "größten humanitären Katastrophe in der jüngeren dänischen Geschichte".
"Die Kinder mussten die Hassgefühle der Dänen gegen Deutsche ausbaden und für die Fehler ihrer Eltern bezahlen", sagte Lylloff in einem Interview mit dem dänischen Fernsehsender DR1. Für ihre Doktorarbeit untersuchte die Historikerin zwei Jahre lang Aussagen von Zeitzeugen und andere Forschungsarbeiten. Ihre Thesen widersprechen den meisten dänischen Geschichtsbüchern, in denen die Behandlung von deutschen Flüchtlingen als gut dargestellt wird. "Dieses Kapitel muss neu geschrieben werden, denn die Realität sah anders aus", sagte Lylloff. Weder die dänischen Behörden noch das Rote Kreuz seien den Kindern zu Hilfe gekommen.
Der Leiter des dänischen Roten Kreuzes, Jörgen Paulsen, räumte AFP gegenüber ein, es handle sich um ein düsteres Kapitel der dänischen Geschichte, "für das wir uns schämen müssen". Allerdings habe die dänische Regierung damals dem Roten Kreuz jedes Eingreifen untersagt. Wegen der feindseligen Haltung gegenüber Deutschen hätten sich lokale Unterorganisationen des Roten Kreuzes auch geweigert zu helfen.
http://de.news.yahoo.com/050407/286/4hhz2.html
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