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Default Ehre wem Ehre gebührt - Jüdische „Staatsräson“-Medaille für Merkel

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Ehre wem Ehre gebührt - Jüdische „Staatsräson“-Medaille für Merkel (12.12.08)

December 12th, 2008 · Post your comment (45 Comments)


Düsseldorf / NRW: Nachdem sich Bundeskanzlerin Angela Merkel wieder einmal für die Sicherheit Israels ausgesprochen hat, wurde sie am 10. Dezember von der Judengemeinde Düsseldorf mit der Josef-Neuberger-Medaille ausgezeichnet. In ihrer Rede unterstreicht sie einmal mehr, die Rolle Deutschlands als Hilfswilligen für die Durchsetzung jüdisch-israelischer Interessen, der zu allem Ja und Amen sagt, was in Jerusalem gutgeheißen wird. Schon im Vorfeld der Veranstaltung erklärte sie gegenüber der RHEINISCHEN POST:
„Wir bauen die Beziehungen zu Israel weiter aus, zum Beispiel auf dem Gebiet der Wissenschaft und Forschung, weil uns in der globalen Welt gemeinsame Interessen und Werte verbinden”. Weiter erklärte sie: “Die CDU ist von ihrer Gründungsidee her eine überkonfessionelle Partei: Alle, die auf der Grundlage des christlich-jüdischen Menschenbildes Politik für die Menschen machen wollen, sind zur Mitarbeit in der CDU eingeladen.”
Vor ihrer Rede wurde sie vom jüdischen ZEIT-Herausgeber Josef Joffe gefeiert, weil sie das deutsche Engagement gegenüber Israel zur Staatsräson erhoben habe und dies von historischer Bedeutung sei. Eine Einschätzung der man wahrlich nicht widersprechen kann, denn soweit wie Merkel hat sich noch kein deutscher Kanzler gegenüber dem Judentum und dem Staat Israel erniedrigt.
Hier einige Kostproben aus ihrer Rede, die sie in Düsseldorf hielt:
„…Die Auszeichnung mit der Josef-Neuberger-Medaille bedeutet mir sehr viel. Ich verstehe sie vor allen Dingen als Ansporn – vorneweg als Ansporn, gegen jegliche Form von Antisemitismus und Extremismus anzugehen. Das ist nicht einfach nur dahin gesagt, sondern ich glaube, das sollte unser Leben insgesamt leiten. Wir haben ein Grundgesetz. Dessen Artikel 1 muss und soll von uns allen mit Inhalt gefüllt werden. In diesem Artikel 1 heißt es: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Dieser Satz war die entscheidende Antwort auf die Schrecken, die Deutschland zuvor mit dem Zivilisationsbruch der Shoah begangen hat, die Antwort darauf, dass Menschen ermordet wurden, nur weil es sie gab, denen jede Würde als Individuum abgesprochen wurde. …

… Meine Damen und Herren, wenn ich das noch einmal persönlich sagen darf: Wir alle haben erlebt, dass das Eintreten für Menschenrechte auch in unserem geteilten Land oft gar nicht so einfach war, wenn es zu einer echten individuellen Aktion kommen sollte. Wir haben es im östlichen Teil, in der früheren DDR, erlebt, wenn es darum ging, etwas mutig zu sagen, während sozusagen immer schon im Kopf die Konsequenzen mitliefen. Daraus wurde die DDR letztlich ein Land, in dem man zwischen den Zeilen besser lesen konnte als die Zeilen selbst. Aber auch, wenn man die Frage des Mutes an den westlichen Teil, an die alte Bundesrepublik gestellt hat: Wie war das denn, wenn man ein Buch geschmuggelt hat, wenn man vor den Grenzkontrollen Angst hatte, wenn man keine Lust hatte, viele Stunden zu warten? So sollten wir uns immer wieder vergegenwärtigen, was wir heute geschafft haben. Aber wir sollten auch immer wieder bereit sein, ein Stück Mut, ein Stück Ungewissheit in Kauf zu nehmen, wenn es um den Kampf um die Menschenrechte geht. Es erfordert eigene Leidenschaft. …“

*
Worte die, von einer früheren FDJ-Sekretärin geäußert, besonders bemerkenswert klingen, zumal von Merkel nicht bekannt ist, daß sie sich zu DDR-Zeiten in irgendeiner Weise als Regimekriterin zu Wort ausgezeichnet hätte, geschweige denn irgendwelche staatliche Repressionen aufgrund ihres mutigen Verhaltens erlitten hat. Stattdessen erlebt man gerade unter ihrer Regierung, daß die Unterschiede zwischen DDR und BRD mehr und mehr verschwimmen. – Die Schriftleitung

”… Meine Damen und Herren, auch heute werden wir natürlich sehr häufig auf die Probe gestellt, wenn wir uns weltweit umschauen – sei es in unserer Haltung zu China, sei es mit Blick auf die schrecklichen Vergewaltigungen im Kongo oder sei es im Umgang mit der nuklearen Bedrohung durch den Iran. Niemand kann darüber hinwegsehen: Der Iran bedroht Israel, direkt und unmittelbar. Doch wir sollten und dürfen das nicht als Israels Privatproblem abtun. Im Gegenteil: Indem der Iran Israel bedroht, bedroht er auch uns, alle freien und demokratischen Völker der Welt. Er bedroht alle, die sich Israel in Werten und Interessen in Zeiten der Globalisierung verbunden fühlen.

Wir lassen Israel nicht allein. Der Einsatz jeder Bundesregierung für die Sicherheit Israels ist Teil deutscher Staatsräson. Diese Staatsräson hat ihren Grund zum einen in der immerwährenden Verantwortung Deutschlands für die Shoah, zum anderen in den Werten und Interessen, die unsere beiden Länder heute und für die Zukunft teilen. …
… Augen und Ohren, also Sinne für Menschenrechte zu haben und sie zu verteidigen, das ist gelebte Zivilcourage. Sie kann natürlich nicht einfach staatlicherseits angeordnet werden. Sie ist Aufgabe der ganzen Zivilgesellschaft. Wir leben von Voraussetzungen, die wir selbst so nicht schaffen können, aber um die wir immer ringen müssen. Ich sage ganz ausdrücklich: Dies soll für den Staat keine Ausrede sein. Vorneweg stehen der Staat und seine Repräsentanten in der Pflicht.
Deshalb unterstützen wir in zahlreichen Projekten die Stärkung von Zivilcourage. So versuchen wir etwa mit dem Programm, “Vielfalt tut gut: Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie” genau hierfür einen Beitrag zu leisten. Hilfen zur Vorbeugung und Eindämmung rechtsextremistischer Auswüchse gibt es viele auf der Bundes-, der Länderebene und der kommunalen Ebene. Aber es kommt immer wieder zu rechtsextremistischen Auswüchsen. Deshalb müssen wir unsere Anstrengungen verstärken. Ich möchte auch das Programm “Xenos” erwähnen, das am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ansetzt. Wir wissen: Bessere berufliche Perspektiven helfen, soziale Ausgrenzung und Anfälligkeit für extremistische Denkweisen zu vermeiden. Ich sage allerdings auch: Soziale Schwierigkeiten dürfen nicht als Entschuldigung für Extremismus und Antisemitismus herhalten. Auch das ist sehr wichtig in der Diskussion.

Wir wollen mit solchen Projekten vielen den Rücken stärken und unserer Gesellschaft ein menschliches Gesicht verleihen. Ohne ein solches menschliches Gesicht unserer Gesellschaft wäre unser Staat ein brüchiger Torso. So ist letztlich auch jeder Einzelne gefordert, immer wieder genau hinzuschauen und sich einzumischen, wenn grundlegende Werte eines gedeihlichen und friedlichen Zusammenlebens durch Worte oder Taten in Frage gestellt oder missachtet werden, wenn zum Beispiel die NPD in deutschen Landtagen und auf deutschen Straßen ihre Parolen verkündet. Ich glaube, wir sind es unserer Demokratie schuldig, dies nicht gleichgültig oder achselzuckend aufzunehmen, sondern zu widersprechen. Wir sind es den Opfern und den Überlebenden der Shoah schuldig. Wir sind es Menschen und Politikern wie Josef Neuberger schuldig, unsere Demokratie immer wieder gegen ihre Feinde zu verteidigen.

Menschen und Politiker wie Josef Neuberger haben die Demokratie in Deutschland nach 1945 aufgebaut. Menschen und Politiker wie Josef Neuberger haben entscheidend dazu beigetragen, dass unser Land für Emigrierte und ihre Kinder wieder Heimat werden konnte oder blieb. Nur so konnte es gelingen, dass die vielen Zuwanderer aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion hier eine neue Heimat finden konnten. …

…Ich denke, wir sollten mit dieser Einstellung an die Aufgaben herangehen – an die großen Aufgaben, die vor allen Dingen vor den jüdischen Gemeinden liegen, an die wunderbaren Integrationsleistungen, die dort vollbracht werden –, indem wir staatlicherseits unterstützen, indem wir danken und indem wir helfen. …

Deshalb empfinde ich die Auszeichnung nicht nur als Ehre, für die ich der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf dankbar bin, sondern ich empfinde sie auch als Auftrag, als Aufgabe. So ist es vielleicht auch gemeint. Herr Joffe, ich denke noch nicht so viel an die Historiker und was sie einmal schreiben werden – das ist nicht mein Ding –, sondern ich denke erst mal daran, den nächsten Tag ordentlich zu gestalten; hoffentlich auch ein bisschen im Sinne von Josef Neuberger. …“

Mit einer Population von etwa 7500 Exemplaren dieser menschlichen Spezies, handelt es sich bei der Judengemeinde Düsseldorf um drittgrößte Judenvorkommen in Deutschland.
Siehe auch
Israel-Netz 12.12.08
Merkel-Rede vom 10.12.08 in Düsseldorf
Judengemeinde Düsseldorf
Josef Neuberger - Wikipedia

Anhang:

Israelis halten Menschenrechtsgruppen für israelfeindlich
JERUSALEM (inn) - Eine Mehrheit der Israelis nimmt bei Menschrechtsorganisationen eine feindselige Einstellung gegenüber ihrem Land wahr. Das geht aus einer Umfrage der Bar Ilan-Universität hervor, die anlässlich der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor 60 Jahren durchgeführt wurde.
Von den Befragten sagten 64 Prozent, Organisationen wie “Amnesty International” und “B´Tselem” handelten israelfeindlich. 89 Prozent gaben an, dass Menschenrechte und deren Schutz für sie eine große Bedeutung hätten.

Zudem meinten 55 Prozent der Teilnehmer, dass Israel die Menschenrechte besser schütze als andere westliche Demokratien. Beim Vergleich mit den Ländern des Nahen Ostens sagten dies 83 Prozent.
Vor etwa zwei Wochen waren 503 jüdische Israelis telefonisch befragt worden.
Quelle: Israel-Netz 10.12.08

Tags: Allgemeines · Asides
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__________________
a Finn: Haha, I saw a AFA-hippie meeting 30 minutes ago. They had even Lada with soviet flag. Where was the meeting held? In McDonald's of course. They promised to destroy capitalism when they finish their BigMacs.


The price good men pay for indifference to public affairs is to be ruled by evil men.

Plato
 

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