Fussball-Nationalmannschaft kämpft ohne Schweizer Kreuz
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Fussball-Nationalmannschaft kämpft ohne Schweizer Kreuz
Bildlegende: Altes und neues Trikot: Captain Ludovic Magnin und Miss Schweiz Amanda Ammann.
An der Euro 2008 werden die Schweizer Fussballer in Trikots auftreten, auf denen das weisse Kreuz fehlt. Ein "grafischer" Entscheid, so die Erklärung der Verantwortlichen.
Ein Entscheid, der Zähneknirschen provoziert: bei den Konservativen, die Verrat an der Heimat wittern, aber auch bei Ästheten, die mit Hurrapatriotismus nichts am Hut haben.
"Wenn die Schweiz spielt, muss man rote Figuren sehen und von Zeit zu Zeit ein weisses Kreuz in Grossaufnahme", sagt Norbert Eschmann.
Als der heutige Journalist selber noch für die Schweiz spielte, hatte er ein rotes Jersey mit weissem Kreuz getragen. "Ist dieses nicht sichtbar, könnte man meinen, es sei ein Fehler. Ich jedenfalls habe es im Match gegen Nigeria nicht gesehen".
Nationalstolz vermisst
Im Westschweizer Radio äusserte sich Pierre-Albert Chapuisat, auch er ehemaliger Internationaler, nicht gerade wohlwollend über das neue Trikot. Ein "grosser" Irrtum, bedauert der einst als Raubein gefürchtete "Gabet". Für ihn stünde das neue Leibchen einem Dorfclub gut an. Er hätte es sympathisch gefunden, "wenn zumindest etwas Kleines daran erinnerte, dass man Schweizer ist".
Heftig fällt die Kritik des ehemaligen Nationalrats Claude Frey aus. Er verwies - ebenfalls am Westschweizer Radio - auf die letzte Landesausstellung, die Expo02, an der man auch "keine Schweizer Fahnen" wollte. Für den freisinnigen ehemaligen Politiker ist das neue Trikot "an Hässlichkeit kaum zu überbieten. Wäre es noch hässlicher, dann wäre es schon wieder gut", sagt Frey leicht zynisch.
Zum Accessoire verkommen
Noch grösser ist der Ärger in den Reihen der Schweizerischen Volkspartei (SVP). Bereits bei der Präsentation des Trikots für die Weltmeisterschaft 2006 kritisierten die selbsternannten Hüter des helvetischen Patriotismus den Schweizerischen Fussballverband (SFV). Schon damals war ihnen das Schweizer Kreuz zu diskret, obwohl es in Deutschland noch gut sichtbar war.
"Wir sind die Einzigen auf der Welt, die nicht stolz auf die eigene Herkunft sind", hatte vor einem Jahr SVP-Nationalrat Oskar Freysinger erklärt. "Das Schweizerkreuz gehört zu jenen nationalen Symbolen, die von gewissen Kreisen, vor allem den Europa-Befürwortern, immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden".
Jetzt - wie könnte es auch anders sein - befürchtet die Walliser SVP-Sektion (der Oskar Freysinger angehört), dass die Schweizer Fussballer mit den Polen verwechselt werden. Auf ihrem Blog qualifiziert sie "die Entscheidung des SFV als inhalts- und konzeptlos. Vordergründig weckt der Verband patriotische Gefühle, doch in Wahrheit ist es ein ganz und gar unzeitgemässes Accessoire".
Keine Spur von Scham
Über die Angst vor einer Verwechslung mit den Polen kann SFV-Generalsekretär Peter Gilliéron nur lachen. Auch Österreich habe eine rot-weisse Fahne, ganz zu schweigen von Dänemark, Lettland, Japan, Monaco, die Türkei oder Tunesien, erinnert er.
"Auf dem Trikot prangt prinzipiell das Logo des nationalen Verbands", erklärt Gilliéron. Weder der gallische Hahn noch die drei englischen Löwen stammen aus der jeweiligen Nationalflagge. Bemerkenswert ist der Verzicht der Deutschen auf ihren Adler. Sie begnügen sich mit einem Logo aus den Nationalfarben schwarz, rot und gelb.
Schämt man sich beim Verband für das Schweizer Kreuz? "Auf keinen Fall, wir sind sehr stolz, die Schweizer Mannschaft zu vertreten", sagt Peter Gilliéron. "Wir singen die Nationalhymne vor den Spielen und auch alle Spieler sind stolz, dieses Trikot zu tragen".
Verbindung Alt-Neu
Der Verbandsvertreter erklärt das Logo auf dem neuen Schweizer Jersey wie folgt: "Das Kürzel ASF – SFV gibt es seit 25 Jahren. Unser neues Logo ist eine Kombination dieser Buchstaben mit einem älteren Verbands-Logo, das einen Spieler darstellte."
Mit der Verschmelzung dieser beiden Elemente symbolisiert der SFV laut Gilliéron "die Bewegung, die Dynamik und den Drang nach vorne". Im Zuge der Modernisierung machten sich die Buchstaben immer breiter und verdrängten schliesslich das Schweizerkreuz. Obwohl, wie er betont, "man es sehen kann, wenn man will".
Sponsor ist wichtiger
Zu denen, die das weisse Kreuz vermissen, gehört auch Xavier Leuthold, ein junger Unternehmer aus der Westschweiz. Der Mitinhaber des Labels "100% Swiss", dessen T-Shirts, Souvenirs und Gadgets massgeblich zur modischen Renaissance des Schweizer Kreuzes beigetragen haben, beurteilt das neue Logo des SFV als "viel zu kompliziert".
"Es ist schlimm, das Schweizer Kreuz wegzulassen", ereifert sich Leuthold, der, ohne besonders patriotisch zu sein, die Schweizer Flagge neben der japanischen für die Ästhetischste der Welt hält.
Das Rot des Trikots ist für ihn gefährlich nah am Orange. Offenbar sei diese Farbwahl eine Konzession ans Fernsehen. Die Spieler sollten leuchten, genau so wie die Ferrari-Boliden in der Formel 1.
Hätte der Designer Xavier Leuthold geheissen, wäre das Nati-Trikot klassisch ausgefallen: ein Kreuz auf einem runden Hintergrund auf Höhe des Herzens, oder auf den Schultern.
Und natürlich nicht ohne das traditionelle Logo des seit 1978 tätigen Nati-Sponsors, das er "wunderschön" findet: Der elegante Puma springt ins Auge, er ist präsenter als das Kreuz.
"Ob mit oder ohne Kreuz, es gibt Schlimmeres", relativiert Norbert Eschmann. Mehr Sorgen bereiten dem ehemaligen Fussballer die schwankenden Leistungen seiner Nati-Nachfolger, und das sechs Monate vor Beginn der Euro 2008. "Bis jetzt ist es nicht gelungen, eine Mannschaft zu bilden, das bereitet mir mehr Sorgen", sagt Eschmann.
swissinfo, Marc-André Miserez
(Übersetzung aus dem Französischen: Christine Fuhrer)
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Schweizer Fussballer wollen Europameister werden, ohne Schweizer Kreuz auf der Brust - swissinfo
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Aptrgangr sagt:
I am republican anyway 
Lutiferre sagt:
me too, but thats mostly because i am against monarchy
„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“ (Theodor Körner 1791-1813)
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