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Dresden – wie viele starben wirklich?
ZDF-Dokumentation auf Abwegen


Der jüngst im ZDF ausgestrahlte zweiteilige Fernsehfilm „Dresden“, der mit über 12 Millionen Zuschauern bundesweit eine Rekordeinschaltquote erreichte, hat eine öffentliche Debatte über die alliierten Luftkriegsverbrechen gegen die deutsche Zivilbevölkerung entfacht. Zwar war der Film mit zahlreichen antideutschen Klischees behaftet (ständige Hinweise auf eine angebliche deutsche Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg und am Luftterror sowie auf NS-Verbrechen an Juden durften naturgemäß nicht fehlen). Die Zerstörung der Stadt Dresden wurde aber mit aufwändig gedrehten Filmszenen in einer für das Fernsehen ungewohnt drastischen Art und Weise dargestellt. „Heiße Eisen“ wie die Tieffliegerangriffe auf den Elbwiesen oder die Frage der Opferzahlen klammerte der Streifen dagegen aus. Dresden ging im bundesrepublikanischen Fernsehen daher gewissermaßen „politisch korrekt“ unter. Geradezu absurd war die erfundene Liebesgeschichte zwischen einer deutschen Krankenschwester und einem britischen Bomberpiloten, in die der gesamte Film eingebettet war. Auf diese Weise wollten die Filmemacher offenbar krampfhaft einen Engländer zur – positiv besetzten – Hauptfigur des Filmes machen, um von dem schrecklichen Leid deutscher Frauen, Kinder und Greise in Dresden abzulenken.

Den Vogel schoss allerdings die vom ZDF zu „Dresden“ begleitend ausgestrahlte TV-Dokumentation „Der Feuersturm“ ab. Dort wurde in der letzten Woche erneut die Behauptung aufgestellt, „25.000 Menschen“ hätten bei der Bombardierung Dresdens den Tod gefunden. Was aber ist dran an dieser in den Medien weit verbreiteten Opferzahl?
Im polizeilichen Tagesbefehl vom 22. März 1945 ist von 202.040 bis zu diesem Zeitpunkt registrierten Toten die Rede. Es gibt jedoch Hinweise dafür, dass auch nach diesem Tag bis weit in die Wiederaufbaujahre hinein Bombenopfer in großer Zahl tot geborgen worden sind. Am 30. April 1945 wurde der Berliner Reichskanzlei laut Major a. D. Matthes eine vorläufige Zahl von 253.000 Todesopfern des Terrorangriffs auf Dresden gemeldet.
Auch der Luftkriegshistoriker Dr. Wolfgang Schaarschmidt hat sich in seinem Buch „Dresden 1945 – Daten, Fakten, Opfer“ des brisanten Themas angenommen. Der Autor hat das Inferno von Dresden als Vierzehnjähriger selbst erlebt und überlebt. Er redet daher nicht wie viele neudeutsche Historiker wie ein Blinder von der Farbe, sondern weiß, wovon er spricht bzw. schreibt.

Schaarschmidt verdeutlicht, dass die Zahl der Toten nach dem Krieg zum Spielball von Ideologie und Politik wurde. Je nach Standpunkt wurden die Opferzahlen geschönt oder übertrieben. Erst seit der Öffnung der Archive in Mitteldeutschland nach der Wende im Jahr 1990 wurde eine wirklich zuverlässige Schätzung möglich. Auf der Basis dieser neuen Quellen zeichnet der Verfasser das oft unwürdige Spiel der Politik mit den Opfern nach und stellt die bislang kolportierten Opferzahlen auf den Prüfstand.

Die meisten Toten wurden nie gefunden


Schaarschmidt stellt klar, dass niemand je erfahren wird, wie viele Menschen tatsächlich den Tod fanden. Er selbst hält eine Opferzahl von 135.000 bis 150.000 für die wahrscheinlichste. Die von bundesrepublikanischen Massenmedien verbreitete Zahl von „25.000 Toten“ ist seiner Auffassung nach zumindest unhaltbar. Denn: Nur wenige Opfer konnten überhaupt identifiziert werden, Berge von Leichen wurden verbrannt, die meisten Toten wurden nie gefunden. Neben der Frage der Opferzahlen verdeutlicht der Autor auch die ganze Dimension des Angriffs auf Dresden als Kriegsverbrechen ohne zeitgeistige Tabus. Für ihn steht fest: Der Angriff galt der Kulturstadt Dresden und ihren Bewohnern. Kriegswichtige Anlagen wie Fabriken und Kasernen blieben dagegen verschont. Ziel des strategischen Bombenkrieges der Alliierten gegen Deutschland war der Tod möglichst vieler Menschen, um die Moral des deutschen Volkes zu brechen, was allerdings nicht gelang.
Schaarschmidt leistet einen wichtigen Beitrag auf der Suche nach der Wahrheit hinsichtlich der Opferzahlen und der alliierten Luftkriegsstrategie im Allgemeinen. In einem spannenden Exkurs widmet er sich zudem den Tieffliegerangriffen auf Dresden am 14. Februar 1945 (Elbwiesen).
Trotz unzähliger übereinstimmender Augenzeugenberichte, versuchen antideutsche Meinungsmacher und bundesrepublikanische „Historiker“ heute die Tieffliegerangriffe auf Dresden mit dem Argument zu leugnen, diese seien bloße „Einbildung“ der Betroffenen gewesen. Dem brisanten Thema widmet sich auch der zur Zeit in Österreich inhaftierte weltberühmte britische Historiker David Irving in seinem Buch „Der Untergang Dresdens – Feuersturm 1945“. Irving: „Als der amerikanische Angriff um 12 Uhr 23 zu Ende ging, rasten die siebenunddreißig P 51 der Gruppe A der 20. Jagdgruppe zusammen mit den A-Gruppen der anderen drei über Dresden eingesetzten Jagdgruppen im Tiefflug über die Stadt. Nach Augenzeugenberichten schienen die meisten Piloten erkannt zu haben, dass die sichersten Angriffsflüge entlang den Elbufern durchgeführt werden konnten. Andere griffen den Verkehr auf den aus der Stadt führenden Straßen an, die mit Menschenkolonnen verstopft waren. Aus der A-Gruppe der 55. Jagdstaffel flog eine P 51 so tief, dass sie in einen Wagen raste und explodierte.“

Menschenjagd mit Tieffliegern

Besonders auf den Elbwiesen wurden Abertausende durch Tieffliegerbeschuss getötet. Es kam zu einer regelrechten Menschenjagd. Die US-amerikanischen Terrorflieger griffen auch die im Süden an den Großen Garten grenzende Tiergartenstraße an. Hier hatten die Überlebenden des berühmten Dresdner Kreuzchors Schutz gesucht. Der Kreuzkantor Rudolf Mauerberger erinnert sich: „Ich rannte zurück auf die Johann-Georgen-Allee, wo inzwischen Tiefflieger in die hockende Menge hineingeschossen hatten. Ein grauenvolles Bild (...). Auf der Tiergartenstraße schossen Tiefflieger ebenfalls in die Menge.“ Der englische Autor Frederick Taylor rechtfertigte in seinem Buch „Dresden – Tuesday 13 February 1945“ den Luftangriff auf Dresden als. „nach den Standards der damaligen Zeit militärisch gerechtfertigt“. In Dresden habe es zahlreiche Fabriken der Rüstungsindustrie gegeben. Außerdem habe die Stadt als wichtiger Verkehrsknotenpunkt gedient. Vor allem die britische Boulevardpresse feierte Taylor daraufhin überschwänglich. Die Zeitung „Express“ titelte: „Warum wir recht hatten, Dresden kaputt zu machen.“
Dass es sich bei Taylors Thesen jedoch um Unsinn handelt, liegt auf der Hand: Zum einen war Dresden zum Zeitpunkt des anglo-amerikanischen Luftangriffs mit Hunderttausenden Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten überfüllt, wovon die Alliierten auch Kenntnis hatten. Zum anderen war das Zielgebiet der britischen Bomberverbände in der Nacht des 13. Februar 1945 eindeutig das Zentrum der sächsischen Kulturmetrople. Dort aber befanden sich keinerlei Rüstungsbetriebe, sondern vor allem Wohnhäuser und historisch wertvolle Baudenkmäler. Nachdem ein verheerender Feuersturm das alte Dresden in Schutt und Asche gelegt hatte, veranstalteten am nächsten Tag zudem Tiefflieger eine gezielte Menschenjagd auf Überlebende. Was daran „militärisch gerechtfertigt“ gewesen sein soll, bleibt ein Geheimnis des Frederick Taylor, der vom Völkerrecht offenbar nicht den Schimmer einer Ahnung hat.

„Greatest single holocaust by war“


Das Völkerrecht verbietet in der Haager Landkriegsordnung und den Genfer Konventionen Angriffe auf Zivilisten ohne jede Einschränkung. Die Haager Landkriegsordnung besteht bereits seit 1907 und existierte 1945 also fast schon vierzig Jahre lang. Es ist daher absurd und muss für die Angehörigen der Opfer wie blanker Zynismus klingen, wenn Taylor die Legitimität des Angriffs auf Dresden mit den „Standards der damaligen Zeit“ rechtfertigen will.
Die Bombardierung von Dresden war eindeutig ein durch nichts zu rechtfertigendes Massaker an Wehrlosen. Der britische Diplomat und Publizist Harold Nicolson sprach treffend vom „greatest single holocaust by war“.
Ganz im Gegensatz zu Frederick Taylor, den der qualvolle Tod Hunderttausender Zivilisten offenbar nicht im mindesten zu stören scheint, haben übrigens bereits während des Krieges zahlreiche couragierte Engländer, wie etwa George Bell, der Bischof von Chichester, den Bombenterror gegen die deutschen Städte scharf kritisiert. Unter Tumult verkündete Bischof Bell am 9. Februar 1944 im britischen Oberhaus: „Ich verlange, dass die Regierung zur Rechenschaft gezogen wird wegen ihrer Politik der Bombardierung feindlicher Städte im gegenwärtigen Umfang, insbesondere was Zivilisten, die keine Kombattanten sind, und nichtmilitärische und nichtindustrielle Ziele angeht.“ Weiter führte der Bischof aus: „Gomorrha (Luftangriff auf Hamburg im Juli 1943, d. Red.) ist nicht Notwehr! (...) 45 Prozent mehr weibliche als männliche Tote. 20 Prozent der Toten jünger als 14 Jahre (...). Eine Frage: Ist ein Pilot, der vorsätzlich Wohnzentren verbrennt, noch als Soldat anzusprechen?“

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Wahrheit kann, für blind in Lüge Lebende, verwirrend wirken!

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