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Default Die entstehungsgeschichte der Division Charmalange

Vollkommen Wertfrei zur Verfüngung gestellt.

Zu Beginn des Krieges zählte die Waffen-SS kaum mehr als 40.000 Mann, davon eine große Anzahl Östmärker und Sudetendeutsche, die sich als Freiwillige, nach Eingliederung ihrer Heimatgebiete, gemeldet hatten.

Am 1.April 1940 berief Heinrich Himmler an der Spitze des SS-Hauptamtes den SS-Obergruppenführer Gottlob Berger und gab ihm freie Hand zur Aufstellung von Freiwilligen-Einheiten aus Ländern jenseits der Reichsgrenzen; demzufolge eilten sehr zahlreich Deutsche aus Danzig, Polen, dem Protektorat Böhmen und Mähren, den Balkanstaaten und Ungarn zu den schwarzen Fahnen mit den Silberrunen.

Am Ende des Westfeldzuges stieg die Stärke der Waffen-SS auf über 100.000 Mann an. Nach der Besetzung Dänemarks, Norwegen, der Niederlande und Luxemburgs meldeten sich erstmals nichtdeutsche Freiwillige in großer Zahl Ihre Abstammung aus germanischen Ländern ließ Himmler von der Schaffung eines nordisch bestimmten germanischen Reiches träumen. Aus den neuen Regimentern Nordland und Westland und dem alten deutschen Regiment Germania entstand Ende 1940 die Division Wiking.

Mit der Ausweitung des Krieges wurde auch der weltanschauliche Gesichtskreis der Waffen-SS größer. Dies machte sich besonders bemerkbar, als am 22.Juni 1941 der Krieg im Osten begann. Hitler hatte oft genug betont, dass die Befreiung von der bolschewistischen Gefahr eine europäische Aufgabe sei. Diese Ansicht war selbstverständlich auch in der weltanschaulich und politisch geschulten Waffen-SS verankert, deren Flexibilität im politischen und militärischen Bereich in der Folgezeit besonders auffällig hervortrat und das Dynamische und Faszinierende dieses soldatischen Ordens deutlich erkennen ließ. Schon 1940 hatte sich im SS-Hauptamt eine Entwicklung angebahnt, die den Rahmen der bisher noch verhältnismäßig kleinen Waffen-SS sprengte. Der in diesem Amt befindliche Schweizer Arzt und SS-Sturmbannführer Dr. Franz Riedweg setzte sich sowohl derbei SS-Obergruppenführer Berger als auch bei Himmler mit der Idee durch, dass die Waffen-SS in ihrer Gesamtstruktur keine rein deutsche Angelegenheit bleiben dürfe und auch keine germanische Sammlung, sondern auf alle Nationen des Abendlandes, ja sogar über dessen Begrenzung hinaus, ausgedehnt werden müsse.

In Sennheim im Elsaß wurde ein Lager geschaffen, in dem SS-Freiwillige aus allen europäischen Ländern neben der harten sportlichen und militärischen Ausbildung auch im Geist der Waffen-SS mit der nationalsozialistischen Weltanschauung vertraut gemacht und für die Aufgaben in einem neuen Europa, nach dem Krieg, geschult wurden. Daneben wurde in der SS-Junkerschule in Bad Tölz ein europäisches Führerkorps herangebildet, das in jeder Hinsicht eine Auslese darstellte. Am Ende des Prozesses - der ja im Krieg unter schwierigsten Umständen verlief - stand eine europäische Armee, in der zum ersten Mal in der Geschichte eine geschlossene Gemeinschaft kämpfen sah: Deutsche, Franzosen, Schweizer, Flamen, Wallonen, Holländer, Dänen, Norweger, Schweden, Finnen, Italiener, Spanier, Kroaten, Slowenen, Muselmanen, Galizier, Ungarn, Bulgaren, Polen, Ukrainer, Russen, Letten, Esten, Asserbeitschaner, Turkmenen, Kaukasier, Engländer und selbst Hindus, Jugend aus 32 Nationen, über eine Million Freiwillige in 38 Divisionen und zahlreichen Sondereinheiten. So wie in Deutschland durch den Nationalsozialismus der Klassenkampf überwunden worden war, so war mit dieser europäischen Waffen-SS eine Bewegung entstanden, die außerhalb jedes alten Parteienstreits, jedes engstirnigen nationalstaatlichen Denkens, jeder spaltenden Eigensucht im Fegeféuer des unbarmherzigen Ostkrieges die Grundlagen eines neuen, unabhängigen, lebensfrohen Europas vorbereitete. Dies ist der eigentliche Grund warum die Sieger von 1945 die Waffen-SS besonders verfolgt haben und noch heute verfolgen.

Ein Phänomen besonderer Art, aber durchaus logisch in der Entwicklung, stellte in diesem Zusammenhang der Einsatz der französischen Freiwilligen dar. Frankreich und Deutschland lagen sich einander ein Jahrtausend als Rivalen auf dem Kontinent gegenüber. Geopolitische Überlegungen fehlten. Das politische Testament Richelieus hatte jahrhundertelang das Denken und Handeln der französischen Führungsschicht bestimmt und zu einem fortgesetzten Aderlaß auf beiden Seiten geführt. Der unpopulärste Krieg zwischen beiden Nationen war zweifellos der von 1940.

Der Nationalsozialismus hatte schon in den Vorkriegsjahren eine gewisse Ausstrahlung auf das Nachbarland ausgeübt. Das Erscheinen deutscher Soldaten in Frankreich im Jahr 1940 brachte der französischen Bevölkerung unerwartet einen anderen Menschentyp zu Gesicht, als ihn die Propaganda, auch beeinflußt durch einige deutsche Emigranten, der Öffentlichkeit immer wieder darstellte. Die Front- und Jugendgeneration begann umzudenken.

Am 7.Juli 1941 - einige Wochen nach Beginn des deutschen Präventivschlages in Rußland - riefen die Parteiführer der fünf großen Parteien , die für eine Zusammenarbeit mit Deutschland (Kollaboration) eintraten, die Franzosen auf, sich am Kampf gegen den Bolschewismus zu beteiligen. In wenigen Tagen meldeten sich aus dem besetzten und unbesetzten Frankreich mehr als 13.000 Freiwillige. Am 25.Juli wurde der Entschluß, eine Freiwilligen-Legion aufzustellen, in der Presse veröffentlicht. Am 5.August 1941 wurde “La Légion des Volontaires Francais” (LVF) feierlich gegründet. Schirmherr war ein Gremium hervorragender Persönlichkeiten, u. a. Kardinal Baudrillart, Mitglied der Académie Francaise und Rektor der katholischen Universität in Paris, Domherr Tricot, der Präsident des französischen Presseverbandes Luchaire, der Schriftsteller Alphonse de Chateaubriant und viele andere, Gelehrte, Juristen, Industrielle, Generäle.

Bald begann die Musterung in einer Kaserne in Versailles, 5800 Mann wurden von der deutsch-französischen Komission für felddiensttauglich befunden. Gesetze regelten den militärischen Status. Die Freiwilligen trugen deutsche Uniformen mit einem blau-weiß-roten Schild am rechten Oberarm. Nach einer harten Ausbildung im Lager Demba in Polen wurde schließlich die Legion als Infanterieregiment 638 der 7.deutschen Infanteriedivision unterstellt.

Mit Eintritt des Winters 1941 gelangten die Franzosen in den Mittelabschnitt. Im Dezember - bei

40 Grad Kälte - kämpften sie an den Ufern des Djukowo-Sees, 60 Kilometer vor Moskau, und zeichneten sich durch ihre Standhaftigkeit und Tapferkeit besonders aus. Infolge starker Verluste durch die ungewöhnliche Kälte wurde Anfang 1942 die Division abgelöst, im Lager Kruszyna/Polen wieder aufgefrischt und dann bis Sommer 1944 ausschließlich im nicht minder erbitterten Partisanenkampf im Mittelabschnitt eingesetzt. Mit den Orten Mogilew, Orscha, Gomel, Briansk, Tolotschin, Bobr und Borissow sind Ruhmesblätter der Legion verbunden. Hier hatte sie beispiellose Erfolge, so dass sie des öfteren im OKW-Bericht lobend erwähnt wurde. Zu dieser Zeit standen die selbstständig operierenden Bataillone unter dem Befehl des französischen Generals Puaud.

Bei der russischen Offensive Juni/Juli 1944 erwähnte der sowjetische Heeresbericht den besonders hartnäckigen Widerstand von “zwei französischen Divisionen”, nicht wissend, dass es sich um nur 1000 Mann handelte, die 48 Stunden lang und lediglich von ein paar “Tiger”-Panzern unterstützt, weit überlegene russische Streitkräfte in Stärke von zwei Panzerdivisionen aufhielten.

Weitere Einsätze von französischen Freiwilligen waren auf den Balkan und in Italien im Kampf gegen Partisanen und schließlich in Ungarn gegen die Rote Armee, wo sie teilweise, auch nach Aufstellung der Division Charlemagne, in den örtlichen Kampfeinheiten verblieben.

Nach und nach meldeten sich immer mehr französische Freiwillige, welche bei der Organisation Todt am Atlantikwall beschäftigt waren, auch in Deutschland und Norwegen fanden diese Freiwilligen Verwendung. Sie hatten hier vor allem den Verpflegungsnachschub zu den Stützpunkten im Hohen Norden abzusichern. Auch aus diesen Reihen stießen 1944 zahlreiche Freiwillige zur Division Charlemagne.

Ein weiteres Tausend französischer Freiwilliger diente als Lkw-Fahrer in der NSKK-Transportgruppe (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) Todt, der NSKK-Transportstandarte Speer, der Technischen Nothilfe (TENO), in der Heimat-Flak in Deutschland oder als Wachposten bei der Kriegsmarine-Werftpolizei im U-Bootstützpunkt La Pallice.

Einen hohen Blutzoll zahlten die Franzosen in Tunis. Nach dem Waffenstillstand in Frankreich hatte ein Ordnungsdienst, der aus dem französischen Frontkämpferverband gebildet worden war, die “Phalange Africaine” gegründet. Als am 8. November 1942 die alliierten Streitkräfte in Nordafrika landeten, entstand eine gefährliche Bedrohung für das Afrikakorps des Marschalls Rommel. Deutsche Einheiten landeten auf dem Flugplatz El-Aouina. Nach anfänglichen Reibungen und Mißverständnissen wurde schließlich eine französische Kampeinheit aufgestellt, die der 334. Infanteriedivision unter Generalleutnant Friedrich Weber zugeteilt wurde. In den Kämpfen vom

9.bis 28. April 1943 zeichnete sich diese französische Freiwilligeneinheit durch ein außergewöhnliches Maß an Tapferkeit aus. Als das Afrikakorps der feindlichen Übermacht weichen mußte, wurde die französische Einheit am 7.Mai 1943 aufgelöst. In Ermangelung von Schiffen konnten die Männer nicht nach Frankreich gelangen. Der Schutz des Monsignore Gounod, Primas der katholischen Kirche in Karthago, unter dem die Freiwilligen standen, konnte nicht verhindern, dass anschließend die gaullistische Regierung von Algerien den größten Teil der Freiwilligen erschießen ließ.

Es ist abschließend schwer zu sagen, wie viele Franzosen insgesamt auf deutscher Seite gekämpft haben. Nach vorsichtiger Schätzung dürften es etwa 30.000 Mann gewesen sein, die in den bisher genannten Einheiten standen. Aber weitere 30.000 Mann müssen den zahlreichen anderen Verbänden zugezählt werden, die auf deutscher Seit im Einsatz waren, so unter anderem Polizeieinheiten, Division Brandenburg, Division Großdeutschland, SS-Division Totenkopf, SS-Division Wiking.

An der Ostfront waren zwischenzeitlich auch französische Freiwillige der 18. SS-Freiwilligen-Panzergrenadierdivision zugeteilt worden. Nach heftigen Kämpfen gegen die Rote Armee wurden sie zur Erholung von der Front zurückgezogen. Zu diesem Zeitpunkt war - auf Grund der ausgezeichneten Leistungen der Franzosen - bereits der Entschluss gefasst worden, diese mit den Resten der Legion und neuen französischen Milizionären zu einer neuen Waffen-SS-Division zusammenzufassen.

Am 1.September 1944 fand in der Kaserne der ehemaligen Unteroffizierschule in Greifenberg die feierliche Gründung der neuen französischen SS-Division Charlemagne (benannt nach “Karl der Große”/französische Nr.1) statt. Anschließend wurden die in Konitz zusammengestellten Einheiten auf den Truppenübungsplatz Wildflecken in der Rhön verlegt. Hier trafen am 5. November 1500 Angehörige der Miliz ein, die zuvor auf dem Truppenübungsplatz Heuberg gelegen hatten. Außerdem meldeten sich täglich noch weitere Freiwillige, die bisher in anderen Einheiten der Wehrmacht oder sonstigen Organisationen ihren Dienst versehen hatten.

Die Zusammenfassung aller dieser Einheiten ergab eine Divisionsstärke von 7000 Mann, deren Kommando der bisherige Chef der Legion, der französische Brigadegeneral und jetzige Oberführer der Waffen-SS Puaud übernahm. Das deutsche Verbindungspersonal wurde von der Inspektion der französischen Freiwilligen-Verbände der Waffen-SS unter Führung von SS-Brigadeführer Dr. Gustav Krukenberg gestellt.

Im Laufe der Zeit fand sie unter schweren aber auch einzigartigen Abwehrkämpfen, mit herrausragendenen Leistungen an der sch immer mehr zurückziehenden Ostfront, ihren Weg in die Reichshauptstadt.

Dort kämpfte sie erfolgreich und gnadenlos im südlichen Berlin, wo sie bemerkenswerte Erfolge gegen die eindringende Rote Armee erzielt hatte. Viele vernichtete Panzer der Roten Armee gingen auf das Konto der letztendlich übrig gebliebenen 300 Mann der SS-Division Charlemagne. Mehrere Handvoll Männer dieser Division umkämpften noch in den letzten Kriegstagen die Reichskanzlei.

Die Reste der Division gerieten in Kriegsgefangenschaft, wobei viele nach dem Krieg Standrechtlich erschossen bzw. hingerichtet wurden.
Der Mut dieser Männer lässt sich noch heute durch etliche Ehrenauszeichnungen bestätigen.
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Default Re: Die entstehungsgeschichte der Division Charmalange

Sehr guter Artikel!
Ich hatte bereits hier über die Division Charlemagne gesprochen :

Division Charlemagne

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