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Default Du und deine Volksgenossen

Vollkommen Wertfrei zur Verfügung gestellt.






Du und Deine

Volksgenossen


Ein Wegweiser zu neuzeitlichen Umgangsformen

Von

Heinz Leder






Gewidmet

Der deutschen Jugend des Dritten Reiches





Motto:

„Es ist nicht damit getan, sittliche Forderungen
aufzustellen, sondern man muß sie an sich selber
vollstrecken, um ihnen Leben zu geben!“
Walter Fler.

Inhaltsverzeichnis




Was will dieses Buch?





Die Voraussetzungen liegen in Dir selbst!

1.Wenn es keine Grundsätze für Umgangsformen gäbe

2.Weltanschauung und Religiosität sind die entscheidenden Grundlagen

3.Gibt es Unterschiede bei den Umgangsformen?

4.Was in diesem Buche nicht zu finden ist

5.Was versteht man unter Bildung?

6.Selbstbeherrschung ist die Medizin der Eintracht

7.Freudestimmung als Kraftquelle

8.Gesinnungs – Akrobaten

9.Hammer oder Amboß

10.Pünktlichkeit läßt Rückschlüsse auf den Charakter zu

11.Die Höflichkeit hat einen neuen Sinn bekommen

12.Die deutsche Jugend

13.Das deutsche Mädchen und die deutsche Frau unserer Zeit

14.Der deutsche Mann

15.Wem ist man Achtung schuldig?

16.Der Mann in seinem Veralten gegenüber Frauen und Mädchen

17.Junge Mädchen und Frauen gegenüber Männern

18.Wenn zwei verlobt sind!

19.Ehegatten untereinander

20.Welchen Eindruck macht Ihre äußere Erscheinung?

a)Die Kleidung

b)Von der Körperpflege

c)Der Gesichtsausdruck

d)Gang und Haltung

e)Buntes Allerlei



Sitten der Umgangsformen

1.Vom Vorstellen

2.Besuche als Sitte der Volksverbundenheit

a)Junge Leute besuchen sich

b)Eine Einladung bei Vorgesetzten

c)Höflichkeitsbesuche

d)Krankenbesuche

e)Randbemerkungen

3.Etwas vom Briefschreiben

4.Als Gast in fremden Heimen

5.Mieter und Vermieter

6.Herzliche Grüße zu - - -

7.Vom Schenken und von Trinkgeldern

8.Und nun – wie ist’s bei Tisch?

a)Wie man sich verhalten soll

b)Einiges vom Tischdecken

c)Vom Essen verschiedener Speisen

d)Übung macht den Meister

9.Eine Schule der Umgangsformen ... ?

10.Der Fernsprecher weckt!

11.Wenn man Bücher verleiht oder entleiht



Sprache und Volksgemeinschaft

1.Vom Sprechen

2.Von der Kunst der Gesprächsführung

3.Schwatz und Klatsch!

4.Ein heikles Kapitel: Witze und Anekdoten

5.Worüber kann man sich unterhalten?



Unser Verhalten in der Öffentlichkeit

1.Zwei auffällige Typen

2.Nur nicht drängeln

a)Auf der Straße

b)Beim Radfahren

c)In der Straßenbahn und im Autobus

d)In der Eisenbahn

3.Wenn Sie ausgehen!

a)In den Gaststätten

b)Im Theater, im Kino, bei Vorträgen und Konzerten

c)Auf dem Tanzabend

4.Herr Lehmann lädt zu einer Autofahrt

5.In Deutschlands Gauen und in fremden Landen



Der Mensch im Berufskreis

1.Zum ersten Mal auf dem Arbeitsplatz

2.Vorgesetzter oder Führer?

3.Der Führer und seine Gefolgschaft

4.Gefolgschaftstreue

5.Berufskameradschaft



Wir und die Juden



Eintreten fürs Ganze

1.Gewissen und Volksgemeinschaft

2.Die Aufgaben an der Volksgemeinschaft






Was will dieses Buch?


Die meisten deutschen Familien werden ein Buch vom „guten Ton“, oder wie es sonst heißen mag, besitzen. Fast alle diese Bücher gehen von dem Standpunkt aus, daß es für das private und berufliche leben nützlich und vorteilhaft sei, gute Umgangsformen zu haben. Das vorliegende Buch gründet auf einer anderen Gedankeneinstellung.

Der Verfasser sieht in der Forderung nach gutem Benehmen vor allem diesen Sinn: das richtige Benehmen den Volksgenossen gegenüber soll dazu beitragen, die Bildung und die Vertiefung unserer Volksgemeinschaft zu fördern!
Dieses hohe Ziel können wir nur dann erreichen, wenn wir in jeder Lebenslage unseren Volksgenossen gegenüber das richtige Verhalten finden. Das ist aber erst dann möglich, wenn wir das gute Benehmen nicht nur in äußeren Formen sehen, sondern vor allem in der inneren Einstellung zu den Mitmenschen und im Taktgefühl. Diese beiden Faktoren müssen unser Verhalten zu den Mitmenschen bestimmen.

Gelingt es uns allen auf diese Weise in unserem Charakter die Fähigkeit zu wecken und zu entwickeln, aus natürlichen Empfinden heraus stets die richtige Haltung unseren Volksgenossen gegenüber einzunehmen, - dann wird sich dieses Verhalten für die Bildung einer wahren Volksgemeinschaft äußerst förderlich erweisen und uns auch – als natürliche Rückwirkung von der Gemeinschaft auf uns – im privaten und beruflichen Leben Freude und Erfolg geben.

Wer aber allein aus beruflichen Erfolgsgründen sich jenes Benehmen aneignen wollte, würde wahrscheinlich an äußeren Formen hängen bleiben. Es kommt leider noch zu häufig vor, daß jemand nach außen hin, wenn es auf irgendwelchen Vorteil ankommt, vorbildliches Benehmen zeigt, - aber dort, wo eine Förderung persönlicher Ziele nicht in Frage kommt, entpuppen diese Menschen krasse Rücksichtslosigkeit gegenüber ihrer Umgebung. Diese „Radfahrer-Gesinnung“, -- nach oben wird gekatzbuckelt, nach unten getreten! – wird von diesem Buche aufs schärfste bekämpft, denn sie zerstört die Volksgemeinschaft. Anständige Gesinnung und vorbildliches Verhalten muß allen Volksgenossen bewiesen werden. Was unter vorbildlichem Verhalten zu verstehen ist, ergibt sich für uns Deutsche aus der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Wer ein wahrhafter Nationalsozialist ist, wird durch die Ideen seiner Weltanschauung von selbst zu vorbildlichem Verhalten gegenüber seinen Volksgenossen geführt.

Und doch, - weder die weltanschauliche noch eine religiöse Gesinnung können alle Bräuche und Sitten begründen, weil sie zum Teil aus Zweckmäßigkeit und praktischen Erwägungen heraus angewendet werden. So können wir z. B. keine sittliche Begründung dafür finden, daß wir auf der Straße rechts ausweichen oder daß wir das Messer rechts und die Gabel links vom Teller legen. Und auf diese Umgangsformen muß man aufmerksam gemacht werden. Man kann sie nicht von allein finden. So soll dieses Buch nicht zuletzt diesen Zweck dienen.

Alles Neuschaffen auf irgendeinem Gebiete menschlichem Wirkens muß sich nach den Grundgesetzen unserer Weltanschauung ausrichten. Diese richtungsweisenden Gesetze, die sich in Form und Geist auf jedem Teilgebiete des Neuschaffens zeigen müssen und die für die restlose Verwirklichung unserer Weltanschauung Garanten sind, heißen: Volksgemeinschaft, Opferbereitschaft für die Volksgenossen ("Gemeinnutz geht vor Eigennutz") und Heilighaltung des Ehrgefühls. Alles Neugeschaffene auf materiellen und auf geistigen Gebieten, erhält erst durch die Prüfung auf die Übereinstimmung mit diesen Grundsätzen das Urteil darüber, ob es für das neue Reich wertvoll ist.
In diesem Geiste wurde dieses Buch geschrieben. Die Leser mögen entscheiden, ob es ihnen von Nutzen sein kann oder nicht.





Heinz Leder.




Die Voraussetzungen liegen in Dir selbst!

Wenn es keine Grundsätze für Umgangsformen gäbe ...


dann würden die Menschen so leben, wie es ihnen gefällt. Über diese vollkommen unbeschränkte Freiheit verfügen nur wenige Menschen und das sind die Einsiedler. Sie brauchen auf niemanden als auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. In dem Augenblicke aber, wo sie mit anderen Menschen zusammenleben, entstehen ganz von selbst bestimmte Bräuche und Regeln für das gegenseitige Verhalten. Wäre das nicht der Fall, öffneten sich Tür und Tor für Schlechtigkeiten aller Art. Der Stärkere würde in jedem Fall über den Schwächeren triumphieren. Der Egoismus in krassester Form käme zur Herrschaft.

Das Schicksal aber hat in allen Menschen den Trieb zur Geselligkeit, zur Gemeinschaft gelegt, und in der Vorzeit der Menschheitsgeschichte führten drohende Gefahren der Naturgewalten die Menschen zusammen und ließen das Zusammengehörigkeitsgefühl, das durch die Bande des Blutes bereits in der Anlage vorhanden war, mehr und mehr zur Entwicklung kommen. Das Gefühl des Aufeinanderangewiesenseins wurde immer stärker. Und so entstanden aus dem täglichen Kampf ums Dasein schon beizeiten bestimmte Verhaltungsgrundsätze, die das naturnotwendige Zusammenleben der Menschen regelten.

Diese naturgeborenen, zunächst ungeschriebenen, Gesetze sagten des Menschen, was sie zu tun und zu lassen haben, um ihre Mitmenschen gut auszukommen und zusammenleben zu können. So haben also die Gewohnheiten, die wir als das gute Benehmen bezeichnen, einen außerordentlich bedeutungsvollen Sinn und vor allen Dingen: einen naturgegebenen Anfang. Später haben die Menschen das Verhalten in bestimmte Formen gepreßt und aus natürlichen Regeln wurden künstliche, von Menschengeist konstruiert.

Wenn wir heute ein Buch über diesen konstruierten "guten Ton im Umgang" lesen, dann werden wir vieles als krampfhaft bezeichnen müssen, und wir werden nur ein Kopfschütteln dafür übrig haben. Diesen Geist atmen aber noch viele Bücher, die heute in den Hausbibliotheken deutscher Familien stehen.

Wie in so vielen Dingen des deutschen Lebens der Nationalsozialismus auf den ursprünglichen Sinn dieser oder jener Einrichtung zurückging, um den Grundideen unserer Weltanschauung zum Durchbruch zu verhelfen, so muß auch sein Buch, das Richtlinien für das richtige Verhalten zu den Volksgenossen aufstellen will, auf den Ursprung dessen zurückgehen, was wir als Umgangsformen zu bezeichnen gewöhnt sind

Alle Winke und Hinweis die diese Blätter in dieser Hinsicht geben, gehen davon aus, daß diese Verhaltungsregeln ihre natürliche Ursache haben. Der Leser muß auf Schritt und Tritt verstehen können, warum dieses und jenes Verhalten als richtig angesehen wird. Wenn es auch gefährlich ist, dem Satz "Alles, was natürlich ist, ist zweckmäßig!" eine absolute Geltung zuzumessen, so hat sich aber der Verfasser doch in hohem Garde bei der Aufstellung der Grundsätze für richtiges Verhalten von dieser Anschauung leiten lassen.

Die Grenzen des Natürlichen liegen dort, wo der Zweck solcher Regeln auftaucht und der Zweck kann ja nur der sein, das Zusammenleben der Menschen in möglichst reibungslose Bahnen zu lenken. Für uns Deutsche ist der Zweck derartiger Regeln einzig und allein der, die Bildung einer wahrhaften Volksgemeinschaft zu fördern.

Neben den Gesetzen, die der Staat für das Zusammenleben der Menschen aufstellt, gibt es aber noch eine Fülle von ungeschriebenen Gesetzen, an die wir uns halten müssen. Diese ungeschriebenen Gesetze, von denen es ungleich mehr gibt als geschriebene, aufzudecken, ist eine Aufgabe dieses Buches. Wer gegen diese geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetze verstößt oder es unterläßt, nach ihnen zu handeln, wird immer gegen die anderen anlaufen und sich damit automatisch als Zerstörer der Volksgemeinschaft aus ihrer ausschließen. Ein Mensch mag noch so tüchtig sein in seinem Berufe - wenn er ungehobelte Umgangsformen hat, wird er auch dann, wenn er gegen die geschriebenen Gesetze des Staates nicht verstößt, doch der Nichtachtung seiner Volksgenossen verfallen.







Weltanschauung und Religiosität sind die entscheidenden Grundlagen.


Das eine sei von vornherein gesagt: es gibt keine festen Regeln für den Einzelfall unseres Benehmens. Sondern das richtige Verhalten ist in jedem Falle, auch in denen, die sich sehr ähneln, verschieden. Wie sich der einzelne dann verhält, das hängt von seiner inneren Einstellung gegenüber seinen Volksgenossen ab. Die innere Einstellung eines Menschen zu seiner Umwelt bestimmt seine Weltanschauung, die ihn beherrscht. Wenn wir früher in unseren Umgangsformen so manche Vorschrift hatten, die uns gekünzelt und bei rechtem Licht besehen unverständlich und übertrieben vorkam, dann lag das eben daran, daß uns falsche Weltanschauungen gefangen hielten.

Uns Deutschen ist nun durch eine erst in später Zukunft voll zu würdigenden Fügung des Schicksals eine Weltanschauung beschert worden, die uns Aufklärung über den wahrhaften Sinn unseres Daseins brachte. Wer die mit seinem ganzen Sein erfaßt und sich von ihr durchdringen läßt, der wird, ja der muß in sich die Liebe zum Volksgenossen zu voller Entwicklung kommen lassen und damit ist der eine Ausgangspunkt für das allein richtige Verhalten zu unseren Mitmenschen gleichen Bluter gegeben. Wer ein wahrhafter Nationalsozialist ist, wird von einer unerschöpflichen und unbeirrbaren Liebe zu seinen Volksgenossen erfüllt sein und auf dieser Basis immer die Richtschnur für das richtige Verhalten ihnen gegenüber finden.

Der Weg zum Nationalsozialismus führt nicht über Äußerlichkeiten. Nationalsozialist kann am ehesten derjenige werden, der einer der Gliederungen der Bewegung angehört, sich von ihr erziehen läßt, sie miterlebt und beschließt, sei Leben ganz der Idee der Bewegung zu opfern. Dann wächst in ihm ein lebendiges, täglich einsatzbereites Gefühl der Liebe zum Volksganzen.

Der wahre Nationalsozialist ist religiös. Und dieses Gefühl der Religiosität ist - wenn man es überhaupt vom Nationalsozialismus trennen kann - die zweite Kraftquelle, die uns zum richtigen Verhalten zu den Volksgenossen führt. Die Religiosität allein vermag es nicht, in uns des Gefühl für die blutmäßig begründete Verbundenheit und Verpflichtung zur Volksgemeinschaft zu entwickeln. Das Wesen der Religiosität weist auf alle Menschen hin. Der Nationalsozialismus weist uns zunächst an die Menschen gleicher Rasse, ja, gleichen Volkstums.
Um darüber klar zu sein, wo die Verbindung zwischen Religiosität und Volksgemeinschaft liegen und warum Religion uns wegweisend hilft, das richtige Verhalten zu den Volksgenossen zu ergründen, seien noch einige Sätze hinzugefügt.

Das Wort Religion kommt von dem lateinischen "religare", d. h. angliedern, befestigen. Der religiöse Mensch fühlt sich also gebunden und zwar an ein anderes, höheres Wesen, an etwas, was er nicht sieht und nicht kennt und woran er glaubt. Kein Mensch kann sich diesem inneren Erleben der Abhängigkeit oder des Gebundenseins an etwas Höheres entziehen, z. B. wenn er im Hochgebirge ein Gewitter erlebt oder auf abendlicher Heide einen Sonnenuntergang oder auf taufrischen Wiesen einen Sonnenaufgang. Insbesondere wenn der Tod in irgendeiner Form an uns herantritt, fühlen wir das Wirken einer höheren Macht, der sich alle Menschen beugen, wenn sie nicht innerlich erkaltet sind.

Das Gefühlserlebnis kennzeichnet also das Wesen der Religiosität.

Das religiöse Erleben entwickelt das Gefühl der schicksalhaften Verbundenheit mit den anderen Menschen. Die Intensität dieses Gefühls ist beim einzelnen Menschen nicht meßbar - nur an der Handlungsweise eines Menschen kann man erkennen, zu welchem Grade sich seine Religiosität entwickelt hat. Diese Tatreligion, die wir Christen als Tatchristentum bezeichnen, aber ist von allergrößtem Wert für die Bildung und Entwicklung eines Verbundenheitsgefühls mit unseren Mitmenschen und da uns von ihnen allen unsere Volksgenossen von gleichem Blut und Boden am nächsten stehen, so ist das religiöse Gefühl eine höchst bedeutsame Kraftquelle für unser Bemühen um eine wahre Volksgemeinschaft.

Und doch - auch wenn wir, beseelt von unserer religiös fundierten Weltanschauung, den guten Willen haben, das richtige Verhalten zu unseren Volksgenossen zu finden, kann es vorkommen, daß wir Fehler begehen. Hier muß uns das Taktgefühl sagen, was wir zu tun und zu lassen haben. Dem Taktgefühl kommt eine geradezu regulierende Rolle zu. Taktgefühl läßt sich, wenn eine religiös fundierte Weltanschauung wie die unsere vorhanden ist, in gewissem Umfang schulen. Dazu dient die Schilderung ganz bestimmter Fälle des täglichen Erlebens, in denen unser Verhalten beschrieben wird. Dieser Aufgabe sind die weiteren Kapitel dieses Buches gewidmet.







Gibt es Unterschiede bei den Umgangsformen ?


Es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß es heute noch in der Anwendung der Umgangsformen erhebliche Unterschiede gibt. Der Grund dafür ist häufig in Erziehungsmängeln zu suchen. Die Kinder eines Hand- oder Kopfarbeiters, dessen Frau sich ganz und gar der Erziehung ihrer Kinder widmen konnte, werden gepflegtere Umgangsformen zeigen als die Kinder einer anderen Familie, wo wegen mangelhafter Wohnungsverhältnisse oder weil die Mutter wegen zu geringen Einkommens ihres Mannes mitverdienen muß, vieles in der Erziehung ihrer Kinder unterbleibt, obwohl es dieser Mutter vielleicht ebenso sehr am Herzen liegt wie der anderen Mutter. Es läßt sich auch nicht leugnen, daß der Erziehung in dieser Richtung von der einen Mutter mehr Interesse entgegengebracht wird als von der anderen und daß auch somit Unterschiede bestehen.

Es ist aber durchaus von Bedeutung, daß diese Unterschiede verschwinden, denn sie hemmen bewußt oder unbewußt den so dringend notwendigen Umgang und Verkehr der verschiedenen Schichten unseres Volkes untereinander. Die betonte Formlosigkeit des Umgangs früherer Weltanschauungen riß künstliche "Klassengegensätze" auf. Zu unserem Ziel des bildungsmäßigen Ausgleichs kann aber die Pflege der Umgangsformen sehr viel beitragen.

Je mehr sich z. B. ein Volksgenosse daran gewöhnt, Umgangsformen zu pflegen, desto natürlicher und ungezwungener wird er sich bei Gelegenheit einer Einladung oder sonstwie in Kreisen, wo bestimmte Umgangsformen üblich sind, bewegen und durchaus nicht das beklemmende Gefühl haben, nicht "dazuzugehören". Es wäre nicht das erste Mal, daß z. B. ein tüchtiger, sehr achtenswerter Gefolgschaftsangehöriger eine Einladung z. B. beim Leiter oder Inhaber seines Betriebes, der bei dieser Gelegenheit in freier Aussprache dem betreffenden Mitarbeiter menschlich näherkommen wollte, abgelehnt hat, aus dem einfachen Grunde, weil er das bedrückende Empfinden hatte, er würde sich nicht "richtig benehmen" oder sonst irgendwie anstoßen.

Solche hemmenden Gefühle müssen verschwinden und dürfen in Zukunft keinesfalls mehr ausgleichende Bemühungen in Frage stellen. Es geht darum, daß jeder Volksgenosse die Lebensformen der anderen kennen, achten und üben lernt und daß andererseits diese Volksgenossen die einfachen Umgangsformen verstehen und achten lernen. Es geht nicht an, daß der eine, der bei einfachen Volksgenossen zu Gast ist, dort mit unverhüllter Absicht und mit einer gewissen Überheblichkeit und Betonung seine Sitten und Gebräuche anwendet. Er muß sich vielmehr daran gewöhnen, daß er sich beim einfachen Essen, das auf blank gescheuertem Tisch steht, genau so wohlfühlt wie an einer Festtafel bei Gelegenheit einer Feier.

Wenn also die folgenden Seiten dann und wann Sitten schildern, die dieser oder jener für nicht notwendig hält, weil er sie in seinem Lebensbezirk nicht braucht, dann möge er daran denken, daß er ja nur das daraus entnehmen soll, was für ihn angepaßt und ratsam ist.





Was in diesem Buche nicht zu finden ist!


Wenn hier auf einige Dinge aufmerksam gemacht wird, die zu den notwendigen Requisiten von derartigen Büchern früherer Jahre gehörten, so geschieht das lediglich deshalb, um den neue Charakter dieses Buches ganz klar herauszuarbeiten. Mann wird hier nichts lesen von Herrschaften und Dienstboten, Chef und Personal, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diese Ausdrücke werden abgelehnt, weil sie eine ganz bestimmte innere Einstellung kennzeichnen, die dem liberalistischen Zeitalter eigen war. Dasselbe gilt für die Begriffe: hoch und niedrig, Gesellschaftsklassen, Stände usw. Die Gesinnung, die in diesen Wörtern liegt, bekämpfen wir heute. Mit diesen Worten ist eine Geisteshaltung verbunden, die an den Nebentüren mancher Häuser Schilder anbringen ließ: „Eingang nur für Herrschaften“.

Auch Standestitel früherer Jahre lehnen wir ab, z. B. Hoheit, Durchlaucht, Hochwohlgeboren, gnädiger Herr usw. Die Bezeichnung "gnädige Frau" werden sich deutsche Mädchen und Frauen in Zukunft von selbst verbitten, wenn sie durch die Erziehung des BDM und des Frauen-Arbeitsdienstes gegangen sind. Eine ähnliche Bezeichnung ist „Kavalier“ für einen ritterlichen Mann. Wir können auf diesen Ausdruck verzichten.

In einem Buche über den "guten Ton" steht an einer Stelle über das Verhältnis zwischen Braut und Bräutigam: „Du wirst selbstverständlich einen regen Briefwechsel mit deiner Verlobten unterhalten, doch sollst du nicht öfter und nicht wärmer schreiben als er. Auch in den Briefen sollst du dich nicht verliebter zeigen als dein Verlobter.“ Wir verstehen heute unter gutem Ton wirklich etwas anderes. Es besteht kein Anlaß, unsere Gefühlswelt, zumal wenn sie edlen Charakters ist, zu drosseln. Was natürlich ist, soll sich so zeigen, wenn es anderen Menschen Gutes bringt. Warum sollen nicht zwei Verlobte einander ehrlich bekennen, wie es um ihre beiderseitige Zuneigung bestellt ist? Prüderie und heuchlerisches Wesen gehören nicht zum Verhalten eines ehrlichen Volksgenossen.





Was versteht man unter Bildung?


Bildung und Wissen brauchen durchaus nicht miteinander übereinzustimmen. Noch weniger ist Bildung ein notwendiges Prädikat, das mit dem erfolgreichen Besuch irgendeiner Schule verbunden sein muß. Damit ist also gesagt, daß ein Abiturient nicht ohne weiteres gegenüber einem gleichaltrigen Volksschüler als „gebildet“ anzusprechen ist. Es komme nämlich nicht auf die Menge des Wissens an, die jemand hat, sondern auf den Erkenntnisdrang, mit dem sich jemand aus dem mehr oder weniger großen Wissensvorrat ein eigenes Weltbild baut.

Die Wurzel der Bildung liegt im Herzen, nicht im Geistigen. Ein Waldarbeiter, der, offenen Sinnes für das Naturgeschehen, das er täglich erlebt, sich bemüht, aus dem geringen Wissensvorrat und durch Nachdenken über die Zusammenhänge der Natur und ihrer Erscheinungen, sich ein Gesamtbild des Lebenes zu schaffen, hat das wahre Bildungsstreben. Ein vielbelesener und wissensreicher Mensch, der nichts kennt als sein Fachgebiet, der sich gegen alles Erleben der Natur abschließt und kein aufgeschlossenes Gefühl für die empfindungsmäßig zu erfassenden Dinge des Menschendaseins hat, kann nicht als gebildet im wahrhaften Sinne angesehen werden.

Es hat keinen Sinn, sich Wissensmengen anzueignen, die nur auf einem Spezialgebiet liegen, etwa im Beruflichen. Die Bildung liegt darin, daß man sein Berufswillen eingliedert in die gesamte menschliche Erkenntniswelt. Also universelles Schauen ist notwendig. Schulbildung und Bücherwissen sind - durchaus erstrebenswert - Mittel zum Zweck, um durch sie ein möglichst vertieftes und weitgerundetes Weltbild aufzubauen. Es geht nicht um das Wissen von den Dingen, sondern um den Sinn der Dinge.

Es gibt also keine nur verstandesmäßig orientierte Bildung, sondern zum Begriff Bildung gehört ein reiches Seelenleben. Aus verstandesmäßigem Empfinden des Erlebten und Erkannten muß ein Weltbild entstehen, das auch dem Menschen das Gefühl für das richtige Verhalten zu den Mitmenschen verleiht. Das Wissen darf die Seele nicht verschütten, sondern es muß, im Gegenteil, dazu dienen, die Gefühlswelt zu veredeln.

Das seelische Erfassen der Dinge dieser Welt und das richtige Empfinden für die Stellung zu den Mitmenschen gehören zu den Wesensmerkmalen wahrhafter Bildung.





Selbstbeherrschung ist die Medizin der Eintracht.


Selbstbeherrschung ist eine der Kraftquellen, das richtige Verhalten zu den Mitmenschen zu finden. Wer sich gehen läßt, wird viel eher mit seiner Handlungsweise Anstoß erregen. Das ist ganz besonders dort der Fall, wo schlechtes Verhalten eines Volksgenossen uns der Anlaß sein könnte, deutlich und rücksichtslos zu werden. Damit aber ist die Gefahr verbunden, anderen gegenüber ungerecht zu sein, denn es ist immerhin möglich. daß wir es mit einem Volksgenossen zu tun haben, der durch irgendwelche Ereignisse schwer erschüttert, sich nicht so in der Gewalt hat, wie man es sonst bei ihm gewöhnt ist. Darüber muß man sich erst Gewißheit verschaffen, bevor man im Interesse der Volksgemeinschaft den anderen wohlmeinender oder auch recht entschiedener Form darauf aufmerksam macht, daß sein Verhalten unrichtig ist.

Wir müssen uns daran gewöhnen, von anderen immer zunächst das Beste anzunehmen bis wir einen klaren Beweis haben, daß der andere aus Veranlagung zu Haltlosigkeiten neigt oder aus schlechtem Charakter heraus seine Mitmenschen peinigt. Dann erst ist es Zeit, mit ihm über die Wirkung seines Verhaltens auf seine Volksgenossen zu sprechen und ihm den Weg zum richtigen Verhalten zu zeigen oder ihn auch mit mehr oder minder gelindem Druck dazu zu zwingen.

Zeigen wir uns in solchen Fällen ebenso unbeherrscht wie die anderen, dann ist im Augenblick Unfrieden und Streit da. Wer sich nicht selbst beherrschen kann, ist anderen gegenüber immer der Schwächere. Wer sich durch unrichtiges Verhalten anderer ohne weiteres zu Unbesonnenheiten reizen läßt, ist genau so zu verurteilen wie derjenige, der sich aufreizend verhält. Wer Selbstbeherrschung übt, gewinnt dem Unbeherrschten gegenüber Überlegenheit, er erringt seine Achtung und er wird unbewußt zum Lehrmeister des anderen, der, beschämt, sich vornehmen wird, sich nicht mehr so gehen zu lassen. Damit leistet man der Volksgemeinschaft einen Dienst.

Nun hat die Selbstbeherrschung natürlich auch Grenzen! Wenn wir mehrere Male von anderer Seite die Absicht feststellen, uns zu reizen, oder wenn das Verhalten eines anderen die Ehre unserer Führer, unseres Volkes oder unsere eigene Ehre angreift, dann muß jede Zurückhaltung aufhören. Sie wäre Feigheit und Schwäche. In der Art und Weise aber, wie wir aus unserer Reserve heraustreten, gibt es sehr viele Grade. Wir werden nur dann das gerechte Urteil unserer Volksgenossen auf unserer Seite haben, wenn man uns im allgemeinen Besonnenheit nachrühmt. Wo Besonnenheit und Selbstbeherrschung vorhanden sind, dort können viele Dinge eine ruhige Erledigung finden, die sonst die übelsten Folgen haben können.





Freudestimmung als Kraftquelle.


Die meisten Fehler in unserem Verhalten werden dann geschehen, wenn wir verärgert sind. Andererseits werden wir auf unsere Mitmenschen immer dann einen sympathischen Eindruck machen und gut mit ihnen auskommen, wenn wir in freudiger Stimmung sind. Freude gibt uns eine Hochstimmung, aus der heraus es uns zum Bedürfnis wird, zu unseren Mitmenschen freundlich und nett zu sein. Da fällt so leicht kein herbes Wort, und gehen uns andere mit wenig wohlmeinenden Worten an, so setzen wir sie mit einer lächelnden Bemerkung schachmatt. Freude gibt also die Kraft, Hemmungen zu beseitigen.

Frohe Stimmung, die sich wohltuend auf unser Verhalten auswirkt, umfängt uns dann, wenn uns positive Gedanken bewegen. Sie entspringen aus Liebe, Treue, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und aus Kameradschaftsgefühl. Ihr Gegenteil sind die negativen Gedanken, die geboren werden aus übergroßer Sorge ums Dasein, aus Neid, Haß und Nachsucht. Diejenigen, die sich immer nur negativen Gedanken hingeben, nehmen sich selbst die Kraft zu freundlichem Wesen und zu positivem Verhalten. Sie gehören zu jenen Menschen, die ständiger Sorge sind und mit ihrem Klagen und Stöhnen Kraft vergeuden. Es ist zwar keine körperliche Kraft, die vertan wird, aber seelische, geistige, und mit der sollte man noch viel sparsamer umgehen! Diese Kraftverschwender gleichen einer Maschine, die schwer, unregelmäßig, unter starkem Kraftverbrauch arbeitet. Sie wird frühzeitig abgenutzt und muß ausscheiden. Diese zwecklos verbrauchte Energie, deren Produktion Kraft kostet, wirkt sich für das richtige Verhalten zu den Volksgenossen sehr nachteilig aus.

Unnötige Sorgen lähmen uns. Sie lassen uns Fehler in unserem Verhalten zu den anderen begehen, und sie bringen dadurch noch mehr Sorgen. Sie verhindern, daß in uns Lebenskraft und Lebensfreude aufgespeichert wird, sie verhindern, daß man sich selber in fröhlicher Stimmung befindet. Wenn wir zufrieden sind, fröhlich, dann erhöht sich unser Lebensgefühl. Je mehr Freude, desto mehr Sorgenlosigkeit, desto gefüllter ist unser Akkumulator der Kraft, desto besser kommen wir mit unseren Volksgenossen aus. Wir haben alle die Neigung viel lieber die Gesellschaft frohgestimmter Menschen aufzusuchen als die von kopfhängerischen Griesgramen.

Es erscheint erforderlich, hier eine Zwischenbemerkung einzuschalten: Freude, wie sie hier verstanden wird, ist nicht dasselbe wie Vergnügen! Vergnügen hat einen selbstsüchtigen Charakter. Vergnügen ist seicht. Freude entsteht im tiefsten Herzen, sie sucht den Weg zu den anderen Menschen und strahlt von den anderen zu uns zurück. Freude, die wir in anderen Menschen erwecken, schenkt uns ein beglückendes Gefühl und macht uns unendlich froh.
So sollte man alle Wege suchen, um Freude zu finden. Wenn schwierige Situationen entstehen im menschlichen Zusammenleben, dann werden wir aus einem gesunden Optimismus heraus die anderen weit besser ermutigen und stark machen können, als wenn wir in ihr Klagelied mit einstimmen. Der Weg zur Freude im Alltag ist nicht so schwer. Wenn wir uns bemühen, täglich irgendjemanden unserer Umgebung, der es garnicht vermutet, eine kleine Freude zu bereiten, und wenn es auch nur ein paar freundliche Worte sind - dann werden wir an uns selber fühlen, wie kraftstärkend und daseinsverschönend gerade die Freude ist, die wir anderen bereiten.

Wenn wir in allen unangenehmen Vorfällen des beruflichen und privaten Lebens immer noch einen guten Kern finden - soweit das möglich ist - , wird es uns nicht schwer fallen, ein freundliches Gesicht aufzustecken. Man dränge bewußt und mit aller Energie alle negativen Gedanken aus Herzen und Gehirnkasten und versuche, auch seine Umgebung in frisch-frohe Stimmung zu bringen. Solche Frohstimmung macht es uns in unserem Verhalten zu unseren Volksgenossen viel leichter, solche Handlungen zu vermeiden, von denen wir später wünschen, sie nicht begangen zu haben.

„Ein frohes, heiteres Gemüt ist die Quelle alles Edlen und Guten; das Größte und Schönste was uns geschah, floß aus einer solchen Stimmung“.

Schiller





Gesinnungs-Akrobaten.


Als außerordentlich störend für die Volksgemeinschaft erweisen sich solche Leute, die anderen stets nach dem Munde reden und auf deren Aussagen kein Verlaß ist. Es fehlt ihnen am persönlichen Mut, für das, was sie gesagt haben, auch voll und ganz einzustehen. Es fällt sehr schwer, mit solchen Volksgenossen gut auszukommen, ganz einfach deshalb, weil wir uns nicht auf sie verlassen können. Von dem Augenblick an, wo wir durch das Verhalten anderer enttäuscht wurden, fehlt es uns am nötigen Vertrauen, daß das, was die anderen sagen, ehrlich und richtig gemeint ist. Wo kein Vertrauen ist, kann sich aber nicht das aufgeschlossene, natürliche und ehrliche Verhältnis zu den Volksgenossen anbahnen, das wir alle so sehr suchen und wünschen im Interesse der Volksgemeinschaft.

Diese heuchlerischen Menschen tragen Zwietracht in unsere Reihen, sie zerstören die Ehrlichkeit der Gesinnung, und sie bringen auch solche Volksgenossen gegeneinander, die sich an und für sich gut vertragen würden. Diese Leute, die heute dem einen gegenüber diese Gesinnung heucheln und morgen dem anderen die entgegengesetzte, die dem einen eine Unterhaltung so weitererzählen und dem anderen in anders frisierter Form, getrieben von dem Wunsch, sich interessant zu machen oder um einem anderen damit einen Gefallen zu erweisen, wirken durchaus gemeinschaftsstörend. Solche Kreaturen bringen es fertig, um kleinster Vorteile willen ihre Volksgenossen zu verraten oder schlecht zu machen. Sie haben eine Virtuosität darin, etwas ihnen Gesagtes durch den Tonfall der Stimme, durch Hochziehen der Augenbrauen, durch irgendein Minenspiel in das Gegenteil zu kehren oder so auszulegen, daß etwas Gehässiges in einer unbekümmert gesagten Bemerkung liegt. Durch wenige Worte, die hinzugefügt oder weggelassen oder verändert werden, bekommen Aussagen ein ganz anderes Gesicht. Solche Leute sind süß wie Honigwein, wenn es um ihre eigenen Vorteile geht, ätzend wie Schlangengift, wenn es gegen ihre Interessen geht.

Sicherlich - es ist schwer, etwas, das einem gesagt wurde, sinn- oder gar wortgetreu weiterzusagen. Aber alles verstehen, heißt noch lange nicht: alles verzeihen! Wenn man einen Mitmenschen festgestellt hat, der sich heuchlerisch verhalten hat, sollte man ihm zunächst mal im Guten zureden und ihm klarmachen, wie gemeinschaftsschädigend ein solches Verhalten ist.

Stellt sich dann heraus, daß dieses freundschaftliche Verhalten nichts fruchtet, bleibt nichts anderes übrig, als dem anderen mit aller Schärfe zu Gemüte zu führen, was er für ein Schädling ist, und die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, um ihn zu zwingen, sich verständig zu verhalten, wenn er in der Volksgemeinschaft bleiben will.





Hammer oder Amboß ?

Dieses Kapitel hat besonders für Männer Bedeutung. Man sollte sich niemals als Amboß benutzen lassen, also sich als schwächlicher Mensch zeigen, mit dem jeder tun kann, was er will. Es ist aber auch nicht richtig, häufig übereifrig als Hammer aufzutreten und auf anderen herumzuschlagen. Man darf nur dort Hammer sein, wo es nötig ist, sich seiner Haut zu wehren. Grundsätzlich sei die Haltung des deutschen Mannes so, daß er dort andere zurechtweist, wo er sich in seiner Ehre verletzt fühlt oder wo er für andere Menschen seiner Umgebung, die seine Achtung genießen, einzutreten hat.

Es besteht die Möglichkeit, daß man einem angerempelt oder sonstwie angefeindet wird. Ist das der Fall, so prüfe man sich zunächst, ob die ungewöhnliche Form des Verhaltens von anderer Seite begründeten Anlaß im eigenen Verhalten findet oder nicht. Ist die Zurechtweisung angebracht, muß man es sich gefallen lassen, daß man in dieser Form zur Rechenschaft gezogen wird. Findet man bei sich selbst keinen Anlaß, dann schreite man entschieden ein. Beleidigungen können soweit führen, daß eine tätliche Antwort darauf als Akt moralischer Notwehr aufgefaßt werden muß. Doch werden diese Fälle immer selten sein.

Bei Bedrohungen oder gar tätlichen Beleidigungen ist man zu energischer Abwehr mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verpflichtet, wenn man nicht als Schwächling gelten will. Läßt es die Lage zu, wehre man sich zunächst mit einigen zurechtweisenden Worten. Lassen dann z. B. flegelhafte Bemerkungen nicht nach und ist ein staatliches oder sonstiges Aufsichtsorgan in der Nähe, so veranlasse man diese Person zum Einschreiten. Ist niemand dabei oder kennt man den Anrempelnden nicht, muß man zur Selbsthilfe greifen. Wenn man aber eingreift, muß man auch durchhalten und alle entstehenden Folgen auf sich nehmen. Es gibt dann kein Zurück mehr. Wer allen Anrempelungen aus dem Wege geht oder glaubt, solche Dinge mit Nichtachtung am schärfsten zu strafen, der muß damit rechnen, daß man ihn als Feigling ansieht. Der andere wird sich überlegen fühlen und immer dreister werden. Wer es fertigbringt, Beleidigungen einzustecken, hat entweder ein wenig entwickeltes Ehrgefühl oder aber er ist ein schwächlicher Mensch, dem man Achtung versagen muß.

Es ist nicht eines Mannes würdig, Beleidigungen in sich zu verbergen und sich wehrlos damit abzufinden. So etwas demütigt den Mann, erschüttert ihn in seinem Selbstgefühl und in seinem Stolz und nimmt ihm die Kraft, im Wiederholungsfalle stark aufzutreten. Wenn andere Menschen Zeugen dieses Verhaltens sind, wird er immer ihrer Verachtung verfallen.





Pünktlichkeit läßt Rückschlüsse auf den Charakter zu.


Die Pünktlichkeit eines Menschen begründet in hohem Maße das Urteil der anderen über seine Zuverlässigkeit. Damit ist bereits der enge Zusammenhang zwischen Pünktlichkeit und Charakterbeurteilung aufgedeckt. Pünktlichkeit wird mit Recht als eine der besten Tugenden angesehen, und Unpünktlichkeit gilt als einer der größten Fehler, den man sich im Verhalten zu den Mitmenschen zuschulden kommen lassen kann. Jeder Mensch wird schon Erfahrungen darüber gesammelt haben, wie unangenehm Unpünktlichkeit sich auswirken kann, gleich ob es sich um unser Privatleben oder um das Berufsleben handelt. Wir halten den, der unpünktlich ist, für unzuverlässig. Dieses Urteil begründet sich darauf, daß in den meisten Fällen der Pünktlichkeit eine Abmachung oder ein Versprechen zugrunde liegt. Wenn auch eine Abrede nicht ausdrücklich als Versprechen abgemacht ist, wird sie doch in den meisten Fällen von den enttäuschten anderen als solches empfunden

Und ist es im Berufsleben so, daß man einen unzuverlässigen Menschen nicht gern einen verantwortungsvollen Posten anvertraut. Wie häufig gibt es Fälle im Leben, wo man sich auf einen anderen felsenfest verlassen muß. Dann erkennt man erst, wie selten solche Leute sind, die in dem Rufe stehen, zuverlässig und pünktlich zu sein. Welches Hemmnis die Unpünktlichkeit für so manchen Volksgenossen schon für sein Fortkommen im Berufe gewesen sein mag, sei hier nur nebenbei gestreift. Wenn hier vom Standpunkt dieses Buches aus jedem Volksgenossen Pünktlichkeit als eine besondere Pflicht auferlegt wird, so geschieht das deshalb, weil sie dazu beiträgt, das Gefühl der Zuverlässigkeit und es Vertrauens zu festigen und damit die Volksgemeinschaft in ihrem Grundgefüge zu stärken. Pünktlichkeit muß aus Rücksicht auf die anderen gefordert werden; denn genau so, wie wir selbst uns durch Unpünktlichkeit verletzt oder verärgert fühlen, denkt auch jeder andere Volksgenosse. Aus diesem Grunde sollte die Erziehung der Eltern, der Schule und aller Erziehungseinrichtungen großen Wert auf die Pünktlichkeit legen.

Unpünktlichkeit zieht nicht nur die Verurteilung als unzuverlässig nach sich, sondern auch Unehrlichkeit. Wir alle wissen, wie nahe bei der Entschuldigung für Unpünktlichkeit die Gefahr liegt, eine Unwahrheit zu sagen, um eigene Unzulänglichkeiten zu vermänteln. Wir wollen uns doch nichts vormachen: die anderen Menschen merken es in den meisten Fällen, wenn wir eine bloße Ausrede gebrauchen oder wenn wir gar lügen. Damit aber setzen wir uns nur um so mehr ins Unrecht, und wir zerstören unser Ansehen erst recht.

Man sei sich stets darüber klar, daß Belügen anderer eine Beleidigung für sie ist, Diese Art Lügen aber sollten besonders schnell verschwinden und nicht nachsichtig belächelt werden, wie es noch so vielfach geschieht. Der heutige deutsche Staat ist auf Ehrlichkeit aufgebaut und ihr wollen wir zum Durchbruch verhelfen, wo es nur geht. Ein anständiger Mensch wird also offen und frei bekennen, wenn er durch eigenes Verschulden unpünktlich war. Das Urteil der anderen wird dann nicht so vernichtend über uns sein als wenn wir ihnen etwas vormachen, und es kommt schließlich später heraus, daß wir – eventuell wegen einer Kleinigkeit – zur Lüge gegriffen haben.

Wer einmal wegen seiner Unpünktlichkeit in Verruf gekommen ist, hat es sehr schwer, ihn in sein Gegenteil umzuwandeln. Wir Menschen neigen nun einmal dazu, daß wir uns einen Fehler unserer Mitmenschen viel besser und länger merken, als die guten Charakterseiten. Das hängt bei der Unpünktlichkeit vielfach damit zusammen, daß wir darüber sehr verärgert waren Im Geschäftsleben entstehen durch Unpünktlichkeit nicht nur stets unliebsame Scherereien, sondern häufig genug finanzielle Verluste. Jeder Leser hat als Kunde irgendeines Geschäftes sicherlich schon am eigenen Leibe verspürt, wie sich Unpünktlichkeit bei Geschäftsleuten und Handwerkern auswirken.

Es gibt auch Leute, die mit mehr oder weniger deutliches Absicht andere Menschen warten lassen, um sich den Anschein des Vielbeschäftigten zu geben. Daß muß als besondere Ungehörigkeit gegeißelt werden, wenn man andere Menschen, die einen Wunsch haben oder uns in sonst einer Angelegenheit und sei es selbst eine geschäftliche, aufsuchen, warten läßt und für solche, die irgendeinen Vorteil bringen, sofort zu sprechen ist. Gerade den hilfsbedürftigen Volksgenossen wollen wir ganz besonders helfen.

Pünktlichkeit ist auch innerhalb jeder Betriebsgemeinschaft eine unerläßliche Forderung, wenn gleichmäßige Arbeitsteilung und Ordnung gewährleistet werden soll. Es entspricht nicht der Würde des deutschen Hand- oder Kopfarbeiters, daß er durch Strafmaßnahmen zur Pünktlichkeit gezwungen werden muß. Jeder Deutsche empfindet heute die übernommene Arbeit als eine Pflicht der Volksgemeinschaft gegenüber und diese Pflicht verlangt Selbstdisziplin. Jeder Betriebsleiter kann die Pünktlichkeit in seinem Betriebe dadurch fördern, daß er selbst pünktlich zur Arbeit erscheint. Es ist andererseits eine Kameradschaftspflicht jedes Gefolgschaftsgliedes den anderen gegenüber, seine Arbeit pünktlich aufzunehmen, um nicht die Gemeinschaft in den Ruf der Unpünktlichkeit zu bringen.

Im Privatleben ist Unpünktlichkeit besonders von seiten jüngerer Leute älteren Frauen und Mädchen gegenüber unpassend, ohne damit sagen zu wollen, daß diese ihrerseits es nicht so genau zu nehmen brauchen. Niemand hat das Vorrecht der Unpünktlichkeit.

Es kann freilich einmal vorkommen, daß man nicht pünktlich sein oder daß man eine Verabredung überhaupt nicht einhalten kann. Es ist dann natürlich eine selbstverständliche Pflicht, den anderen zu benachrichtigen und zwar rechtzeitig, damit er nicht unnötig wartet oder gar wichtige Sachen im Stich läßt, weil er zu kommen versprach. Wenn man es genügende Zeit vorher weiß, wird man schreiben, daß man verhindert ist. In dringenden Fällen wird man telefonieren oder telegraphieren oder einen zuverlässigen Boten schicken. Tritt der Fall ein, daß man zu spät an eine Abmachung denkt und auch eine Entschuldigung zu spät kommt, gehört es sich, sofort dem anderen eine Ent- schuldigung zukommen zu lassen und je nach dem Einzelfall, sich bei nächster Gelegenheit noch einmal selbst zu entschuldigen.








Auch die Höflichkeit hat einen neuen Sinn bekommen!


Es gibt Volksgenossen, die ein so lebhaftes Temperament haben, daß sie sich manchmal in einer Art benehmen, die sie später bereuen. Wer sich durch eine nicht passende Redewendung gleich veranlaßt fühlt, mit scharfen Worten zu antworten, der wird leicht zu Streitigkeiten kommen, die andererseits durch ein Wort der Höflichkeit vermieden werden können. Die anderen werden durch ein freundliches Wort anstelle eines gleichfalls aufgeregten Tones entwaffnet und werden rasch einsehen, daß sie eine Torheit begangen haben. Der Philosoph Schopenhauer hat einmal das Wort geprägt: Höflichkeit ist Klugheit, und Unhöflichkeit Dummheit! Damit kennzeichnet er die Höflichkeit als ein außerordentlich wichtiges Hilfsmittel im Umgang. Doch diese Forderung muß richtig verstanden werden! Wir stellen uns heute nicht mehr auf den Standpunkt einer vergangenen Zeit, die das Wort liebte: „Mit dem Hut in der Hand, kommt man durch das ganze Land!“

Dieses Wort sieht uns sehr nach Liebedienerei aus, nach Verbeugungen und Bücklingen vor den Leuten, die „man einmal gebrauchen kann!“ Wir sehen heute aber in der Höflichkeit nicht eine Art Schmieröl für das Wohlwollen und die Güte der anderen, von denen wir etwas zu erwarten haben. Wir sind nicht höflich zu anderen Volksgenossen, weil sie uns vielleicht einmal nützlich sein können. Nein, - Höflichkeit ist für uns nicht das billige Werkzeug plumper Schmeichelei.

Wir sehen in der Höflichkeit einen Ausdruck der Achtung, die wir unseren Volksgenossen entgegenbringen oder eine äußere Form dafür, daß wir uns freuen, uns bekannte Mitmenschen zu sehen, wie es z. B. im Gruß zum Ausdruck kommt. Fremden Volksgenossen gegenüber wenden wir die Höflichkeit deshalb an, weil uns unser Zusammengehörigkeitsgefühl dazu drängt. Unsere Höflichkeit macht nicht Halt vor denen, die, wie es früher hieß: „unter uns stehen!“, sondern unsere Höflichkeit gehört allen wahrhaften Volksgenossen.

Unser Verbundenheitsgefühl mit jedem einzelnen unserer Gemeinschaft legt uns die Pflicht auf, für solche Umgangsformen zu sorgen, daß es im deutschen Vaterland freundlich und nett zugeht und nicht steif und kalt oder gar rücksichtslos, hart und brutal. Höflichkeit ist also für uns Deutsche der Gegenwart und der Zukunft etwas, das wir aus dem Gefühl heraus, einer schicksalhaften Gemeinschaft anzugehören, jedem Volksgenossen zukommen lassen, um dazu beizutragen, daß wir uns in unserer Gemeinschaft wohlfühlen.

Zu den einfachsten Formen der Höflichkeit gehört der Gruß. Für uns Deutsche gilt nur der Deutsche Gruß. Wer den Formationen der Bewegung angehört, führt diesen Gruß korrekt aus, vor allem, wenn er in Uniform ist. In Zivil braucht der Gruß nicht in allen Fällen mit gleicher Exaktheit ausgeführt zu werden. Die anderen Volksgenossen sollten beim täglichen Umgang den Gruß nicht dadurch verunglimpfen, daß sie allzu nachlässig grüßen. Dann sollen sie es lieber ganz bleiben lassen und die Hand garnicht erheben. Im Wirtschaftsleben wird es sowieso nicht immer möglich sein, den Arm zum Gruß zu erheben und doch grüßt man mit „Heil Hitler!“ Im Geschäftsleben sollte man im Schriftwechsel mehr Taktgefühl bei der Anwendung dieses Grußes zeigen und ihn nicht stereotyp unter jeden Brief setzen.

Wem es nicht ernst ist mit dem tiefen Sinn, der im Deutschen Gruß liegt, der sollte ihn überhaupt nicht anwenden. Dieser in der Kampfzeit der Bewegung entstandene Gruß soll nicht ein abgegriffenes Wort des Alltags werden, sondern muß uns Deutschen immer ein sinnvoller Gruß bleiben, der in uns eine ganz bestimmte Empfindung der Zusammengehörigkeit im Sinne unserer Weltanschauung wachruft.



Bei öffentlichen Versammlungen, Feiern, Reden usw. aber ist der „Deutsche Gruß“ für uns alle der allein in Betracht kommende. Unser Gefühl treibt uns von selbst dazu, weil alle besonderen Angelegenheiten unseres Daseins, insbesondere wenn sie völkischen oder staatlichen Zwecken dienen, im Geiste unserer Weltanschauung stehen. Wer hier den „Deutschen Gruß“ versäumt oder verweigert, stellt sich damit außerhalb der Volksgemeinschaft.



Ganz entschieden muß ein Gruß abgelehnt werden, der das Früher mit dem Heute verbinden will. Wer sich verhält wie jener Mann in einer Sommerpension, der voll triefender Höflichkeit nach dem Essen sich erhob, mit knickenden Verbeugungen an den Tischen der übrigen Gäste vorbeiging, den rechten Arm lässig elegant zum „Deutschen Gruß“ gewinkelt und dabei mit schleimiger Stimme sein „Mahlzeit!“ krähte, - der benimmt sich so würdelos und er verunglimpft den Gruß derart, daß man ihm schleunigst den Arm herunterreißen und ihm verbieten sollte, den „Deutschen Gruß“ zu erweisen. Es ist manchem noch unklar, wie er sich verhalten soll, wenn er von einem anderen mit „Guten Tag!“ begrüßt wird und er selbst ist gewöhnt, mit „Heil Hitler!“ zu grüßen. Es ist durchaus nicht etwa Unhöflichkeit, wenn man trotzdem mit „Heil Hitler!“ antwortet, denn wir können ja annehmen, daß es bei dem anderen Gedankenlosigkeit war, wenn er nicht den „Deutschen Gruß“ anwandte. Ausländern nehmen natürlich eine Sonderstellung ein, denn wir wollen ihnen keinesfalls unseren Gruß aufdrängen.



Es ist selbstverständlich, daß man bei jedem Gruß die Zigarre oder die Zigarette aus dem Munde nimmt und die Hände nicht in der Hosentasche läßt. Im übrigen spreche man die Worte „Heil Hitler“ deutlich aus, nicht lässig oder schlapp.

Die Frage, wenn man grüßt, hat nicht mehr die Bedeutung wie früher, wo alles klassifiziert und eingeordnet wurde. Wir grüßen ja heute aus einer anderen inneren Einstellung heraus. Wir fragen auch nicht mehr danach, ob der andere zuerst grüßen muß, und wir verweigern nicht mehr den Gruß, wenn ihn der andere „eigentlich“ zuerst erweisen mußte. Warum sollte nicht einmal ein älterer einen jüngeren zuerst grüßen? Freilich, - wenn ein älterer feststellt, daß der andere absichtlich darauf wartet, von älteren zuerst gegrüßt zu werden, dann werden wir entsprechend danach handeln.

Jüngere Leute grüßen selbstverständlich alle älteren Personen der Verwandtschaft und Bekanntschaft, Mithausbewohner Nachbarn usw., ferner aber auch alle älteren Arbeitskameraden. Wenn ein älterer Mensch nicht erst abwartet, ob ein jüngerer grüßt, und er grüßt zuvor, wird er feurige Kohlen auf dem Haupte des Jüngeren sammeln und ihm Achtung abnötigen. Die Jüngeren werden ein Schuldbewußtsein empfinden und sich bemühen, sich in Zukunft richtig zu verhalten.

Aber man grüßt nicht nur Bekannte. Wenn wir z. B. auf einer Wanderung mit den Einheimischen anderer Städte und Dörfer zusammenkommen, werden wir natürlich auch grüßen.

Es ist sehr tölpelhaft, wenn man einem Gruß ausweicht, den man eigentlich erweisen müßte, und man tut so, als ob man den anderen nicht sähe. Wenn man begründeten Anlaß hat, jemanden den Gruß zu verweigern, braucht man deswegen nicht wegzusehen.

Frauen und Mädchen sind im Zuerstgrüßen etwas zurückhaltender, da sie im allgemeinen zuerst gegrüßt werden, aber wir stellen uns auch hier auf den Grundsatz des Natürlichen. Wenn aus einer entschuldbaren Unachtsamkeit ein Mann eine Frau nicht zuerst grüßt, so ist es durchaus richtig, wenn eine Frau oder ein junges Mädchen zuerst grüßt.

Trifft man jemanden, den man grüßt, mehrere Male am Tage, so grüßt man ebenso oft. Wenn das Begegnen zufällig allzu häufig geschieht, wird man selbst wissen, wann und ob man es unterlassen kann. Geht man mit jemanden, der eine andere Person grüßt, so muß man mitgrüßen. Grüßt man z. B. einen Freund, der in uns unbekannter Begleitung kommt, und wir sind gewöhnt, den Freund mit dem Vornamen anzureden, so unterlassen wir das in diesem Falle, weil es eine Unhöflichkeit gegenüber der Begleitung wäre. Bleibt man stehen und es entwickelt sich mit dem Freund ein Gespräch, kann man ihn natürlich mit dem Vornamen anreden. Kommen wir auf der Straße mit einem Freund und er wird von Bekannten angesprochen, ohne daß unser Freund uns mit ihm bekannt macht, dann treten wir etwas zur Seite und grüßen mit, wenn sich der bekannte verabschiedet. Sprechen wir auf der Straße einen Bekannten an, den unsere Begleitung nicht kennt, so stellen wir ihn kurz vor oder aber wir entschuldigen uns und gehen dem Bekannten einige Schritte entgegen.

Beim Grüßen wendet man das Gesicht stets dem anderen zu. Sieht man sich aus größerer Entfernung, so grüßt man im allgemeinen nicht. Es ist unhöflich, wenn man mit dem Grüßen solange wartet, bis der andere dicht neben einem ist. Man grüßt etwa 3 bis 5 Schritte vorher. Aus der Straßenbahn, dem Omnibus oder dem Auto heraus braucht man nicht zu grüßen. Wo es geschieht, handelt es sich gewöhnlich um gute Bekannte. Man grüßt im allgemeinen so wieder, wie man selbst gegrüßt wird. Das soll nicht heißen, daß man einen Gruß lässig erwidert, wenn er nachlässig gegeben wird, sondern in diesem Falle grüßen wir trotzdem korrekt.

Es zeugt von Launenhaftigkeit, wenn jemand heute so und morgen so grüßt. Man darf Grußbekanntschaften nicht ohne weiteres abbrechen. Die Unterlassung sonst geübten Grüßens ist eine Beleidigung. Abends, im Dunkeln, braucht man nicht zu grüßen, es sei denn, man kann sich deutlich erkennen. Es gibt auch Fälle, wo jemand nicht gegrüßt werden will. Dann grüßt man nicht.

Zum Gruß gehört auch das Handreichen, wenn man dem Betreffenden gegenübersteht. Das Handreichen geht im allgemeinen immer von der älteren oder der vorgesetzten Person aus. Insbesondere wartet man bei Frauen und Mädchen ab, ob einem die Hand gereicht wird. Wo es sich um besonders gute Bekannte handelt, gibt es natürlich Ausnahmen. Das Handreichen geschieht nicht mit schlapper, weichlicher Hand, sondern mit kräftigem Druck. Es kann durchaus vorkommen, daß man einem guten Freunde beide Hände entgegenstreckt. Es ist eine unschöne Sitte, die Hand des anderen „stundenlang“ zu schütteln oder sie lange in der Hand zu halten. Es ist eine Ungehörigkeit, einem anderen nur einen oder zwei Finger hinzureichen. Es ist eine Beleidigung, eine angebotene Hand nicht zu ergreifen oder sie geflissentlich zu übersehen. Das herablassende, gnädige Hinreichen der Hand, wie es früher häufig von Vorgesetzten gegenüber Untergebenen vorkam, gehört einer vergangenen Zeit an.

Nun noch einige Worte über Kuß beim Gruß. Ganz allgemein sei gesagt, daß eine öffentlich zur Schau getragene Zärtlichkeit nicht schön ist. Insbesondere Männer sollten so etwas unterlassen. Ausnahmen für den Kuß beim Gruß gibt es natürlich, z. B. wenn Eltern und Kinder, Braut und Bräutigam, Ehemann und Ehefrau sich nach längerer Trennung etwa auf dem Bahnhof begrüßen.

Höflichkeit zeigt sich aber auch in vielen anderen Umgangsformen, deren Einzelfälle hier nicht alle aufgezählt werden können. Man läßt älteren Personen, Frauen und jungen Mädchen sowie Vorgesetzten den Vortritt, wenn man zu gleicher Zeit ein Haus oder ein Zimmer betritt. Man steht in der Straßenbahn oder in einem anderen Verkehrsmittel unaufgefordert auf, wenn kein Platz mehr frei ist für einen Kriegs- oder Arbeitsinvaliden oder für ältere Leute. Es genügt nicht, einfach aufzustehen, sondern man wendet sich an die betreffende Person und sagt: „Bitte schön!“ oder „Bitte schön, darf ich Ihnen meinen Platz anbieten?“

Man sollte überhaupt nicht so sparsam sein mit einem „Bitte schön“ oder „Danke schön!“ . Bekommt man z. B. einen Brief, Geld, eine Fahrkarte oder auf der Straße Feuer, das man sich erbat, dann sollte man sich bedanken, selbst wenn es die Pflicht des anderen war, uns etwas zu geben. Ganz besonders hat derjenige Höflichkeit zu pflegen, der als Vorgesetzter, Führer oder Leiter einer Gefolgschaft tätig ist. Der Verkehr mit den Volksgenossen muß sich in höflicher, wenn nicht sogar freundlicher Weise abwickeln. Führer, Vorgesetzte und Leiter werden dadurch die Achtung der anderen erwerben, als wenn sie sich gegenteilig verhalten.

Wer auffallend höflich ist, ist
häufig insgeheim ein Flegel!



Die deutsche Jugend


Die heutige Jugend lebt in einer Zeit, wie sie wohl kaum je zuvor einer heranwachsenden Generation beschieden war. Sie erlebt das werden eines neuen Reiches, an dessen Ausbau und Festigung ihre zukünftige Lebensarbeit entscheidenden Anteil haben wird.

Daraus erwachsen der heutigen Jugend Aufgaben, die gleichermaßen schwer und unsagbar schön sind. Was die heutige Generation erreicht hat, muß von der jetzt aufblühenden Jugend gefestigt und gesichert werden.

Mit diesen Aufgaben sind Forderungen verbunden, wie sie nur selten in der deutschen Geschichte an die Jugend gestellt wurden. An erster Stelle steht das Verlangen, alles materialistische Denken einer idealistischen Denkweise unterzuordnen. Die kommende Generation muß idealistischer sein als die vergangene, die nur immer ihre eigenen Interessen vor Augen hatte. Aber nur dort, wo man nicht an sich allein, sondern zuerst an die anderen denkt und danach handelt, kann sich eine Volksgemeinschaft bilden. Eine wahrhafte Volksgemeinschaft ist ohne idealistische Geisteshaltung der Volksgenossen nicht denkbar.

Diese idealistische Haltung legt ihre Beweise in Opferbereitschaft ab. Wer sich schon als Jugendlicher darin übt, gern und freudig Opfer für seine Volksgenossen auf sich zu nehmen, dem wird es später um so leichter und selbstverständlicher werden.

„Wir verlangen daher, daß Du schon in Deiner Jugend lernst, Opfer auf Dich zu nehmen, Opfer an Deiner persönlichen Freiheit, Opfer an Deiner freien Zeit, Opfer an vielen kleinen Genüssen des Lebens; Opfer, indem Du Sorgen übernimmst, nicht für den einzelnen, nicht für Dich allein, deutscher Knabe und deutsches Mädchen, sondern für Eure kleine und doch so große Gemeinschaft!“ Adolf Hitler, am 1. 5. 36.

Diese Opferbereitschaft stählt und festigt die charakterliche Haltung. Alles was stark und sauber ist, muß die deutsche Jugend lieben und mit ehrlichem Wollen und heißem Herzen anstreben; alles Schwache und Unsaubere muß sie ablehnen und unterdrücken. Alles große Menschenwerk der Welt, was Beständigkeit gehabt hat, ist auf einem reinen Charakter aufgebaut gewesen. Wenn das große Werk der Zukunft, wie es der Führer will, gelingen soll, muß die deutsche Jugend mit gefestigtem Charakter an diese Aufgaben herantreten. Nicht verweichlichte Muttersöhnchen und verwöhnte Mädchen kann der Staat der Zukunft gebrauchen, sondern Jungen und Mädchen, die bereit sind, den Härten des Lebens entgegenzutreten und sie zu überwinden.

Erfüllt von unbändiger Energie, bereit ihre eigene Ehre und die ihres Volkes in jedem Falle zu schützen, stark im Charakter, hart und zäh in der Beseitigung des Schlechten und begeistert von der Ideenwelt der Volksgemeinschaft, - so muß die deutsche Jugend der Gegenwart sich bilden, um wohlvorbereitet an die Aufgaben heranzutreten, die ihrer in der Zukunft warten.





Das deutsche Mädchen und die deutsche Frau unserer Zeit.

Es sind in den ersten Jahren des dritten Reiches Bemühungen aufgetaucht, einen neuen Typus des deutschen Mädchens zu schaffen. Man versuchte, das romantische Gretchenideal aus der Versenkung hervorzuholen und wollte in den Mädchen mit langen, blonden Zöpfen und mit himmelblauen Augen das erstrebenswerte Ideal proklamieren. Seitenhiebe auf den „Bubikopf“ fehlten dabei nicht. Auf der anderen Seite entstanden Herolde für eine Art „Mannweib“, das man sich stramm in Reih und Glied in er Kolonne marschierend vorstellte, mit rauher und kräftiger Stimme Soldatenlieder schmetternd.

Gegenüber solchen Anschauung sei hier festgestellt, daß es nicht darum geht, einen Typ zu schaffen, der sich an solchen Äußerlichkeiten klammert. Weder das blasse Gretchen oder das geschminkte Puppengesicht von Filmheldinnen einer vergangenen Epoche noch das strammstehende, militärisch erzogene junge Mädchen kann das sein, was das dritte Reich in der weiblichen Jugend sieht. Halten wir uns doch an die Wirklichkeit. Mädchen soll Mädchen und Junge soll Junge bleiben!

Seine äußere Erscheinung mag jedes junge Mädchen nach seinem eigenen Geschmack formen. Es kommt auf die Ehrlichkeit gegen sich selbst an, auf die individuelle Prägung ihrer Persönlichkeit. Ein Mädchen verhält sich unehrlich und unnatürlich, wenn sie sich einen gezierten Gang oder eine gezierte Sprache angewöhnt. Sie macht sich dadurch ebenso lächerlich, wie durch die Sucht, mehr zu scheinen, als sie ist. Wenn ihr in der Gestaltung ihrer äußeren Erscheinung freie Hand gelassen ist, so soll das nicht heißen, daß hier individualistischer Freiheit im liberalistischen Sinne das Wort geredet wird. Nein, - es gibt Grenzen und diese sind jedem deutschen Mädchen durch die nationalsozialistische Weltanschauung gesetzt. Der Nationalsozialismus will eine weibliche Jugend, die in betont weiblichem Sinne erzogen ist. Das heutige deutsche Mädchen soll sich lediglich auf seine zukünftigen Aufgaben besinnen und einstellen, die ihm später als Mittelpunkt in hausfraulicher Wirksamkeit und in der Kinder- erziehung zukommen.

Damit sind für ihr persönliches Verhalten auch zugleich Grenzen gesetzt. Mädchen, die ihr ganzes Sinnen und Trachten auf Putz und Vergnügen richten und es dadurch versäumen, sich die Ausbildung anzueignen, die sie später als Hausfrau und Mutter haben müssen, können nicht als Musterbeispiel für die anderen gelten. Genauso verhält es sich mit denen, die sich schon in früher Jugend in ihrer Gefühlswelt verausgaben. Ihnen erscheint dann später ihr Dasein als Hausfrau und Mutter eher als eine Last denn als die Erfüllung einer Lebensaufgabe gegenüber der Volks-

gemeinschaft. Eine weitere Grenze setzt die Weltanschauung dem deutschen jungen Mädchen gegenüber andersrassigen Männern. Ein Mädchen, das sich z. B. mit einem Juden einläßt, kann nicht als zuverlässige Vertreterin der nationalsozialistischen Weltanschauung angesehen werden. Es schließt sich vielmehr automatisch aus der Volksgemeinschaft aus.

Wie das Mädchen aus dieser Aufgabe gegenüber der Volksgemeinschaft heraus ihr Äußeres gestaltet, ist in das Belieben jedes einzelnen gestellt. Ein junges Mädchen mit prächtigem langem Haar, wird seine sorgfältig gepflegten Zöpfe tragen, um diesen natürlichen weiblichen Schmuck zu zeigen, während das andere junge Mädchen, dem die Natur nicht solchen Schmuck verlieh und das zudem noch ein rechtes Sportmädel ist, mit Stolz und Berechtigung einen Bubikopf trägt. Das kann jedes Mädchen machen wie es will. Die Hauptsache ist die richtige innere Einstellung zur Zukunftsaufgabe, wie sie die Weltanschauung vorschreibt.

Daraus resultiert dann auch von selbst das Benehmen des jungen deutschen Mädchens. Es wird eine Uniformierung zum Zwecke militärischen Auftretens und männlichen Posierens verabscheuen. Ein solches Gehabe und Getue ist unweiblich und damit geschmacklos. Zum Wesen des Auftretens und Verhaltens eines echten Mädchens gehört natürliche Anmut. Darin übe sich das junge Mädchen und zeige auf diesem Gebiete seinen Geschmack.

Auf Grund der Ehrlichkeit gegen sich selbst und der Natürlichkeit, zu der es seinen Charakter und sein Verhalten zurückführen soll, sieht es auch das Leben um sich anders an als ein Mädchen etwa vor fünfzig Jahren. Prüderie ist dem deutschen Mädchen von heute fremd. Es will die Dinge dieser Welt sehen, wie sie sind, damit es das Leben richtig anpackt und sich in der Erfüllung seiner Aufgabe als Hausfrau und Mutter so verhält, wie es ihm unsere Weltanschauung vorschreibt. Es sei also daran festgehalten: das junge Mädchen des dritten Reiches sei gesund, wahrhaftig gegen sich selbst, von natürlicher Anmut und erfüllt von seiner Zukunftsaufgabe.

Daraus ergibt sich das Benehmen, daß es der männlichen Jugend gegenüber einzunehmen hat.

Die Stellung der deutschen Frau innerhalb der Volksgemeinschaft und ihr Einfluß auf die Bildung einer wahrhaften Volksverbundenheit ist weit bedeutungsvoller als sie im allgemeinen angesehen wird. Es ist nicht so bar aller Wahrheit, wenn mitunter gesagt wird, daß die Frauen manchmal klassenerhaltend oder, negativ ausgedrückt, volksgemeinschaftshemmend, wirken. Das hat natürliche Gründe. Der Mann steht bei seiner Arbeit außerhalb des Hauses innerhalb seiner Berufskameradschaft, die – vielleicht unbemerkt von ihm – an ihm erziehlich arbeitet und ehemalige Klassengegensätze überbrückt. Besonders derjenige, der innerhalb der aktiven Formationen der Bewegung steht, erlebt immer wieder von neuem, wie weitgehend hier Standesunterschiede für immer gefallen sind. Die gemeinsame Berufsarbeit und die Kameradschaftspflege in seiner Formation haben den Mann mit seinen Kameraden bereits zu einer ausgeglichenen Gemeinschaft geführt, was man bei Frauen nicht immer sagen kann.

Die Frau, deren Hauptwirkungsfeld im Hause liegt, bleibt damit von vielem Gemeinschaftserleben, das ihr Mann tagtäglich, abgeschlossen. Deshalb gibt es für viele Frauen noch Standesunterschiede, die bei ihren Männern schon längst gefallen sind. Dazu kommt bei der Frau ein Faktor, der zu ihrem Wesen gehört und der deshalb nicht übersehen werden darf: das ist die Eitelkeit. Diese Eitelkeit wirkt sich auch auf dem beruflichen Gebiete des Mannes aus, insofern, als manche Frau ihre Eitelkeit in dem Stolz befriedigt sieht, den sie gegenüber der beruflichen Stellung ihres Mannes empfindet. Dieser Stolz fand in früheren Jahren seinen deutlichen Ausdruck in der Sitte, sich mit dem Titel oder der Amtsbezeichnung des Mannes zu schmücken. Man muß das verstehen können! ( - wenn auch nicht verzeihen!) Ein Mann verschafft sich die Achtung der anderen durch seine berufliche Stellung und seine Arbeitsleistung bezw. Durch äußere Abzeichen aller Art, die seine berufliche Stellung kennzeichnen. Von dieser wohltuenden Sonne der Achtung, die über ihrem Manne strahlte, wollte nun so manche Frau etwas mit abbekommen und da blieb ihr scheinbar nichts anderes übrig, als möglichst häufig und deutlich die Berufsbezeichnung oder Stellung, Titel oder Amtsbezeichnung ihres Mannes den anderen Leuten zu Gemüte zu führen.

Gefährlich wurde diese Sitte aber erst dadurch, daß die Frau, der ja die Kindererziehung obliegt, ihre Auffassung und ihre Denkweise auf anwachsende Kinder übertrug und damit in den nichtsahnenden Kindern erst das Gefühl für Klassenunterschiede wachriefen. Hier droht der Volksgemeinschaft Gefahr! Deshalb muß hier im Hinblick auf das große Ziel der Gemeinschaft Abhilfe geschaffen werden. Eine Mutter, die Frau irgendeines Direktors z. B., die ihr Töchterchen bis zum 10. Jahr mit der Tochter des Arbeiters aus dem Nebenhaus spielen ließ und nun, wo ihr Mädchen auf die höhere Schule kommt, plötzlich den Umgang mit dem Arbeiterkind verbietet, - weil sich das nicht mehr gehört!! – diese Mutter begeht ein Verbrechen an der Volksgemeinschaft.

Verständlich ist ein solches Verhalten einer Mutter nur dort, wo es in berechtigter Sorge um ihr Kind geschieht, weil z. B. das andere Kind – dessen Mutter als Aushilfe und Wäscherin häufig von daheim weg ist und sich naturgemäß nicht so um ihr Mädchen kümmern kann – verwilderte Umgangsformen zeigt. Aber hier gibt es andere Auswege als ein bloßes Verbot. Hier hat die Frau des Direktors die Pflicht, ihr Äußerstes zu tun, um auch dem Arbeitermädchen eine wegweisende Führerin im Leben zu sein.

Wo besonders schwierige Fälle verwilderter Erziehung vorliegen, dort schafft der Staat von sich aus Abhilfe, indem er solche Jugendliche in Fürsorgeerziehung nimmt.

Aus diesen kurzen Hinweisen auf die Stellung der Frau im heutigen Staate mag man entnehmen, von welch geradezu entscheidender Bedeutung ihr Verhalten für die Bildung einer Volksgemeinschaft ist. Möge sich jede deutsche Frau und Mutter tagtäglich dieser verantwortungsvollen Aufgabe gegenüber der Gemeinschaft bewußt sein und stets danach handeln.



Der deutsche Mann.

Die Wesenszüge des jungen Deutschen der Jetztzeit und der Zukunft werden bestimmt durch Wahrhaftigkeit, Klarheit und Natürlichkeit. Wie diese innere Einstellung sich nach außen hin ausprägt, ist Privatsache des einzelnen. Aber es versteht sich von selbst, daß die jungen Männer ihr Ideal nicht im „lackierten Affen“ mit ondulierten Haarwellen sehen. Wer diese äußere Aufmachung liebt, zeigt damit, was Geistes Kind er ist. Er beweist auf diese Weise, daß er nicht die innere Grundlage versteht. Er wird von jedem rechten deutschen Manne abgelehnt und in die Kategorie der „Hampelmänner“ eingegliedert.

Die Gestaltung des jungen Deutschen soll betont männlich sein. Die Aufgaben, die daraus erwachsen, kristallisieren sich um die Begriffe Kameradschaft und Disziplin. Auf diese beiden männlichen Eigenschaften ist die Erziehung des jungen Deutschen ausgerichtet. Sie ist erkennbar in dem Stufengang: Jungvolk, Hitlerjugend, Reichsarbeitsdienst, Wehrmacht und SA. Die betont männliche Erziehung, die damit verbunden ist, soll aber nun nicht den jungen Mann in ein Gefühl der Überheblichkeit gegenüber Frauen und Mädchen bringen. Das Gefühl gegenüber der Weiblichkeit muß auf der Grundeinstellung der Achtung vor den Aufgaben der Frau im nationalsozialistischen Staate beruhen. Die Aufgaben der männlichen und er weiblichen Deutschen mögen verschieden sein, - die einheitliche Weltanschauung bindet beide an nationale und völkische Ziele, die das Verhältnis zueinander regeln müssen.

Der junge Deutsche von heute kennt nicht die wallende Lockenmähne einer vergangenen Zeit. Er hat nichts zu tun mit dem liebeschmachtenden Tanzbodenjüngling mit pomadisiertem Haarschopf und parfümiertem Taschentuch. Klar und ehrlich wie seine Gesinnung ist sein Blick, unwandelbar ist seine Kameradschaft und straff seine Disziplin. Er handelt stets so, daß er für das, was er tut, voll und ganz eintritt. Er fühlt sich auf Gedeih und Verderben verbunden mit dem Schicksal seines Volkes, und er ist voll starken Verantwortungsgefühls gegenüber dem Volksganzen. Er hat vor nichts anderem Respekt als vor einem sauberen Charakter. Wenn er Unsauberes erkennt, packt er zu, fest und griffig, weil er sich als Hüter des Guten und der Ehre fühlt.

Unehrlichkeit ist ihm verhaßt, auch dann, wenn Ehrlichkeit zu seinem Nachteil ist. Sein Sinnen und Denken ist immer nur auf das Wohl der Volksgemeinschaft gerichtet, zu der er von unbändiger Liebe erfüllt ist. Gewiß, - diese Sätze stellen eine Art Idealbild auf, denn in der Wirklichkeit haben wir Menschen alle den einen oder anderen Fehler, der uns hindert, das Ideal voll zu erreichen. Die Hauptsache bleibt immer das ehrliche Wollen des jungen Deutschen, den hier gegebenen Forderungen nachzustreben.

Sein Seelenleben ist vollkommen verschieden von dem seiner Großväter, die unsere Weltanschauung nicht kannten. Somit erwachsen auch für das Verhalten und das Benehmen des jungen Deutschen andere Aufgaben, als sie damals für eine entschwundene Zeit maßgeblich erschienen und völlig verändert gegenüber früher muß auch das Verhalten der älteren Generation gegenüber der jüngeren sein. Sie muß Anleitung und Führung haben, - aber anders als früher. Nicht weichlich und nachsichtig will unsere Jugend geführt werden, sondern hart und unerbittlich, wenn es zum Wohle des Ganzen dient. Kämpferisch und von Siegeswillen beseelt will der junge Deutsche sein, er will den Dingen dieser Welt ohne Phrasentum und oberflächliches Moralgefasel ins Auge sehen, damit er rechtzeitig die Gefahren erkennt, die ihm und seiner Volksgemeinschaft durch falsches Handeln drohen. Alle Fasern seines Seins müssen erfüllt sein und werden von dem Gefühl der Verantwortung für Volk und Staat im Hinblick auf die Zukunft.

Die vornehmste Eigenschaft des deutschen Mannes muß die wahre Kameradschaft sein. In diesem Charakterzug liegt alles beschlossen, was wir sonst als Hilfsbereitschaft, Einsatzbereitschaft für die anderen Verbundenheit mit den Volksgenossen usw. bezeichnen. Es ist an dieser Stelle einmal angebracht, den früheren Kameradschaftsbegriff mit dem heutigen zu vergleichen. Eine Kameradschaftspflege früherer Jahre hatte häufig genug die Form herablassenden Wohlwollens von Seiten derjenigen, die meinten, etwas Besonderes zu leisten, wenn sie sich kameradschaftlich verhielten. Der Aufbruch des natürlichen Empfindens für Kameradschaft, das sich ohne Ansehen der Stellung und des „Standes“ auf jeden Kameraden erstreckte, wie es sich im Fronterlebnis des Weltkrieges zeigte, wurde in der Nachkriegszeit leider zu bald verschüttet von den zerstörenden Gedanken des Egoismus, der weltanschaulich verankert, unsere Sinne und unser natürliches Empfinden erstickte.

Wir suchen heute die Kameradschaft auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung. So natürlich es ist, daß diese Weltanschauung Unterschiede bei den Volksgenossen kennt, soweit sie sich auf die erbgegebenen Veranlagungen zu unterschiedlichen Leistungen beziehen, so natürlich bindet die Weltanschauung alle Volksgenossen und läßt sie als Schicksalsgemeinschaft empfinden. Mag also eine besondere Veranlagung den einen als Minister an die Spitze des Volkes stellen und den anderen als Straßenkehrer der Allgemeinheit diene lassen,- die unterschiedliche Leistung und Stellung hindert nicht, daß der Minister mit dem Straßenkehrer im Sinne wahrer Kameradschaft verkehrt. Es ist erst dann die richtige Kameradschaft, wenn der in einer einfachen Stellung seiner Volksgemeinschaft Dienende empfindet, daß die ihm von einen anderen, in verantwortungsvoller Stellung befindlichen entgegengebrachte Gesinnung keine absichtlich herbeigeführte, von Wohlwollen triefende Kameradschaft für billige Gelegenheit ist.

In der Kameradschaft, die opferbereit bis zum Letzten ist, zeigt sich die wahre Männlichkeit in höchster, edelster Form.

Der junge Deutsche muß von dem Standpunkt aus erzogen und behandelt werden, daß alle Arbeit der Gegenwart erst dann sich vollkommen zum Wohl der Gemeinschaft unseres Volkes auswirken kann, wenn sich die kommende führende Generation schon in der Jugend dieser Verantwortung bewußt ist und sich mit unerbittlicher Härte darauf vorbereitet, vertiefend auszubauen, was die Gegenwart leistet.





Wem ist man Achtung schuldig?


Achtung ist man jedem Volksgenossen schuldig, solange man nicht einen persönlichen oder sonstwie einwandfreien Beweis dafür hat, daß der andere dieser Achtung unwürdig ist. Die Achtung, die wir aus freiwilliger Anerkennung und aus natürlichem Empfinden bewiesen, ist die höhere, denn es gibt auch eine Achtung, die wir der Stellung des anderen Menschen schulden. Ein Soldat z. b. muß einem Vorgesetzten die nötige Achtung erweisen, auch wenn er innerlich nicht damit einverstanden ist. Solange der andere ihm als Vorgesetzter übergeordnet und damit also Repräsentant der obersten Leistung ist, muß er im Interesse des Ganzen die erforderliche Achtung aufbringen, ohne Rücksicht auf sein tatsächliches Empfinden. Diese Achtung aus Autoritätsgründen steht aber sittlich nicht so hoch, wie die freiwillige Anerkennung und Achtungsbezeugung, die aus dem Herzen kommt.

Die frühere Zeit zollte in erster Linie der Leistung eines Menschen Achtung. Davon rückt der Nationalsozialismus entschieden ab. Wir wissen, daß es Menschen gibt, deren Leistung auf irgendeinem Gebiete untadelig ist, die aber in ihrem Charakter so niedrig stehen, daß wir sie verachten müssen. Ein Direktor des Wirtschaftslebens z. B. kann ein außerordentlich geschickter Organisator sein. Seine Gesinnung der Gefolgschaft gegenüber aber verlangt die schärfste Verurteilung. Andererseits gibt es herzensgute Menschen, die aber zu keiner überragenden Leistung fähig sind. Als anständige Volksgenossen stehen sie uns aber weit näher als jener Direktor und sie verdienen allein wegen ihrer Gesinnung unsere volle Achtung. Maßgeblich für das höchste Maß der Achtung, die ein Mensch beanspruchen kann, sind Charakter und Leistung.

Nicht immer erkennt ein Mensch andere, die er achten sollte. Durch Kleinigkeiten und Kleinlichkeiten beeinflußt übersehen wir manchmal das Verdienstvolle und Achtungswürdige bei anderen, z. B. bei den Eltern und Großeltern, bei allen Menschen, die sich um unsere Erziehung bemühten, bei den Menschen, die im freiwilligen Ehrendienst der Volksgemeinschaft stehen (z. B. NSB- und WHW-Sammler). Achtung gebührt vor allem auch den Kriegsverletzten sowie den Opfern aus den Kampfjahren der Bewegung und der Arbeit. Es gibt nur einen einzigen Fall, wo wir auch diesen Personen die Achtung versagen müssen: das ist dann notwendig, wenn diese Mitmenschen irgendetwas getan haben, was unsere Volksgemeinschaft im erheblichem Grade schädigt oder wenn sie bestrebt sind, uns in unserer Weltanschauung zu erschüttern.

Aber wir haben nicht nur Personen gegenüber Achtung zu bezeugen, sondern auch Symbolen. Dazu gehören in erster Linie die Symbole der Bewegung. Wer die Standarten, Fahnen und Stander der Bewegung z. B. nicht grüßt, gibt damit eine Gesinnung zu erkennen, die verachtenswürdig ist. Achtung gebührt auch dem Symbolen des Stattes, sowie den verschiedensten staatlichen Einrichtungen. Wie nie zuvor, wissen wir heute, daß der Staat wir selbst sind und daß unsere Staatslenker unser vollstes Vertrauen genießen. Weiter haben wir allen Symbolen des Religiösen unsere Achtung zu erweisen, wenn nicht alles Feingefühl in uns erstorben ist. Es gibt eine Fülle von Vorfällen im Alltagsleben, wo uns dieses Gefühl das richtige Verhalten zeigen kann, z. B. beim Besuch von Ehrenmälern, Ehrenhainen, Kirchen, Kirchhöfen usw.





Der Mann in seinem Verhalten gegenüber Frauen und Mädchen



In dem Verhältnis der Geschlechter zueinander ist gegenüber früher so manche Änderung eingetreten. Wenn man den alten „Knigge“ liest, und dabei an die heutige Zeit denkt, wird einem dieser Unterschied so richtig klar. Früher hat eine verzopfte Moral eine Haltung besonders zwischen Jugendlichen gepredigt, die häufig genug zu Heuchelei, Heimlichkeiten, Verlogenheit und damit zum Zerwürfnissen zwischen Eltern und Kindern führte. Wir wollen heute Ehrlichkeit und Offenherzigkeit auch in diesen Dingen.

Die vollkommene Umstellung in der Erziehung der Jugendlichen wirkt sich dahin aus, daß die manchmal fast überängstliche Besorgtheit und Abschließung der Geschlechter voneinander heute einer freien Erziehung gewichen ist. Früher gaben nur zu häufig Herkunft, Stellung, Titel, Beruf und Einkommen des Vaters den Ausschlag für die Wahl der Lebensgefährtin bei den jungen Männern. Wir haben heute einen völlig veränderten Bewertungsmaßstab. Der Mensch selbst und seine gesinnungsmäßigen Vorzüge sind entscheidend geworden. Der freiere Umgang mit dem anderen Geschlecht gibt dem jungen Mann von heute Gelegenheit, die menschlichen Qualitäten junger Mädchen zu erkennen und zu vergleichen.

Die Haltung des Mannes gegenüber der Frau ist zu allen Zeiten davon abhängig gewesen, was der Mann in der Frau sah. Wenn in einer vergangenen Zeit sich das deutsche Mädchen als Modepüppchen mit Schminke, Puder, Lippenrot und allerlei Firlefanz abgab, durfte man sich nicht wundern, wenn es in den Augen vieler Männer als Spielzeug galt. Fremde Lehren waren in unser Volk eingedrungen und hatten die Würde der deutschen Frau mit Hohn und Spott übergossen. Galt sie dem einen als Püppchen, war sie für den anderen eine „Sünderin“, eine Verführerin, vor der man sich in acht nehmen mußte. Man durfte sich nicht wundern, wenn die Frauen in überheblicher Betonung des Männlichen von mancher Seite nicht für voll angesehen wurde.

Die Männer müssen wieder den Begriff der Würde der Frau erfassen lernen und Frauen und Mädchen danach einschätzen, wie sie sich zu ihren Aufgaben als Hausfrau und Mutter stellen. Frauen müssen uns in ihrer natürlichen Bestimmung als Trägerinnen und Hüterinnen des Nachwuchses unseres Volkes und unserer Rasse heilig sein. Wir müssen Ehrfurcht vor ihrer Sendung haben. Der deutschen Frau gebührt eine besonders achtenswerte Stellung. Das Verhalten des Mannes ihr gegenüber richtet sich ganz danach, wie eine Frau diese Aufgabe als Hüterin des deutschen Wesens und unserer Rasse auffaßt und sich danach verhält.

Im einzelnen wird das Verhalten des Mannes dadurch bestimmt, ob es sich um das Berufsleben handelt oder um privaten Umgang. Während in der beruflichen Arbeitskameradschaft der Umgang höflich und sachlich orientiert ist, gestattet der private Umgang eine freundlichere, herzlichere und verehrende Form. Man könnte das Verhalten auch anders formulieren: Im Berufsleben korrekt und alles Persönliche zurückhaltend, im privaten Leben unserer Sympathie entsprechend; dort dienstlich – kameradschaftlich, hier freundlich, unserer Zu- oder Abneigung entsprechend.

Das Verhalten des Mannes sei gekennzeichnet durch Rücksichtnahme. Diese Rücksichtnahme ist begründet in der geringeren physischen Stärke und in der schwächeren Nervenkraft und der hierdurch bedingten größeren Hilfsbedürftigkeit.

Im praktischen Leben zeigt sich das in vielen Einzelheiten, die mehr oder weniger wichtig sind. Man läßt z. B. Frauen und Mädchen überall den Vortritt. Bei schwer zu öffnenden und festzuhaltenden Türen geht der Mann voran und hält die Tür fest, bis die Frau hindurchgeschritten ist. Fällt etwas herunter, hebt man es auf. Wird beim Ausgang der Mantel über dem Arm getragen, so nimmt ihn der Mann der Frau ab. Er hilft ihr beim Aufspannen des Schirmes, er besorgt die Abgabe der Überkleidung im Theater oder sonstwo. Rücksichtnahme zeigt sich vor allem gegenüber älteren Frauen und solchen mit kleinen Kindern. Man ist zu ihnen in jeder Weise zuvorkommend. Man hilft ihnen beim Besteigen von Verkehrsmitteln, gegebenenfalls beim Treppensteigen, beim Überqueren von Verkehrsstraßen, man trägt ihnen etwas, wenn man sie dadurch behindert sieht. Ein aufmerksamer Mann nimmt einer Frau oder einem Mädchen Besorgungen ab, die Schwierigkeiten verursachen. Diese Hilfsbereitschaft ist besonders dann erforderlich, wenn es sich um kranke und hilfsbedürftige Frauen handelt.

Erntet der Mann für seine Aufmerksamkeit ein Lächeln des Dankes, benutze er dieses nicht ohne weiteres als Annäherungszeichen. Eine Frau empfindet ein Rücksichtsvolles Verhalten des Mannes dann als wohltuend und edel, wenn der Mann daraus keinen Anspruch auf irgendwelche Belohnung ableitet.

Das gilt ganz besonders für die Fälle, wo ein Mann einer Frau in bedrängter Lage als Beschützer beisteht. Erkennt ein Mann, daß eine Frau von irgendjemanden belästigt wird, dann hat er für die Frau einzutreten. Der rohe Mensch mag sich darüber belustigen, wenn er eine Frau in Bedrängnis sieht, - derjenige, der sich jederzeit darüber im klaren ist, welch wichtige Rolle der Frau in unserer Volksgemeinschaft zukommt, tritt schützend für sie ein, selbst wenn er dafür Unannehmlichkeiten auf sich nehmen muß. Die hunderterlei Dienstleistungen, die ein Mann einer Frau erweisen kann, können hier nicht aufgezählt werden. Sie ergeben sich aus dem einzelnen Fall. Maßgebend ist der hilfsbereite Wille, der jedem bei gegebener Gelegenheit sagt, was er zu tun und zu lassen hat. Ganz besonders sei darauf hingewiesen, daß man solche Rücksichtnahme nicht nur hübschen Frauen und Mädchen erweist sondern auch den anderen.

Es ist einen Mannes unwürdig, eine Frau oder ein Mädchen anzuschreien oder sie zu irgendetwas zu zwingen, weil er in der stärkeren Position ist. Es zeugt von niedriger Gesinnung, wenn ein Mann die Eitelkeit, - eine Schwäche der meisten Frauen – dadurch ausnützt, daß er ihnen unwahre Schmeicheleien sagt, um sie auf diese Weise zu gewinnen. Als ein anständiger und charaktervoller Kerl zeigt sich ein Mann dann, wenn es heißt, einer Frau oder einem Mädchen gegenüber ein Opfer zu bringen und selbstsüchtige Gründe zurückzustellen. Ein junges Mädchen muß fühlen, daß ein junger Mann ein Kamerad im besten Sinne des Wortes sein kann. Eine Frau oder ein Mädchen durch leere Versprechungen, von denen man von vornherein weiß, daß man sie nicht halten kann oder will, zu unbedachten Handlungen zu verleiten oder eine hilflose Lage auszunützen, ist im höchsten Grade feige, unwürdig und unmännlich.

Junge Männer stellen mitunter an ihnen besonders vertraute Ältere die Frage, ob etwas dagegen zu sagen sei, wenn sie bereits im Alter von 16, 17 Jahren mit jungen Mädchen Freundschaft halten dürfen. Dazu ist festzustellen, daß es ganz darauf ankommt, mit was für einem Mädchen der Umgang gepflegt wird. Wenn es ein in ihrem Äußeren und in ihrer Gesinnung sauberes Mädchen ist, dann kann sich ihr Einfluß auf den jungen Mann durchaus günstig auswirken. Der bislang in seinem Äußeren nachlässige junge Mann gibt plötzlich acht auf saubere, ordentliche Kleidung, er pflegt Haar und Hände. In seinem Verhalten weicht die Klobigkeit und das Ungelenke dem Bemühen, Lebensart und Anstand zu zeigen. Er schämt sich plötzlich, dumme Streiche zu begehen, die ihm früher interessant erschienen. Wenn also ein junger Mann diese heilsame und fördernde Wirkung durch den Umgang mit jungen Mädchen erfährt und wenn er in seinem Verhalten immer daran denkt, daß seine eigene Mutter auch einmal ein solches junges Mädchen war, dann wird gegen solche Freundschaft nichts einzuwenden sein.

In diesem Zusammenhang sei noch auf eine besondere Eigentümlichkeit der jungen Männer etwa bis zum 21. Jahre hingewiesen, die das Verhalten zu Mutter und Schwester betrifft. Junge Leute benehmen sich daheim, bei ihren Eltern oft ganz anders als in der Öffentlichkeit. Bei anderen Menschen sind sie höflich und nett, sagen hier „Bitte schön!“ und dort „Danke schön!“, springen hinzu, wenn etwas heruntergefallen ist, halten die Tür vor älteren Personen auf, kurzum, sie bemühen sich, einen angenehmen Eindruck zu machen. Und daheim? – da faucht man die Geschwister an, knurrt den Eltern kaum Antwort, läßt die Mutter etwas Heruntergefallenes selbst aufheben, ist patzig, mit einem Wort: man tut so, als ob Höflichkeit eine Sache wäre, die daheim absolut nicht zur Anwendung kommen dürfte. Man möchte fast annehmen, manche junge Leute genieren sich, zu ihren Angehörigen, insbesondere zu ihrer Mutter und ihren Schwestern freundlich und nett zu sein.

Die durch Rücksichtnahme, Achtung und Ehrerbietung gekennzeichnete Stellung des Mannes und insbesondere des jungen Mannes, kann nicht zeitig genug im Gefühlsleben des heranwachsenden Knaben wachgerufen werden, und es ist eine männliche Pflicht, diese achtungsvolle Haltung, wo immer es auch sei, zu pflegen und zu üben.





Junge Mädchen und Frauen gegenüber Männern.

Wir wollen heute keinen gezierten Mädchenpensionatston gegenüber der Männerwelt. Aber auch der rauhe Umgangston und das betont Männliche, das manche für burschikos halten, trifft nicht das richtige Verhalten zum Mann. Das junge Mädchen sei ehrlich und offen und trete auch so dem Manne gegenüber. Heuchlerische Koketterie ist etwas für diejenigen, die über keine natürliche Anmut verfügen, die allein vermag, ein junges Mädchen anziehend zu machen. Die Beziehung, die ein junges Mädchen zu jungen Männern aufnimmt, hängen in ihrer Form ganz davon ab, wie sich das junge Mädchen verhält. Dieses Verhalten bestimmt den Ton, den man ihm gegenüber anschlägt.

Bei den Überlegungen darüber, was in dem Umgang mit Männern falsch ist oder richtig, muß sie sich danach richten, daß sie nichts tun darf, was sich mit der Erfüllung ihrer späteren Aufgabe als Hausfrau und Mutter nicht verträgt. Damit hängt ihr guter Ruf zusammen. Bei allem Handeln und Tun muß ihr klar vor Augen stehen, daß sie diesen Ruf sorgfältig zu wahren hat. Sie muß alles vermeiden, daß sie durch ihr Verhalten dazu beiträgt, daß auch Volksgenossen, die nicht prüde sind und billigen Klatsch verabscheuen, doch Anlaß haben, über sie Schlechtes zu reden. Es ist für ein junges Mädchen außerordentlich bedeutungsvoll, wenn es in jungen Jahren eine Vertraute hat, mit der sie über alles sprechen kann, und diese Freundin sollte die eigene Mutter sein. Die frühere Zeit, wo ein junges Mädchen wohl behütet und beschützt wurde, bis die „passende Partie“ für sie gefunden war, ist vorbei und wir denken heute anders. Das junge Mädchen von heute soll nicht gegängelt werden, sondern es muß selbständig handeln. Die Grenzen der Verantwortung bestimmt die Zukunftsaufgabe, die ihr als Frau von Rasse und Volk gestellt wird.

Das Verhalten zu jungen Männern sei weder geziert noch steif ablehnend oder lebhaft entgegenkommend, sondern einfach und natürlich. Ein Mädchen, das gleich mit allen Männern gut Freund ist, wird wohl viel umschwärmt, - aber niemand nimmt es ernst. Ein Mädchen für alle wird selten das Mädchen für einen sein! Sollte jemand es wagen, in der Gesellschaft junger Mädchen etwas Unziemliches zu sagen, wird es sich zeigen, welche Gesinnung die einzelnen Mädchen haben. Ein Mädchen mit sauberer Gesinnung muß mutig genug sein, beleidigende Zumutungen deutlich abzuwehren, zum mindesten durch Grenzen ziehendes Schweigen.

Ein junges Mädchen sollte von Männern keine Geschenke annehmen, die sie nicht auch ihren Eltern zeigen kann.

Ähnlich so kann das Verhalten von Frauen zu Männern charakterisiert werden. Entscheidend für die Art und Weise ihres Benehmens ist einzig und allein das Urteil, ob sie sich so als Hausfrau und Mutter verhalten durfte. Sie handle stets so, daß sei ihrem Manne ruhigen Blickes in die Augen schauen und ihren eigenen Töchtern raten kann, genau so zu handeln wie sie selbst!





Wenn zwei verlobt sind!


Die Brautzeit soll dazu dienen, daß sich zwei junge Menschen, die beschlossen haben, zusammen durchs Leben zu gehen, möglichst eingehend kennenlernen. Früher war das durch allerlei künstliche „Anstandsregeln“ erschwert. So durften Brautleute nur in Gesellschaft anderer miteinander ausgehen, sie sollten nicht längere Zeit allein im Zimmer bleiben oder gar allein im Hause. Der Bräutigam sollte nicht im gleichen Hause schlafen wie die Braut usw.

Wir denken heute freier, vertrauensvoller. Den jungen Leuten ist heute Selbstverantwortung auferlegt. Die Aufklärung über Rassefragen und völkische Probleme geben ihnen wichtige Aufgaben, wenn sie in den Bund der Ehe eintreten. Es wäre früher absurd gewesen, vom Vater der Verlobten ein ärztliches Gesundheitszeugnis über die Braut zu verlangen und seinerseits das eigene anzubieten. Genauso verhält es sich mit dem Nachweis der arischen Abstammung. Das sind heute Selbstverständlichkeiten.

In manchen „Anstandsbüchern“ früherer Zeit finden sich Ratschläge wie z. B. „Du tust gut, dich über ihre Familie und vielleicht auch über ihre Vermögensverhältnisse zu unterrichten, um zu erfahren, ob sie deinen Wünschen entsprechen oder nicht.“ Mit solchen Anschauung haben wir heute entschieden gebrochen. Der junge Mensch heiratet nicht mehr nach dem „Stand“ oder dem Geldsack, sondern maßgeblich ist allein der Charakter und die Gesundheit des anderen. Bei dieser Auswahl des Ehepartners müssen alle sentimentalen Regungen unterdrückt werden, wenn es darum geht, die Erbanlagen des anderen zu erforschen, um sich zu vergewissern, daß keine verhängnisvollen Anlagen vorhanden sind. Hochwertige Menschen sollen sich nur an erblich gleichwertige binden, da sonst eine Rasseverschlechterung die unausbleibliche Folge sein würde. Den Forderungen der Rassehygiene haben sich alle anderen Wünsche auf Wohlleben und persönliche Bequemlichkeit unterzuordnen.

Damit sich die beiden Verlobten gut kennenlernen, sind heute viele Gelegenheiten gegeben. Sie können allein spazieren gehen und wandern, sie besuchen zusammen Strandbäder, und man wird auch Verständnis dafür haben, wenn sie Urlaubs- und Wochenendfahrten zusammen unternehmen. Die beiden Verlobten sollten aber daran denken, daß es nicht geschmackvoll ist, sich in der Öffentlichkeit allzu zärtliche Beweise ihrer Zusammengehörigkeit zu erweisen. Man trägt seine Gefühle nicht in der Öffentlichkeit spazieren. Das natürliche Schamgefühl setzt die Grenzen, daß man nicht seine innersten Gefühle der lächelnden Mitwelt offenbart. Dasselbe gilt für Streitigkeiten.

Den Schwiegereltern komme man vorurteilsfrei und offen entgegen und man gebe sich so, wie man ist. Das erfahrene Auge älterer Leute erkennt sehr rasch den Wesenskern eines Menschen. Wer etwas vortäuscht, kann sich nur allzu leicht lächerlich machen. Beim ersten Besuch bei den Schwiegereltern erzähle man nur auf Befragen von sich, aber nicht in langen Reden voll überheblichem Selbstlob, in dem falschen Glauben, sich herausstreichen zu müssen, sondern man bleibe bescheiden und halte sich nur an Tatsachen und nicht an „Wolkenkuckucksheime.“ Ebenso offen und ehrliche gebe man sich den Geschwistern der Verlobten oder des Bräutigams gegenüber. Man wird sich ihre Sympathie sofort verscherzen, wenn man immer nur erzählt, was man alles schon geleistet hat und was man noch leisten will, wieviel Macht und wieviel Einkommen man habe. Der Verlobte wird seiner Braut eine große Freude breiten, wenn er sich mit ihren Angehörigen gut stellt und das gleiche gilt für die Braut in ihrem Verhältnis zu den Verwandten ihres Bräutigams.

Ist der Verlobte abwesend, so hat eine Braut auf ihr Verhalten insbesondere zu anderen jungen Männern Rücksicht zu nehmen. Wenn sie ihren Verlobten wirklich lieb hat, wird sie die richtigen Grenzen zu ziehen wissen. Sie muß vor allem vermeiden, einem anderen Manne besonders entgegenzukommen oder auch sich von ihm auszeichnen zu lassen. Man stellt seine Braut bezw. seinen Verlobten in den Bekanntenkreisen vor.

Geht eine Verlobung auseinander, so ist es üblich, sich die Geschenke und Briefe gegenseitig zurückzugeben. Geschieht das Auseinandergehen in gutem Einvernehmen, wird man sie auch behalten können. Auf jeden Fall verlangt es das Taktgefühl, daß man gegenüber anderen niemals Schlechtes von seinem Verlobten erzählt, es sei denn ein ganz besonderer Anlaß dazu gegeben.





Ehegatten untereinander.

Ebenso wie unsere Auffassung von der Stellung der Frau in Familie, Volk und Staat eine gegenüber früher sehr veränderte ist, so hat auch manches in den Beziehungen der Ehegatten zueinander eine neue Form gefunden. Der heutige Staat kann als Ehefrauen keine sogenannten „Luxusweibchen“ gebrauchen, die ihre Tätigkeit nur darin sehen, ihre Eitelkeit zu pflegen und in Vergnügen und Zerstreuung ihre Langeweile zu vertreiben. Weniger bekannt ist es, daß auch eine andere Auffassung nicht geteilt wird, nämlich die einer falsch verstandenen Kameradschaft. Mütter, die ihre Kinder und den Haushalt im Stich lassen, in dem Ehrgeiz., den Mann in seinem Schaffen nachzuahmen und Zielen nachzugehen, die außerhalb ihrer eigentlichen Aufgaben liegen, haben nicht das richtige Verhalten zum Mann gefunden. Es werden aus der Arbeit heraus Gegensätze auftauchen, die für die Beziehung beider nicht fördernd sind.

Die getrennten Aufgaben von Mann und Frau hindern nicht, daß sich die Ehegatten gelegentlich über ihre Arbeitsgebiete aussprechen und jeder dem anderen mit Verständnis für seine Lage einen Rat gibt. Der Mann darf nicht immer erwarten, daß seine Frau nur für seine Dinge Verständnis aufbringt und die Frau darf nicht verlangen, daß ihr Mann lediglich für ihre Dinge Interesse hat. Die Frau suche soweit in die Arbeit ihres Mannes einzudringen, daß sie ihm auch gelegentlich eine Anerkennung über seine Arbeit sagt und der Mann erkenne seinerseits die treue Pflichterfüllung seiner Frau an, die von vielen Männern weitaus unterschätzt wird. Der Mann findet schon mal Anerkennung durch seinen Berufskreis, - aber seine Frau?? Ist es ein Wunder, daß sie sich eher nach Anerkennung ihrer Leistungen sehnt und dafür wahrscheinlich dankbarer ist als der Mann? Das sollte der einsichtsvolle Ehemann berücksichtigen.

Und wenn es etwas zu tadeln gibt, muß man nicht immer gleich mit schwerem Geschütz auffahren. Wenn der Mann zu seinen Arbeitskameraden oder zu seiner Gefolgschaft nett und freundlich ist, sollte er das erst recht seiner eigenen Frau gegenüber sein. Es gibt leider viele Männer, die der Ansicht sind, man müßte sine Frau schlechter oder nachlässiger behandeln als andere Frauen. So nett sie zu anderen Frauen sein können, so unbeholfen und barsch sind sie häufig zu ihrer eigenen Frau, der oft genug andere Frauen als Vorbild vorgehalten werden. Das kommt aber lediglich daher, daß die Männer mit anderen Frauen nur dann zusammenkommen, wenn sie sich gewöhnlich von der besten Seite zeigen, während sie ihre eigene Frau bei aller hausfraulichen Arbeit kennen, - auch bei Verstimmungen, Ärger, Sorgen usw. Würde diese Ehemänner auch andere Ehefrauen in ihrem Wirkungskreis als Hausfrau und Mutter sehen, auch an sorgenreichen Tagen, brächte so mancher seiner eigenen Frau in Zukunft mehr Achtung entgegen, weil er erkennt, welche Vorzüge seine Frau gegenüber anderen hat.

Es gibt auch Männer, die im allgemeinen zu ihrer Frau ruhig und nett sind. Sind aber andere Männer oder Frauen dabei, werden sie unausstehlich, trumpfen auf, sind unhöflich und befehlerisch. Und alles warum? – Damit die anderen nicht annehmen sollen, sie ständen „unter dem Pantoffel!“ An diesem lächerlichen Verhalten sind vielfach andere Leute mitschuldig, - nämlich diejenigen, die aus dem zuvorkommenden und liebenswürdigen Verhalten eines Mannes zu seiner Frau schließen zu können glauben, die Frau sei der Herr im Hause und diesem Gedanken auch mit irgendwelchen Bemerkungen Ausdruck geben. Eheleute, die so über andere urteilen, beweisen damit, daß ihnen ein freundliches Verhalten der Ehegatten zueinander etwas Unnatürliches ist, und daraus ergeben sich Rückschlüsse auf ihr eigenes Eheleben. Es darf nicht vergessen werden: an der Art und Weise, wie ein Ehemann seine Frau daheim behandelt, erkennt der Außenstehende den Bildungsgrad eines Mannes.

Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß in jeder Ehe dem Manne der entscheidende Einfluß zukommt, - allerdings nicht auf Grund eines aus juristischen Paragraphen entnommenen Rechtes, sondern auf Grund seiner Haltung, seines Charakters und seiner von Verantwortungsgefühl getragenen Leistungen für seine Familie. Hat ein Mann eine Ehefrau, die dazu neigt, vor ihm herzugreifen und rechthaberisch zu sein, dann prüfe der Mann zuerst, ob sein eigenes Verhalten das richtige ist, bevor er Wege beschreitet, um bei seiner Frau eine Änderung ihrer Haltung zu erreichen. Eine kluge Frau wird stets Verständnis dafür haben, daß nur einer innerhalb der Familie führen und leiten kann. Jede Ehefrau muß bedenken, daß sie nicht nur ihren Ehemann lächerlich macht, wenn sie in seine Entscheidungen in auffälliger Weise eingreift, - besonders in der Öffentlichkeit! – sondern vor allem auch sich selbst. Eine Frau, die sich unter Zurückdrängung und Nichtachtung ihres Mannes als Hausherr aufspielt, wird immer eine lächerliche Figur sein!

Es ist ungehörig und verachtenswert, wenn ein Ehemann seine Frau mit bösen oder rohen Worten beschimpft oder verdächtigt. Umgekehrt gilt natürlich das gleiche. Glaubt ein Ehepartner Anlaß dazu zu haben, wird der taktvolle Ehegatte andere Wege finden, die Angelegenheit auszugleichen. Niemals sollte so etwas vor den Augen und Ohren der Kinder geschehen. Die Eltern sollen den Kindern in allen Dingen Vorbild sein, und damit sind sie verantwortlich für das Tun und Lassen ihrer Kinder als Erwachsene in der Zukunft. In der richtigen Erziehung der Kinder lösen die Eltern eine wichtige Aufgabe, die ihnen an der Bildung einer wahrhaften Volksgemeinschaft zukommt. Wenn die Kinder außerhalb ihres Elternhauses wegen ihres Betragens und ihres Verhaltens Zusammenstöße erleben und manche bittere Erfahrung sammeln müssen, so ist das vielfach Schuld der Eltern.

Damit sind aber nicht alle die Menschen entschuldigt, die wegen mangelnder Umgangsformen Anstoß erregen! Sie mögen sich ernstlich prüfen, ob sie von sich aus alles getan und versucht haben, etwaige Lücken ihrer Erziehung auszufüllen. So mancher wird dann feststellen, daß er selbst ein gerüttelt Maß Schuld an seinem falschen Benehmen trägt.

Für die Pflege des rechten Tones innerhalb der Familie sind beide Ehegatten verantwortlich. Beide Teile müssen sich Mühe geben, den heiterfrohen, netten Ton nicht zu Nachlässigkeit und Rücksichtslosigkeit herabsinken zu lassen. Kommt der Mann einmal verärgert nach Hause, dann ist es an der Frau, den Mann aufzumuntern. Das braucht weniger mit Worten geschehen, sondern die Frau muß vielmehr durch ihr Wesen dem Manne das innere Gleichgewicht wiedergeben. Die Ehefrau sorge dafür, daß er von häuslichen Unannehmlichkeiten verschont bleibe, soweit das möglich ist, denn der Mann wird auch nicht allen beruflichen Ärger daheim abladen.

In allen wichtigen Dingen hole die Frau die Entscheidungen des Mannes ein. Sie gebe nie nach außen hin einen gelegentlichen Unterschied in ihrer und ihres Mannes Auffassung zu erkennen. Es ist taktlos, von den Fehlern eines Ehegatten zu anderen, womöglich wenig bekannten Leuten zu sprechen. Die Ehefrau öffne nicht die Briefe ihres Mannes und umgekehrt. Der Mann sei freundlich zu den Bekannten seiner Frau, und die Frau komme den Freunden ihres Mannes mit hausfraulicher Freundlichkeit entgegen. Weder die Arbeit des Mannes noch die der Frau darf die Ehegatten so sehr in Anspruch nehmen, daß sie sich nicht der Familie widmen können.

Der Ehemann verhalte sich immer so, daß er nicht als Haustyrann angesehen wird. Die Ehefrau wird ihrem Manne dankbar sein, wenn er ihr ab und zu durch kleine Freundlichkeiten beweist, daß er sie lieb hat.

Das Wirtschaftsgeld darf nicht zu knapp bemessen sein, wenn es nicht der Anlaß zu überflüssigen Reibereien werden soll. Ebenso wie der Mann sich darüber freut, wenn die Ehefrau seinen kleinen Liebhabereien Verständnis entgegenbringt, so wird die Ehefrau herzlich dankbar dafür sein, wenn der Ehemann ihre Liebhabereien anerkennt und sie nicht etwa deswegen verspottet.

Jede Ehe ist eine Charakterprobe. Die Güte eines Charakters zeigt sich vor allem dann, wenn über den einen der beiden Ehegatten schwere Sorgen oder ein Unglück hereingebrochen ist. Selbst wenn ein Verschulden vorliegt, ist es hartherzig und roh, dem anderen Teil deswegen Vorwürfe zu machen.

Die einzelne Familie gilt als Zelle des Staates. Die Gesinnung des Familienlebens aller Staatsbürger strahlt auf die Volksgemeinschaft aus und somit kann der Einfluß störend oder hemmend sein. Wenn innerhalb der Familie unter dem Vorbild der Eltern ein freundlicher Geist herrscht, der den Kindern später dankbare Erinnerungen an ihr Elternhaus gibt, dann haben beide Ehegatten ihre Pflicht getan, - vor allem dann, wenn der Leitstern des Hausgeistes die nationalsozialistische Weltanschauung ist.







Welchen Eindruck macht Ihre äußere Erscheinung?



Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß sich beim ersten Zusammen treffen das Verhalten der Menschen zueinander häufig danach richtet, welchen Eindruck die äußere Erscheinung auf sie hinterläßt. Es bleibt uns ja auch zunächst kein anderes Mittel, den anderen einzuschätzen. Das erste, was uns auffällt, ist die Kleidung.





a) Die Kleidung

Man wird nicht von jedermann verlangen, daß er geschmackvoll gekleidet geht, denn so mancher hat wohl den Geschmack, jedoch nicht das Geld dazu, um sich entsprechend zu kleiden. Man kann aber von jedem Volksgenossen fordern, daß er sauber und ordentlich gekleidet ist. Der schönste Anzug und das geschmackvollste Kleid manchen einen schlechten Eindruck, wenn sie unsauber sind.

Der Kopfarbeiter hat es leichter, auch bei der Arbeit saubere Kleidung zu tragen, beim Handwerker ist das meistens ausgeschlossen. Aber nichts steht dem im Wege, daß ein Handwerker nach Beendigung seiner Arbeit seine Kleidung wechselt und dann sauber und ordentlich ist. Das gilt insbesondere für Männer, da Frauen und Mädchen aus einem natürlichen Gefühl heraus schon selbst darauf sehen.

Wer nicht auf gute Kleidung sieht, versperrt sich im Leben so manche Erfolgsmöglichkeit. Gute Kleidung soll heißen: einfach, geschmackvoll, sauber und ordentlich. Ein Mensch, der lieber sein Geld für unnötiges Trinken oder Rauchen ausgibt, anstatt sich ein neues Kleidungsstück zu kaufen, weil das alte verbraucht ist, muß sich damit abfinden, daß sich die Mitmenschen ihm gegenüber entsprechend verhalten. Man muß sich in seiner Kleidung auch ein wenig danach richten, wo man sich aufhält. Betonte Einfachheit dort, wo andere Menschen ein festliches Kleid angelegt haben, ist nicht angebracht.

Man kleidet sich, wie es der eigenen Persönlichkeit angepaßt ist. Wer jung ist kleidet sich anders als der ältere Mensch. Wer korpulent ist oder klein, muß sich anders kleiden als derjenige, der hager ist und groß. Alles Auffallende ist geschmacklos. Man kann im einfachen Kleid oder Anzug gut aussehen und im eleganten unfein. Wir Menschen sind alle in Haltung, Figur und Aussehen verschieden; dem müssen wir uns in der Kleidung anpassen. Wer nur stur den anderen nachäfft, wird leicht einen Fehler begehen. Trotzdem können wir uns nach anderen richten, wenn eine entsprechende Übereinstimmung in Figur, Größe, Haut- und Haarfarbe besteht.

Die Mode macht machen Menschen zum Narren. Wer über Schönheitssinn verfügt, wird nicht jede Mode mitmachen, sondern immer sorgfältig prüfen, ob diese Mode auch für ihn paßt. Man braucht nicht sklavisch alles zu übernehmen, sondern man wird manchmal aus einem Neuen das entnehmen, was unserer Eigenart angepaßt ist. Man kann sich also der Mode anpassen, darf sich ihr aber nicht unterwerfen. Alles Auffallendes wird rasch unmodern; das Gediegene vergeht nicht so schnell. Was schön und praktisch zugleich ist und unserer Eigenart anpaßt, das darf man annehmen.

Jeder Mensch sollte seinen eigenen Stil haben. Dazu gehört z. B. Farbensinn. Wer einen offenen Sinn dafür hat, kann durch Beobachten und Schauen viel lernen. Die Farben der Kleidungsstücke müssen harmonieren. Man vermeide zuviel verschiedenen Farben. Beim Baden und am Strand, sowie auf einer Kurpromenade usw. kann man lebhaftere. Fröhlichere Farben nehmen als z. B. beim Spaziergang in der Stadt. Frauen und vor allen Dingen junge Mädchen dürfen ziemlich alle Farben tragen, doch haben sie auf Haut- und Haarfarbe zu achten. Wer blond ist, darf zarte Farben tragen, dunkelblonde und brünette Frauen und Mädchen wählen leuchtendere Farben. Braun, schwarz und weiß können von allen getragen werden.

Es kann nicht jeder Mensch alles besitzen, was dazu gehört, um jederzeit und zu jeder Gelegenheit gut gekleidet zu sein. Es ist besser, weniger zu besitzen, aber alles geschmackvoll und solide als vieles und wenig gepflegt. Man erkennt den Charakter eines Menschen nicht zuletzt daraus, wie er seine Kleidung pflegt. Es ist notwendig, regelmäßig zu bürsten, Flecken zu beseitigen, häufig zu bügeln, kleine Ausbesserungen sofort vorzunehmen. Das Hutband und das Hutfutter müssen sauber aussehen. Krawatten darf man nicht solange tragen, bis sie zerschlissen sind. Schon in jüngeren Jahren sollte man sich daran gewöhnen abends die Kleider zu reinigen, sorgfältig zusammenzulegen und auf einen Bügel hängen. Eltern, die ihre Kinder dazu nicht anhalten, tragen die Schuld daran, wenn später ihre Kinder ihre Sachen nicht in Ordnung halten und einen großen Verschleiß an Kleidungsstücken haben.

Zu einem geschmackvollen Kleid oder Anzug gehört der passende Schuh. Nicht jeder Schuh eignet sich für die Straße. Zur Arbeit trage man festes, solides Schuhwerk. Zum Ausgehen und für den Sonntag-Spaziergang kann man Schuhwerk mit feinem Oberleder nehmen. Es ist unwirtschaftlich und geschmacklos z. B. für Gebirgswanderungen solche Schuhe zu wählen. Auch Schuhe kann man lange halten, wenn man sie richtig pflegt. Schiefe Absätze läßt man sobald als möglich in Ordnung bringen. Jeden Tag sind die Schuhe zu putzen. Am besten geschieht es schon am Abend vorher, weil man morgens mitunter zu große Eile hat. Will man die Form erhalten, legt man Schuhspanner ein.

Handschuhe sollen in der Farbe zum Anzug bezw. zum Kleid passen. Männer tragen im allgemeinen im Sommer Lederhandschuhe. Gefütterte Lederhandschuhe trägt man nur bei Fahrten und Wanderungen im Freien, niemals zum Besuch. Frauen können bei fast allen Gelegenheiten Stoffhandschuhe tragen. Männer verzichten im Sommer gewöhnlich auf Handschuhe, nur bei Festlichen Gelegenheiten nimm man sie mit. Früher trug man Handschuhe bei jedem Ausgange. Bei Frauen und jungen Mädchen ist das bis heute noch viel üblich. Sie tragen die sorgfältig zum Kleid oder zum Mantel ausgewählten Handschuhe auch bei kleinen Gesellschaften und bei Besuchen. Man zieht sie beim Betreten des Raumes aus und legt sie zum Handtäschchen. Glace wird im allgemeinen nur zu Hochzeiten und bei Trauerfeiern getragen. Man kauft heute mit Vorliebe waschbare Handschuhe, um sie häufig reinigen zu können.

Man sollte nicht zu jedem Anzug die gleiche Krawatte tragen, sondern wie der Handschuh, so muß auch die Krawatte dazu passen. Festgebundene und einhängbare Krawatten sind nur etwas für ältere bequeme und für unbeholfene Menschen. Selbstgebundene Krawatten sehen immer besser aus. Querbinder nimmt man nur zu Sportanzügen oder zum flotten Straßenanzug. Krawattennadeln werden nur zu steifen Kragen getragen. Bei festlichen und feierlichen Anlässen wird man halbsteife oder weiche Kragen vorziehen. Im Winter tragen Männer Stoffgamaschen, die man aber z. B. beim Tanzen ablegt.

Für die Männerkleidung sollen noch einige besondere Winke gegeben werden, um die am häufigsten vorkommenden Fehler zu vermeiden. Ein Sportanzug soll z. B. nicht im Geschäft, im Büro oder so