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Default Das Martyrium der elsaß-lothringischen Kinder im Lager Margueritte

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Das Martyrium der elsaß-lothringischen Kinder im Lager Margueritte

Die elsaß-lothringischen Patrioten wissen, daß die Geschichte ihres Landes ihnen verborgen wird, vom französischen Besatzer, der Interesse daran hat, eine kollektive Amnesie zu organisieren um seine Herrschaft zu befestigen. Wir führen da einen täglichen Kampf um jene traurige Gegenwart mit einer Vergangenheit zu verbinden, zu der wir uns bekennen. Wenige unserer Volksgenossen erinnern sich noch an die französischen Grausamkeiten gegen unser Volk am Ende des 2. Weltkrieg. Für die meisten unter uns war das Martyrium der elsaß-lothringischen Kinder im Lager Margueritte, bei Roazhon (Rennes) unbekannt. Man muß sagen, daß die französische Macht die Mitteln hat, das Schweigen zu erzwingen. Hierunter veröffentlichen wir die Zeugenaussage einer elsaß-lothringischen Patriotin zur unmittelbaren Nachkriegszeit: "Das mit dem Lager Margueritte, das Sie erwähnen, ist wahr. Es geschah einige Monate nach dem Waffenstillstand. Alle im Lande sprachen privat darüber, obwohl kein Artikel darüber damals geschrieben wurde. Sie können sich nicht vorstellen, wie Angst damals herrschte" Angst, Verbrehen und Willkür in der Tat:

Das Konzentrationslager Margueritte gab es offiziell nie. So lautet die Antwort des Roazhoner Gemeindamt an alle, die etwas mehr erfahren möchten. Aber außer daß viele Überlebenden dieser Zeit sich genau darab erinnern, von den Verbrechen gehört zu haben, die dort begangen wurden, verfügen wir nun über die Zeugenaussage zweier in Marguerite internierten Personen, sowie Dokumente, die dessen Existenz bezeugen und den Namen seines Kommandanten, des Leutnant Lucas erwähnen. Die erste Zeugenaussage ist die Olier Mordrels in seinem Buch Breizh Atao, un die er von ehemaligen Häftlingen erhielt: "Elsässische Mädchen, Junge Mütter, dessen Geliebte deutsche Soldaten waren, wurden in Straßburg verhaftet und mit einer deutschen Krankenschwester in plombierten Wagen nach Rennes geschickt. Bei der Ankunft waren 12 Kinder tot. Die Krankenschwester, zum Lager Margueritte geschickt, wurden von allen Wächtern vergewaltigt und starb infolge der Gewalttaten."1 Wie der Autor es auch klarstellt, wurden die bretonischen Patrioten wie die anderen gefoltert bzw. vergewaltigt und "die Verhaftung der Verwandten (...) an der Stelle des abwesenden Verdächtigten, u.a. Kinder an der Stelle ihrer Eltern, war nichts Ungewöhnliches"1.

Die zweite Zeugenaussage erschient in der Nr. 71 (Hornung/März 1989) der bretonischen nationalen Zeitschrift Gwenn ha Du, und wurde uns von deren Direktor, Herrn Jacques Le Maho zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um ein gespräch zwischen Yann Bouessel du Bourg und Frau Finotte Peresse, einer nationalen Aktivistin, die 1944 von den Franzosen willkürlich im Lager Margueritte interniert wurde, wo sie 9 Monate blieb. Wir entnehmen den Absatz, der von der Deportation unserer Volksgenossen berichtet.

"Y. B.d.B.: Sie hatten kleine Elsässer deportiert?

F. P.: Ja, es ist eine schreckliche Erinnerung. An jenem Tag war ich beim Schälen. Wir waren ca. 4.000 im Lager Marguerite. (...) Wir haben sie kommen sehen. Es war Freitag und G... der Direktor der Nouvelles Galeries gewesen war und damals Barackenchef war, kam zu uns. Freitag morgens im Lager Margueritte, wurde die Nahrung bis zum Montag abend vorgesehen. Wenn Sie am Samstag ankamen und nicht zu zahlreich waren, konnten Sie trotzdem hoffen ein paar Kartoffeln essen zu können. (...) Doch waren Sie nicht vorgesehen. Sie waren tatsächlich da, doch nicht fürs Essen!

Also an jenem Freitag nachmittag kam G... und sagte: "Es kommt ein Kontingent elsässischer Frauen mit einigen Männern und Kindern - es waren ca. 50 Kinder - nichts war geplant um ihnen zu essen zu geben. Vor Dienstag kommen sie nicht dran, also ist es eine Geste vonFranzosen, wenn Ihr ihnen helfen wollt..." Dann habe ich geschrien: "Von Franzosen? Ach nein! Von Menschen wohl, aber nicht von Franzosen! » Wir haben sie vier Tage lang ernährt. Wirklich wurde es sehr spontan, seien sie Lustmädchen oder sonst, wir haben ihnen das gegeben, was wir hatten, was unsere Verwandten uns gebracht hatten - was schon nicht viel war, da man uns ein Großteil davon bei der Rezeption wegschnappte. Und diese Kinder blieben im Lager. Einige Zeit danach, ich war wieeer mal beim Schälen, da kam ein Karren von Métrailles' an. So ein Karren gezogen von Rossen, um den Proviant zu befördern. Ich sehe noch den Fahrer (...) ein sehr großer Typ. (...) Für ihn waren wir sicher schlechte Frauen, die es sicher verdienten da zu sein oder massakriert zu werden. Und an dem Moment kam eine Gruppe Kinder vorbei. Sie wurden von einem "Corps Urbain" geführt, den wir 10h10 nannten, weil er so ging wie ein Metronom. (...) Er hatte einen kleinen Stock, mit dem er mal die Beine der Kinder schlug. (...) Sie waren sehr mager und der Karrenführer sah uns an und fragte: "Was ist das?" Wir erwiderten: "Na ja, es sind Kinder!" - "Kinder? (...) Warum sind sie da" - "Es sind Kinder aus dem Elsaß." Das hat ihn so empört! Er hat angefangen zu fluchen! Ich glaube, er war schon ein Kilometer weit, daß man ihn noch fluchen hörte! "So eine Schande! Was man einem so erzählt! Und Kinder stellt man ins Konzentrationslager!" Er war außer sich!

Und dann sind alle kleine elsässischen Kinder gestorben.

Sie sind alle nacheinander gestorben, aus Cholera aber vor allem sind sie verhungert. Es war wirklich schrecklich. Und unter diesen Elsässern gab es Männer, Behinderten, na ja Sie wissen, all die, die nicht folgen konnten, arme Leute! Ach das Land der Freiheit und der Zivilisation! Aber ja! Sowas sagt man nicht! Ich habe es gesagt, soviel ich konnte..."


Das Blut unserer Märtyrer, und man zählt sie mindestens zu Zehntausenden seit dem Beginn der Besatzung, ist ein erschütternden Aufruf zum Kampf. Die Justiz, die wir ihnen schulden, wird erst dann kommen, wenn die Franzosen fortziehen. Damit wird es aber nicht fertig sein, denn sie werden sich für ihre Verbrechen beim Freistaat Elsaß-Lothringen offiziell entschuldigen müssen.

1 Breiz Atao éd. A. Moreau 73

von Gerald Müller
Das Martyrium der elsaß-lothringischen Kinder im Lager Margueritte

Tabellarische Geschichte Elsaß-Lothringens / Emanzipation (1870-1918)
__________________
Aptrgangr sagt:
I am republican anyway
Lutiferre sagt:
me too, but thats mostly because i am against monarchy





„Noch sitzt Ihr da oben, Ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, doch dem Volke zum Spott! Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk, dann gnade Euch Gott!“
(Theodor Körner 1791-1813)
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