Thread: Der 1.Mai
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Cool Der 1.Mai

Tag der Arbeit:

Sonne, Salzgurken & ein GusiHans Werner Scheidl (Die Presse) 02.05.2005

Wien, Rathausplatz. Ein Sonntagsspaziergang mit vielen Gleichgesinnten. Gusenbauer: "Der Tag der Entscheidung naht!"



Beste Stimmung bei der Kundgebung auf dem Rathausplatz. Wiens Bürgermeister Michael Häupl, SP-Obmann Alfred Gusenbauer. | (c) APA
WIEN. "Die Zeitenwende ist angebrochen! Der Tag der Entscheidung naht!" Für den SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer ist die Mai-Demonstration auf dem Wiener Rathausplatz ein Heimspiel. Hunderttausend Marschierer zählten die Veranstalter (die Polizei ein bisschen weniger). Und die jubelten, als der Platzsprecher den Parteichef, der seit zwei Stunden der sengenden Hitze trotzte und ausdauernd winkte, ankündigte: "Es spricht der künftige Bundeskanzler von Österreich, Doktor Alfred Gusenbauer!" Und "Gusi" gab sich Mühe. "Die Menschen haben genug davon, dass die Gewinne jeden Tag steigen und die Arbeitsplätze weniger werden." Zum "völlig falschen Kurs" der Bundesregierung gebe es eine "glasklare Alternative", nämlich die Sozialdemokraten.
Das einzige, was Schüssel & Co davon abhalte, zur Wahl zu schreiten, sei die "pure Angst" vor dem Votum der österreichischen Bevölkerung. "Aber: egal, wann diese Wahl stattfinden wird, Österreich wird sich für die Sozialdemokratie entscheiden!" Gegen eine Regierung der Herzenskälte zog der Parteichef bei hochsommerlichen Temperaturen vom Leder und versprach den Gläubigen zu seinen Füßen eine lichte Zukunft _ zumindest "die Chance auf ein besseres Leben!"



Häupl zeigt den Hausherrn

Dass der Wiener Bürgermeister Michael Häupl mehr Applaus verbuchen konnte, lag wohl daran, dass er hier den Hausherrn gab. Und auch daran, dass er die stärkeren Worte gebrauchte. "Ausgerechnet am 1. Mai geben sich die Brandstifter in der Bundesregierung als Biedermänner", spielte er auf den Arbeitsmarktgipfel an. Die Arbeit dieser "Brandstifter" habe sowohl die Jugend ihrer Zukunft beraubt als auch die Aufbaugeneration um ihren verdienten Anteil gebracht.
Durch die Spaltung der FPÖ habe sich sich nichts verändert. "Der Unterschied zwischen Blau und Orange ist derjenige zwischen Kampl und Gudenus!" Daher: "Herr Bundeskanzler! Sie haben Österreich genug lächerlich gemacht. Haben Sie den Rest von Anstand _ und treten Sie zurück!" Die nächsten Wahlen kämen so oder so. "Und der Wahltag wird der Zahltag!" Da war der reichste Mann hier auf dem Platz, Hannes Androsch, der mit seiner Frau brav im Zug der Floridsdorfer Genossen mitging, schon lange weg.

Dabei hatte dieser strahlende Tag so ruhig und ohne Getöse begonnen. Flanierende Frühaufsteher in der Annagasse, morgendliche Zeitungsdiebe auf ihrer Tour bei den Selbstbedienungstaschen, unermüdlich fotografierende Touristen im Inneren Burghof, geduldige Fiakerpferde auf dem Heldenplatz. Zehn linke Obskuranten erhoffen sich mit ihrem Info-Stand bei der Bellaria geneigte Interessenten. "Widerstand" erflehen die Flugzettel und eine "machtvolle Arbeiterklasse." Noch ist aber Zeit für eine Retzer Salzgurke. Der Würstelmann baut seine Labestation am Rande der friedlichen Ringstraße auf. Sie ist heute verkehrsbefreit, Radler, Skater, Trommler, Kurden, Arbeiterturner und Funktionäre machen sich bereit für den langen Anmarsch vom Schwarzenbergplatz bis zum Burgtheater. Die Sonderbusse laden ältere Genossen aus, die von weither gekommen sind. Die Hietzinger haben es nur auf zwei Busse gebracht. Ist eine recht kleine Bezirksorganisation in einem politisch "schwarzen" Biotop. Dass schon um 7.55 Uhr Abfahrtszeit war, stört die durchwegs älteren Herrschaften nicht. "Mir brauchen nimmer so viel Schlaf", kichert die nette Genossin. Sie ist 82.


Auch Kurt Steyrer ist in diesem Alter. Fit wie ein Turnschuh hält er sich auf der Ehrentribüne bereit, um die Bezirkszüge zu grüßen. Ganz vorn natürlich Alfred Gusenbauer und Michael Häupl, daneben ÖGB-Chef Fritz Verzetnitsch. Die übrigen Winkenden sind Versatzstücke, die stets wechseln, wenn ihr Bezirk vorbeidefiliert ist. Da kommt Franz Vranitzky - ganz würdig - in dunklem Anzug inmitten Döblinger T-Shirt-Träger, dort Leopold Gratz am Stock an der Spitze der Josefstädter. Amtsnachfolger Helmut Zilk mit Sohn und Enkel (Thomas 1 und 2) hat um halb zehn genug von der Hitze: "I' bin oft genug da oben g'standen. . ."


Es ist zwar nicht der Tag der Blasmusik, aber Freunde dieses Genres kommen auch heuer voll auf ihre Rechnung. Da gibt's eine Mürztaler Gruppe, die seit dreißig Jahren die Penzinger Genossen musikalisch auf ihrem langen Weg begleitet. So lang ist auch schon das rote Urgestein Johann Hatzl Chef der Simmeringer Bezirkspartei. Es ist jener österreichische Bezirk mit dem höchsten SP-Stimmenanteil. Ein rotes Leiberl sollte man sich dennoch im fortgeschrittenen Alter bisweilen gut überlegen.


Während der frühere Polizeigeneral Franz Schnabl die rote Ikone Johanna Dohnal begrüßt, winken von unten die Rauchfangkehrer, die mit den Währingern gekommen sind. Wilhelm Haberzettl führt seine Eisenbahner an und Caspar Einem die Alsergrundler. Aus Brüssel ist Hannes Swoboda gekommen, um mit seinen Meidlingern ein Stück des Weges zu gehen; seine Freundin Brigitte Ederer kommt erst später: An der Spitze der Leopoldstädter. Und der massive Ex-Feuerwehrmann Harry Kopietz hat es wieder einmal geschafft. Der Wiener Landesparteisekretär hat einen klaglosen routinierten Ablauf auf die Beine gestellt. "Die größte Maikundgebung der westlichen Welt", frohlockt die Stadträtin Renate Brauner. Jetzt hat er sich sein Bier verdient. Und kann sich ganz dem nächsten Event widmen: dem Donauinselfest.

"Wir sind jung / und das ist schön", intoniert die Blaskapelle. Und da summen sie alle mit: Die Veteranen, die früheren Würdenträger. Für die Kinder ist das eine unbekannte Welt. Aber eine freundliche. Es gibt Zuckerwatte und Luftballons. Was sie ersehnten von der Zukunft Fernen, wie es im Arbeiterlied heißt - sie haben es erreicht. Mit ihnen zieht nicht "die neue Welt", mit ihnen zieht der Wohlstand. Hat wer was dagegen?

Kampf gegen Arbeitslosigkeit.

Der Reformdialog der Bundesregierung stand am 1. Mai ganz im Zeichen der Arbeitslosigkeit. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel kündigte eine Forschungs-Anleihe im Volumen von einer Milliarde Euro an. Damit soll die Forschungsquote von 2,27 auf drei Prozent gehoben und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Eine Möglichkeit ist der Bau neuer Kraftwerke. Außerdem soll der Sozial- und Wirtschaftsbetrug schärfer bekämpft werden. Die zuständige Behörde soll mehr Mitarbeiter erhalten.

www.diepresse.at

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Da lachen sie die Bonzen....

SPÖ-Spitze greift Schüssel frontal an
Forderung nach Neuwahlen bekräftigt - Das Einzige, was die ÖVP davon abhalte, sei die "pure Angst", sagte SPÖ-Chef Gusenbauer

"Der Tag der Entscheidung naht", glaubt SP-Chef Alfred Gusenbauer. Und dann gebe es eine "glasklare Alternative, nämlich die Sozialdemokraten". Mehr als 100.000 Menschen am Rathausplatz sahen das mehr oder weniger ähnlich.

Wien - Mehr als 100.000 Menschen waren über die Ringstraße marschiert und drängten sich am Rathausplatz. "Österreich hat sich Besseres verdient", erklärte SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer auf der Tribüne - und forderte unter Applaus Neuwahlen. "Der Tag der Entscheidung naht." Das Einzige, was "Schüssel & Co" davon abhalte, zur Wahl zu schreiten, sei die "pure Angst" vor dem Votum der österreichischen Bevölkerung. "Aber egal, wann diese Wahl stattfinden wird, Österreich wird sich für die Sozialdemokratie entscheiden."




Gusenbauer sprach von einer "Zeitenwende": "Die Menschen haben genug davon, dass die Gewinne jeden Tag steigen und die Arbeitsplätze weniger werden." Auch hätten sie genug von denjenigen, die für eine solche Politik verantwortlich seien. Zum "völlig falschen Kurs" der Bundesregierung gebe es eine "glasklare Alternative", nämlich die Sozialdemokraten.

"Genug angetan"

Kämpferisch gab sich auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl, der sich am Rathausplatz direkt an Wolfgang Schüssel wandte: "Herr Bundeskanzler, Sie haben dem österreichischen Volk genug angetan." Häupl kritisierte den "tiefen Griff" in die Taschen der Arbeitnehmer. "Treten Sie zurück", forderte Häupl unter dem Jubel der Kundgebungsteilnehmer, "Herr Bundeskanzler, geben Sie den Weg frei für Neuwahlen. Lassen Sie das Volk sprechen."

Häupl verwies in seiner Rede auch auf die BZÖ-Gründung. Es sei leicht, über Farbenspiele zu spötteln, aber: "All jene, die unter der Politik leiden, die finden das überhaupt nicht witzig." Die österreichische Bundesregierung sei nicht die Lösung des Arbeitsmarktproblems, sondern "das Problem selbst". Investitionen seien zurückgenommen und Bildungsausgaben gekürzt worden, kritisierte Häupl und lobte Wien als Gegenmodell.

Einen Unterschied zwischen FPÖ und BZÖ wollte der Wiener SP-Chef und Bürgermeister nicht erkennen: "Der Unterschied zwischen Orange und Blau ist der Unterschied zwischen Kampl und Gudenus."

Einer der beiden Angesprochenen, der Wiener Bundesrat John Gudenus, meldete sich am Sonntag per Fax zu Wort. Und reagierte "zutiefst empört" auf den im Wiener Landtag verabschiedeten Vier-Parteien-Antrag, der ihn zum Mandatsverzicht auffordert. Dass auch seine früheren FPÖ-Kollegen zugestimmt haben, bezeichnete Gudenus als "unkameradschaftliches Vorgehen", das "würdelos" sei. Gudenus hatte vergangene Woche die FPÖ verlassen, nachdem er einmal mehr die Existenz von Gaskammern in der NS-Zeit infrage gestellt hatte.

Sein ehemaliger Parteichef, FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache, nutzte die Kundgebung der Freiheitlichen zum 1. Mai dazu, laut über einen Ausstieg aus der Europäischen Union nachzudenken. Er forderte auch Verschärfungen bei den Arbeitslosenbestimmungen und die Abschaffung des Sozial- und Sport- Staatssekretariates.

Der Kärntner SPÖ-Chef Peter Ambrozy forderte in seiner Rede zum 1. Mai die Bundesregierung zum Rücktritt auf, damit "wieder Stabilität und Ordnung herrschen". In Kärnten, wo sich die SPÖ in einer Koalition mit den Freiheitlichen befindet, sieht Ambrozy allerdings keinen Grund für Neuwahlen. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 2.5.2005)

www.derstandard.at
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Aus dem Reich:



1. Mai: Krawalle in Leipzig, Berlin und Worms


Wasserwerfer! Blut!
Randale in Leipzig





Eine brennende Straßenbarrikade in Leipzig


Berlin/Leipzig – Am Rande einer Demonstration von 800 Neonazis ist es in Leipzig zu schweren Auseinandersetzungen zwischen 4000 Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Als sich der Zug der Neonazis in Marsch setzen wollte, feuerten die Gegendemonstranten Leuchtraketen auf die Polizei ab, blockierten später die Straße.




Auto umgekippt, Randalierer jubelt in Berlin Kreuzberg über Unsinnstat


Die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer ein, nahm Anhänger beider Lager fest. 30 Beamte und 10 Demonstranten wurden verletzt, 104 Menschen vorläufig festgenommen.

Bei den Walpurgisfeiern am Vorabend des 1. Mai gab es in Berlin nur einzelne Krawalle. Zwar flogen Steine und Silvester-Kracher, es wurde geprügelt und geschrien.




Zwei Polizisten haben sich in Leipzig ein junges Mädchen geschnappt


Aber: „Alles verlief friedlicher als in den Vorjahren“, sagte die Polizei. Sie nahm 68 Randalierer fest, drei Polizisten erlitten Verletzungen.

Am Sonntag abend flackerten die Unruhen erneut auf. Die Polizei wurde in der Oranienstraße von Randalierern über Stunden mit Flaschen und Steinen attackiert. Mehrere, zumeist alkoholisierte Störer wurden festgenommen. Hunderte versuchten, die Polizei zu provozieren. Die hielt sich aber zurück.

In Worms eskalierte trotz eines großen Polizeiaufgebots ein Aufmarsch von etwa 200 Anhängern der rechtsextremen NPD. 300 Gegendemonstranten warfen auf dem Marktplatz immer wieder Steine und gefüllte Glasflaschen und verletzten mehrere Polizisten.



www.bild.de

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Unsere Antifanten können das Prügeln nicht lassen...

Gut..... sehr gut.... ausgezeichnet!!!

M.,

Besser die im schlechten Rampenlicht als wir.
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