Ende des Zweiten Weltkriegs
Sonntag, 11. Februar 1945
Die Jalta-Konferenz über die Neuordnung Europas und die Koordinierung der
letzten Kriegsphase gegen Hitler-Deutschland endet.
Montag, 12. Februar 1945
Britische und kanadische Einheiten überschreiten die niederländisch-deutsche
Grenze bei Kleve und dringen in die Stadt ein.
Frauen und Mädchen werden zum Hilfsdienst im "Volkssturm" aufgerufen.
Die schmalen Lebensmittelrationen für Zivilisten in Deutschland werden um
rund elf Prozent gekürzt.
Adolf Hitler befiehlt die Verteidigung der deutschen Städte unter Androhung
der Todesstrafe für Kommandanten, die sich widersetzen.
In Posen beschränkt sich der deutsche Widerstand nur noch auf die Zitadelle
der Stadt oberhalb des Warthe-Flusses.
Dienstag, 13. Februar 1945
Die alliierte Luftflotte greift mit Spreng- und Brandbomben die mit
Flüchtlingen überfüllte Barockstadt Dresden an. Die Zahl der Toten wird nach
Kriegsende auf mindestens 35. 000 geschätzt.
Mittwoch, 14. Februar 1945
Wieder fliegen die Alliierten Luftangriffe auf Dresden. Für die Ostfront
ordnet der zuständige Oberbefehlshaber, SS-Führer Heinrich Himmler,
härtesten militärischen Widerstand an.
Donnerstag, 15. Februar 1945
Die Festung Breslau wird von den Sowjets eingeschlossen - in der Hauptstadt
Schlesiens befinden sich noch rund 200.000 Zivilisten und fast 60.000 Mann
der Streitkräfte und des Volkssturms. Eine 77 Tage lange Belagerung beginnt.
Die Nazi-Führung verfügt die Einrichtung von Standgerichten in den vom Feind
bedrohten Gebieten. Die Tribunale verhängen Todesstrafen.
Freitag, 16. Februar 1945
Die Schweiz sperrt alle deutschen Guthaben.
Samstag, 17. Februar 1945
Beginn der alliierten Luftoperationen zur Zerschlagung des Eisenbahnnetzes
in Deutschland (bis 26. Februar).
Montag, 19. Februar 1945
Deutsche Truppen erkämpfen wieder eine Landverbindung zwischen Königsberg
und Pillau (besteht bis 6. April).
SS-Chef Himmler nimmt heimlich Kontakt mit dem schwedischen Grafen Folke
Bernadotte auf und bietet erfolglos Gespräche über einen Waffenstillstand
mit den Westmächten an.
Dienstag, 20. Februar 1945
In der Schlacht um den von Deutschen gehaltenen Brückenkopf Kurland in
Lettland beginnt die 1. Baltische Front der Roten Armee eine Offensive. Sie
scheitert bis 28. Februar.
Mittwoch, 21. Februar 1945
Der Kommandant der von sowjetischen Truppen belagerten Stadt Posen meldet
nach Berlin, dass die Verteidiger auf ein Gebiet von zwei mal zwei Kilometer
zusammengedrängt sind.
Donnerstag, 22. Februar 1945
3.500 alliierte Flugzeuge zerstören in 9.000 Einsätzen weitgehend das
deutsche Verkehrsnetz. US-Truppen überschreiten die Saar.
Freitag, 23. Februar 1945
Posen in Westpreußen wird von den Sowjets nach vier Wochen Belagerung
erobert. Das Alliierte Hauptquartier gibt bekannt, dass das Großherzogtum
Luxemburg völlig von deutschen Truppen befreit ist.
Samstag, 24. Februar 1945
In einer in München verlesenen Erklärung zum 25. Jahrestag der Gründung der
NSDAP lässt Hitler mitteilen, dass "noch in diesem Jahr eine geschichtliche
Wende eintritt" und Deutschland siegen werde.
Sonntag, 25. Februar 1945
Sowjetische Einheiten dringen in den Süden der seit zehn Tagen völlig
eingeschlossenen Stadt Breslau vor, die von ihren deutschen Verteidigern
noch bis Kriegsende gehalten wird.
Montag, 26. Februar 1945
1112 US-Flugzeuge fliegen den bislang schwersten Tagesangriff auf Berlin und
laden fast 2900 Tonnen Bomben ab.
Die Rote Armee bricht in Hinterpommern bis zur Ostsee durch.
Dienstag, 27. Februar 1945
Rumäniens König Michael I. ernennt auf sowjetischen Druck eine kommunistisch
dominierte Regierung.
Mittwoch, 28. Februar 1945
Propagandaminister Joseph Goebbels fordert in einer Radio-Ansprache die
Deutschen zum Durchhalten im Krieg auf: "Wir wollen lieber sterben als
kapitulieren."
Donnerstag, 1. März
Die Versorgungslage im "Dritten Reich" wird immer katastrophaler. Im Februar
werden nur noch sieben Millionen Tonnen Steinkohle produziert, ein Drittel
der Menge vom Juni 1944.
Freitag, 2. März
Neuer schwerer Luftangriff der Alliierten auf Dresden.
Samstag, 3. März
Die deutsche Luftwaffe fliegt nach längerer Pause wieder einen Bombenangriff
gegen England.
US-Flugzeuge bombardieren bei ihren Angriffen auf Ziele in Deutschland
versehentlich Zürich und Basel.
Sonntag, 4. März
Sowjetische Panzer erreichen bei Kolberg die Ostsee-Küste.
Fast 1,3 Millionen Menschen sind in Hinterpommern abgeschnitten und auf der
Flucht nach Danzig.
Montag, 5. März
In Deutschland wird der Jahrgang 1929 zum Wehrdienst einberufen und nach
kurzer Grundausbildung an die Fronten geschickt.
Die zur Festung erklärte Stadt Graudenz, seit 18. Februar eingekesselt,
kapituliert.
Dienstag, 6. März
Letzte deutsche Offensive mit Panzern in Ungarn nördlich des Plattensees zur
Rettung der Erdölfelder von Nagy Kanisza; der Angriff bricht am 15. März
zusammen.
Mittwoch, 7. März
US-Truppen erobern die Brücke von Remagen, den letzten intakten Übergang
über den Rhein und bilden einen Brückenkopf.
Das schwer zerstörte Köln wird von der US-Armee besetzt.
Donnerstag, 8. März
Hitler verfügt Sippenhaft bei der Kapitulation von Soldaten.
Die Verteidiger der Marienburg in Ostpreußen erhalten den Befehl zum
Rückzug. Die Burg war 1410 letzter Stützpunkt des Deutschen Ordens.
Die Rote Armee erreicht Stettin.
Die US-Armee erobert Bonn.
Freitag, 9. März
Die Schweiz stellt auf Drängen der USA die Energielieferungen und den
Rohstoff-Transit nach Deutschland ein.
In Berlin wird der "Grundsatzbefehl" zur Verteidigung der deutschen
Hauptstadt "bis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone" herausgegeben.
Samstag, 10. März
Generalfeldmarschall Albert Kesselring wird neuer Oberbefehlshaber an der
Westfront an Stelle von Rundstedt.
Sonntag 11. März
Deutsche Truppen eröffnen einen erfolgreichen Gegenangriff auf die Stadt
Striegau in Niederschlesien, die seit 10. Februar von der Roten Armee
besetzt ist.
Die Soldaten finden die Leichen von 148 Einwohnern, fast
ausschließlich vergewaltigte Frauen und Mädchen.
Montag, 12. März
Alliierte Luftflotten greifen Wien mit 747 Flugzeugen an und werfen 1667
Tonnen Bomben ab, dabei werden bedeutende Bauwerke wie der Stephansdom, die
Staatsoper und die Hofreitschule schwer beschädigt.
Anne Frank kommt im KZ Bergen-Belsen ums Leben; der 12. März gilt als
wahrscheinliches Todesdatum, genaue Belege gibt es nicht.
Dienstag, 13. März
Die deutsche Luftwaffe versucht vergeblich die von US-Truppen sechs Tage
zuvor eroberte Rheinbrücke bei Remagen mit düsengetriebenen Jagdbombern zu
zerstören; es werden auch elf V-2-Waffen abgefeuert. Dies ist der erste
taktische Einsatz von Raketen in der Kriegsgeschichte.
Die Sowjets melden die Eroberung der "Festung" Küstrin rund 80 Kilometer vor
Berlin.
Königsberg in Ostpreußen wird von seinen Verbindungen nach Südwesten
abgeschnitten.
Mittwoch, 14. März
Versuch des deutschen Außenministers Joachim von Ribbentrop, über Schweden
einen Friedenskontakt mit den Westmächten aufzunehmen.
Die Briten setzen bei Luftangriff auf Bahnanlagen bei Bielefeld erstmals die
zehn Tonnen schwere Präzisionsbombe "Grand Slam" ein, die unterirdische
Schockwellen erzeugt und auch als "Erdbebenbombe" bekannt wird.
Donnerstag, 15. März
US-Luftangriff auf das Hauptquartier des Oberkommandos des deutschen Heeres
bei Zossen südlich von Berlin.
Freitag, 16. März
Die Rote Armee beginnt ihren Großangriff auf deutsche Truppen in Ungarn und
durchbricht am 25. März die deutsche Front.
Samstag, 17. März
Die von den Alliierten gehaltene Rheinbrücke von Remagen stürzt wegen
Überlastung ein.
Sonntag, 18. März
Kolberg wird nach 14 Tagen Belagerung von Sowjettruppen erobert. Der
Tagesbericht der deutschen Wehrmacht verschweigt den Fall der Stadt, die in
ihrer Geschichte fünf Belagerungen überstanden hat und von den Nazis als
Symbol des Widerstandes hochstilisiert worden war.
Montag, 19. März
Hitler erlässt den berüchtigten "Nero-Befehl": Deutsche Truppen sollen beim
Rückzug alle für den Feind nutzbaren Industrie- und Versorgungseinrichtungen
zerstören. Die Ausführung wird aber von Nazi-Funktionären und Offizieren
unterlaufen.
Geheimverhandlungen in der Schweiz zwischen den Alliierten und dem deutschen
General Karl Wolf über die Kapitulation der Streitkräfte an der Italienfront
bleiben ohne konkretes Ergebnis.
Dienstag, 20. März
Schwerer Luftangriff auf Hamburg.
Jugoslawische Tito-Partisanen beginnen in Dalmatien Angriffe in großem
Rahmen auf deutsche Truppen.
Mittwoch, 21. März
Das Alliierte Hauptquartier erklärt den deutschen Widerstand westlich des
Rheins und südlich der Mosel für zusammengebrochen.
Donnerstag, 22. März
Generaloberst Gotthard Heinrici löst SS-Führer Heinrich Himmler als
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel ab.
Freitag, 23. März
Alliierte Offensive über den Rhein beginnt.
Einheiten der Roten Armee misslingt nach sechstägiger Schlacht der
Durchbruch durch die deutsche Front am Kurland-Brückenkopf.
Samstag, 24. März
Der massive britische Vorstoß bei Wesel schneidet die deutschen Truppen in
der "Festung Holland" ab.
Sonntag, 25. März
Das deutsche Schiff "Ubena" verlässt als letzter Transporter mit 4000
Menschen Danzig.
General Montgomery erlässt ein Fraternisierungsverbot für die britischen
Truppen mit den Deutschen in den besetzten Gebieten.
Montag, 26. März
Schlussoffensive auf Gdingen, während die Stadt evakuiert wird.
Dienstag, 27. März
Letzter V-2-Angriff auf London.
Argentinien erklärt als letztes Land dem Deutschen Reich den Krieg. Neutral
sind nur noch die Schweiz, Schweden, Irland, Portugal, Spanien, Island und
Afghanistan.
Mittwoch, 28. März
Die Rote Armee erobert nach heftigen Kämpfen Gdingen.
Heinz Guderian wird als Generalstabschef des Heeres durch General Hans Krebs
ersetzt.
Donnerstag 29. März
Die Rote Armee überschreitet die Grenze Österreichs und besetzt das
Burgenland.
Hitler erklärt das Ruhrgebiet zur "Festung" und fordert die Verteidigung
"bis zum letzten Mann".
Karfreitag, 30. März
Sowjets erobern die schwer verwüstete Stadt Danzig.
Samstag, 31. März
Der alliierte Oberbefehlshaber General Eisenhower befiehlt nach Absprache
mit Moskau den britischen Truppen, den Vormarsch auf Berlin zu stoppen.
Ostersonntag, 1. April
Alliierte Truppen schließen die deutsche Heeresgruppe B mit 340.000 Mann in
einem Kessel von rund 125 Kilometern Durchmesser im Gebiet zwischen Ruhr,
Rhein und Sieg ein.
Ostermontag, 2. April
Wien wird vom Nazi-Gauleiter Baldur von Schirach zum Verteidigungsgebiet
gegen die Sowjettruppen erklärt.
Dienstag, 3. April
Luftangriff auf den Hafen von Kiel - der Schwere Kreuzer "Admiral Hipper"
wird versenkt.
SS-Führer Heinrich Himmler gibt den berüchtigten "Flaggenbefehl", der die
Deutschen zum Widerstand und Durchhalten um jeden Preis verpflichtet. Darin
heißt es unter anderem: "Aus einem Haus, aus dem eine weiße Fahne erscheint,
sind alle männlichen Personen zu erschießen."
Mittwoch, 4. April
Karlsruhe wird von der 1. französischen Armee eingenommen.
Sowjets besetzen die slowakische Hauptstadt Bratislava.
Die Rote Armee gibt die endgültige Befreiung Ungarns bekannt; alle deutschen
Truppen haben sich zurückgezogen.
Donnerstag, 5. April
Die Sowjets erreichen die südliche Stadtgrenze von Wien. Die Schlacht endet
am 13. April mit der Eroberung Wiens durch die Rote Armee.
Freitag, 6. April
Königsberg wird vollständig von sowjetischen Verbänden eingeschlossen.
Samstag, 7. April
Hitler befiehlt den deutschen Truppen in der "Festung Holland" das
Durchhalten.
Sonntag, 8. April
Die SS evakuiert das Konzentrationslager Buchenwald und transportiert die
Häftlinge in das KZ Flossenburg.
Magdeburg wird von US-Truppen eingenommen.
Montag, 9. April
Das fast völlig zerstörte Königsberg kapituliert vor der sowjetischen
Übermacht, die drei Armeen mit mehr als 500 Panzern und 5000 Geschützen
einsetzt; Festungskommandant General Otto Lasch wird auf Betreiben Hitlers
wegen "Feigheit vor dem Feind" in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Bei einem alliierten Luftangriff auf den Hafen von Kiel wird der als
Flüchtlingstransporter eingesetzte Schwere Kreuzer "Admiral Scheer"
getroffen und kentert.
Dienstag, 10. April
US-Truppen besetzen Essen und Hannover.
Schwerer US-Luftangriff auf Leipzig.
Mittwoch, 11. April
US-Truppen befreien das KZ Buchenwald bei Weimar.
Donnerstag, 12. April
US-Präsident Franklin D. Roosevelts stirbt überraschend. Sein Nachfolger
wird Vizepräsident Harry S. Truman.
Einheiten der 9. US-Armee erobern Duisburg.
Die Nazi-Führung befiehlt den Kampfkommandanten der deutschen Städte die
Verteidigung bis zuletzt und droht im Falle von Zuwiderhandlung mit der
Todesstrafe.
Freitag, 13. April
Wien wird nach tagelangen Straßenkämpfen von der Roten Armee erobert.
Samstag, 14. April
Die noch im Ruhrgebiet eingekesselten 325.000 deutschen Soldaten werden
gespalten in einen Ostkessel (hielt sich bis 16. April) und einen Westkessel
(hielt sich bis 17. April).
Sonntag, 15. April
Britische Truppen befreien das KZ Bergen-Belsen.
Die US-Armee fordert den deutschen Generalfeldmarschall Model mit einem
Appell an die Offiziersehre zur Übergabe des Ruhrkessels auf: "Die deutschen
Städte, die Sie damit retten, sind unersetzlich für die Wohlfahrt Ihres
Volkes." Model lehnt kategorisch ab.
Montag, 16. April
Die Rote Armee setzt an der Oder mit zwei Heeresgruppen zur Eroberung von
Berlin an. Die deutschen Verteidigungslinien werden durchbrochen; nur an den
Seelower Höhen westlich von Küstrin leistet die deutsche Heeresgruppe
Weichsel noch drei Tage erbitterten Widerstand.
Der Transporter "Goya" wird in der Ostsee von einem sowjetischen U-Boot
torpediert; von mehr als 6.200 Menschen werden nur etwas mehr als 160
gerettet.
Kapitulation der deutschen Truppen im östlichen Teil des
rheinisch-westfälischen Industriegebietes (Ruhrkessel).
Dienstag, 17. April
Reste der deutschen Truppen im Ruhrgebiet ergeben sich der 9. US-Armee. An
zwei Tagen gehen insgesamt 325.000 Soldaten in Gefangenschaft. Ihr
Oberbefehlshaber Model begeht Selbstmord.
Mittwoch, 18. April
Die Amerikaner überschreiten die Grenze zur Tschechoslowakei und rücken auf
Pilsen und Budweis vor.
Donnerstag, 19. April
Leipzig wird von US-Truppen besetzt, britischen Einheiten nehmen Lauenburg
ein.
Der deutsche Wehrmachtsbericht gibt bekannt: "Der Kampf an Rhein und Ruhr
ist beendet."
Freitag, 20. April
Berlin liegt an Hitlers 56. Geburtstag erstmals in Reichweite der
sowjetischen Artillerie.
Am Unterlauf der Oder beginnt die Rote Armee mit der Offensive zur Eroberung
Norddeutschlands.
Deutsche Truppen in den Niederlanden sprengen Deiche an der Zuidersee,
wodurch 200 Quadratkilometer Land überflutet und mehr als 20.000 Menschen
obdachlos werden.
Nürnberg wird von US-Truppen besetzt; in der "Stadt der Reichsparteitage"
des Hitler-Regimes beginnen noch im selben Jahr die Kriegsverbrecherprozesse
(20. November).
Samstag, 21. April
In Berlin gibt Propagandaminister Goebbels seine letzte Pressekonferenz und
stellt dabei zynisch fest: Das deutsche Volk habe das Schicksal verdient,
das es jetzt erwarte.
Sonntag, 22. April
Sowjetische Truppen erreichen den nördlichen Stadtrand von Berlin. An der
Ostfront drückt eine Übermacht von rund 2,5 Millionen Soldaten in drei
Heeresgruppen gegen die deutschen Verteidiger, deren Stärke auf etwas mehr
als eine Million geschätzt wird.
Montag, 23. April
Hitler enthebt Hermann Göring aller Ämter, nachdem dieser von Berchtesgaden
aus die politische Führung hatte übernehmen wollen.
Dienstag, 24. April
Die Nazi-Parteizeitung "Völkischer Beobachter" erscheint zum letzten Mal und
meldet: "Berlin kämpft unter Befehl des Führers."
Himmler lässt durch den schwedischen Grafen Folke Bernadotte den westlichen
Alliierten das Angebot einer teilweisen Kapitulation übermitteln, das
abgelehnt wird.
Mittwoch, 25. April
Berlin wird von der Roten Armee völlig eingeschlossen. Die sowjetische
Luftwaffe fliegt Angriffe mit fast 1.500 Flugzeugen.
Treffen von US-Soldaten und Rotarmisten an der Elbe bei Torgau. Deutschland
ist damit auf einer Nord-Süd-Achse militärisch zerschnitten.
Die britische Luftwaffe zerstört bei einem Bombenangriff Hitlers "Berghof"
auf dem Obersalzberg.
Donnerstag, 26. April
Stettin und Brünn werden von der Roten Armee erobert.
Freitag, 27. April
Österreichische Politiker proklamieren die Zweite Republik und bilden eine
Provisorische Regierung.
Samstag, 28. April
Östlich von Berlin trifft ein Vorauskommando der Kommunistischen Partei
Deutschlands aus sowjetischem Exil unter Führung von Walter Ulbricht ein.
Im Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht wird notiert: "Der innere
Verteidigungsring um Berlin ist durchbrochen. Der Kampf um den Stadtkern hat
begonnen."
Mussolini wird in Italien von Partisanen ohne Verfahren hingerichtet.
Sonntag, 29. April
Hitler macht sein politisches Testament und heiratet im so genannten
Führerbunker in Berlin Eva Braun. Im Kriegstagebuch der Nazi-Führung heißt
es: "Der Häuserkampf in dem Stadtkern von Berlin tobt Tag und Nacht..."
Unterzeichnung der Kapitulation der deutschen Streitkräfte an der
Italienfront. Sie tritt am 2. Mai in Kraft.
Montag, 30. April
Adolf Hitler begeht im Führerbunker Selbstmord; Reichspräsident wird
Großadmiral Karl Dönitz. Auf der Ruine des Reichstagsgebäudes hissen
Sowjetsoldaten die Rote Fahne als Symbol des Sieges.
München wird von US-Truppen besetzt.
Dienstag, 1. Mai
Goebbels begeht mit seiner Familie im Führerbunker in Berlin Selbstmord.
Dönitz gibt seine Ernennung zum Reichspräsidenten bekannt.
In der Nähe von Wismar treffen britische und sowjetische Einheiten auf ihrem
Vormarsch zusammen.
Mittwoch, 2. Mai
Die Verteidiger von Berlin kapitulieren.
Donnerstag, 3. Mai
Britische Truppen besetzen Hamburg, nachdem Gauleiter Karl Kaufmann den
deutschen Verteidigern die kampflose Übergabe befohlen hatte.
Freitag, 4. Mai
Deutsche Truppen in Nordwestdeutschland, in Dänemark und den Niederlanden
kapitulieren im Hauptquartier des britischen Oberbefehlshabers Feldmarschall
Montgomery in der Lüneburger Heide. Die Waffenruhe tritt am 5. Mai um acht
Uhr in Kraft.
Samstag, 5. Mai
Der neu ernannte Außenminister Ludwig Graf Schwerin von Krosigk bildet in
Flensburg die Geschäftsführende deutsche Reichsregierung.
Tschechische Widerstandsgruppen erheben sich in Prag gegen die deutsche
Besatzung, um durch Selbstbefreiung den sowjetischen Truppen zuvorzukommen.
Die Rote Armee besetzt die Stadt am 9. Mai.
Das KZ Mauthausen bei Linz in Österreich wird von US-Truppen befreit; am
selben Tag erobern die Alliierten auch Linz.
Die britische Armee besetzt den Kriegshafen Kiel.
Sonntag, 6. Mai
Die seit 15. Februar belagerte "Festung" Breslau kapituliert; die Stadt ist
zu 70 Prozent zerstört.
Sowjetische Schlussoffensive gegen die deutschen Verbände im Protektorat
Böhmen und Mähren.
Montag, 7. Mai
General Jodl, der strategische Berater Hitlers, unterzeichnet um 2.14 Uhr
bei den westlichen Alliierten in Reims die bedingungslose Kapitulation der
deutschen Streitkräfte.
Dienstag, 8. Mai
Sowjettruppen befreien das KZ Theresienstadt nördlich von Prag.
Im Hauptquartier der Roten Armee in Berlin-Karlshorst setzen drei deutsche
Befehlshaber im Oberkommando der Wehrmacht ihre Unterschrift unter die
Kapitulationsurkunde; die Deutschen stellen die Kampfhandlungen um 23.01 Uhr
MEZ ein.
Mittwoch, 9. Mai
In Europa ist der Zweite Weltkrieg nach 2077 Tagen zu Ende.
Quelle:
http://www2.onnachrichten.t-online.d...8/3402180.html
Erstmals für mich tauchen im Zusammenhang (Russen und Vergewaltigungen) auf (von mir im Zitat rot markiert).
Eine solche detaillierte Übersicht fehlte mir bisher.